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Tote Blumen Psychothriller von Slaughter, Karin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.11.2015
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Tote Blumen

Das Grauen beginnt, wenn der Tag zu Ende geht. Julia Carroll ist ein Glückskind. Sie ist schön, eine begabte Studentin, eine wunderbare Tochter und Schwester. Sie arbeitet ehrenamtlich mit obdachlosen Frauen. Eines Tages hält sie vergeblich Ausschau nach einer Gleichaltrigen, die noch nicht lange auf der Straße lebt. Das Mädchen ist hübsch, blond und hat blaue Augen - und scheint wie vom Erdboden verschluckt. Julia ist vom Verschwinden der jungen Frau äußerst beunruhigt, denn sie ist nicht die Erste, die als vermisst gilt. Julia beginnt zu recherchieren - und ahnt nicht, dass jemand sie heimlich sehr genau beobachtet. Und bereits dabei ist, sie einzukreisen, denn sie ist blond und hat blaue Augen ... 'Karin Slaughter ist definitiv eine der besten Thriller Autorinnen unserer Zeit ... Ich folge ihr überall hin' Gillian Flynn 'Slaughter traut sich, was andere Thriller Autoren nicht wagen: Sie führt uns an die tiefsten und düstersten Orte' Tess Gerritsen

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 110
    Erscheinungsdatum: 01.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959679787
    Verlag: HarperCollins
    Größe: 1562 kBytes
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Tote Blumen

7.26 Uhr, North Lumpkin Street, Athens, Georgia

Morgennebel zog durch die Straßen des Zentrums und legte sich wie Spinnweben in winzigen, verschlungenen Mustern auf die Schlafsäcke entlang des Gehsteigs vor dem Georgia Theater. Die Türen würden sich frühestens in zwölf Stunden öffnen, aber die Fans der Band Phish waren entschlossen, Plätze in der ersten Reihe zu ergattern. Zwei schwergewichtige junge Männer hatten sich in Gartenstühle aus Plastik gezwängt, die neben der mit einer Kette gesicherten Eingangstür standen. Zu ihren Füßen lagen Bierdosen, Zigarettenkippen und eine leere Sandwichtüte, die wahrscheinlich eine größere Menge Gras enthalten hatte.

Als Julia Carroll die Straße entlangging, folgten sie ihr mit den Augen. Julia spürte ihre Blicke so deutlich auf sich haften wie den Nebel. Sie schaute unbeirrt geradeaus und hielt den Rücken gerade, aber sofort überlegte sie, ob sie dadurch kalt und hochnäsig wirkte. Und schon im nächsten Moment fragte sie sich verärgert, welche Rolle es spielte, wie sie für diese beiden vollkommen fremden Typen aussah.

Früher war sie nie so paranoid gewesen.

Athens war eine Universitätsstadt, dominiert von der University of Athens, die dreihundert Hektar Grund in bester Lage einnahm und auf die eine oder andere Weise das halbe County beschäftigte. Julia war hier aufgewachsen. Sie studierte Journalistik und arbeitete für die Collegezeitung. Ihr Vater war Professor an der tiermedizinischen Fakultät. Mit ihren neunzehn Jahren wusste sie bereits, dass Alkohol und die passenden Umstände auch nett wirkende Jungs in Typen verwandeln konnten, denen man sogar an einem Freitagmorgen um halb acht nicht über den Weg laufen wollte.

Oder vielleicht benahm sie sich nur albern. Vielleicht war es wie damals, als sie spätabends am Old College vorbeiging, Schritte hinter sich hörte und einen bedrohlich aufragenden, sich immer schneller bewegenden Schatten sah. Ihr Herz blieb fast stehen blieb, und sie wäre am liebsten gerannt, doch dann hatte die furchterregende Erscheinung ihren Namen gerufen, und es war nur Ezekiel Mann aus dem Biologiekurs gewesen.

Er hatte ihr vom neuen Auto seines Bruders erzählt und dann Monty-Python-Sprüche zitiert, und Julia war immer schneller und schneller gegangen, so dass sie beide praktisch liefen, als sie Julias Unterkunft erreichten. Ezekiel hatte die Hand auf die geschlossene Glastür gepresst, während Julia aufschloss.

"Ich rufe dich an!", hatte er beinahe gebrüllt.

Sie hatte ihn angelächelt, aber auf dem Weg zur Treppe gedacht: O Gott, bitte zwing mich nicht dazu, deine Gefühle zu verletzen.

Julia war wunderschön. Sie wusste es, seit sie klein war, aber statt es als ein Geschenk anzunehmen, hatte sie es immer als eine Bürde empfunden. Die Leute gingen bei schönen Mädchen von bestimmten Annahmen aus. Sie waren die eiskalten, hinterhältigen Miststücke, die in Filmen von John Hughes am Ende immer die Quittung bekamen. Sie waren die Trophäen, auf die kein Typ Anspruch zu erheben wagte. Ihre Schüchternheit wurde als Arroganz, ihre Ängstlichkeit als Missbilligung verstanden. Dass Julia aufgrund dessen im reifen Alter von neunzehn immer noch Jungfrau war und fast ohne Freunde dastand, blieb weitgehend unbemerkt, nur ihre beiden jüngeren Schwestern registrierten es.

Im College sollte endlich alles anders werden. Gut, ihr Wohnheim lag nur einen halben Kilometer von ihrem Elternhaus entfernt, doch es war Julias Chance, sich neu zu erfinden, die Person zu werden, die sie immer hatte sein wollen: stark, selbstbewusst, glücklich, zufrieden (und keine Jungfrau). Sie unterdrückte die Neigung, lesend in ihrem Zimmer zu sitzen, während sich das Leben draußen vor ihrer Tür abspielte. Sie wurde Mitglied im Tennisclub, im Leichtathletikclub und im Wildlife-Club. Sie schloss sich keinen Cliquen an, sondern sie sprach mit allen Leuten. Sie lächelte Fremde an. Sie ging mit Jungs aus, die nett, wenn auch nicht wah

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