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Träume in New Harbor von Jordan, Ava (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.05.2020
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Träume in New Harbor

Hannah hat ihr Leben im Griff und ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen - weder durch ihren stressigen Job als Nachtschwester, noch durch ihre chaotischen Mitbewohner Morg und Boobie oder ihre schwierige Familie. Aber dann wird Hannah schwanger und auf einmal steht ihr Leben Kopf. Kurzerhand kündigt Hannah ihren Job und ihr WG-Zimmer und kehrt zurück an den Ort ihrer Kindheit: New Harbor. Doch der Neuanfang ist schwieriger als gedacht. Die Pflege des alten und griesgrämigen Charlies, der mit seiner toten Frau redet und sich in keinster Weise helfen lassen will, wird für Hannah zur Herausforderung. Und was soll sie mit dem Vater ihres ungeborenen Kindes machen? Und warum überhaupt konnte nicht alles so bleiben, wie es war? Der Titel erschien 2016 unter 'Ein Regenbogen im Winter'.

Ava Jordan wuchs in Westfalen auf. Nach einigen Jahren im Rheinland kehrte sie in die Heimat zurück und bewohnt dort nun mit ihrem Mann und unzähligen Büchern ein kleines Häuschen. Sie schreibt und übersetzt schon sehr lange und kann sich ein Leben ohne das Schreiben einfach nicht vorstellen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 340
    Erscheinungsdatum: 15.05.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783967970029
    Verlag: Aufbau Verlag
    Größe: 2407 kBytes
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Träume in New Harbor

2. Kapitel

Er hatte ja an diesem Abend mit vielem gerechnet. Damit, dass es irgendwie komisch oder peinlich wurde, wenn er Hannah nach knapp drei Monaten wiedersah. Oder dass sie merkwürdig reagierte und ihm die kalte Schulter zeigte, weil er sich nach der gemeinsamen Nacht nicht mehr bei ihr gemeldet hatte. In Gedanken hatte er sich sogar schon einige Sätze zurechtgelegt, die er ihr sagen wollte:

Tut mir leid, dass ich damals verschwunden bin. Ich war verwirrt. Völlig durch den Wind. Du ... bist so schön und perfekt, und als ich morgens neben dir aufgewacht bin, wollte ich diesen Moment für alle Ewigkeit konservieren. Ich wollte, dass wir bis ans Ende unseres Lebens jeden Morgen nebeneinander aufwachen. Aber das geht nicht, weil ...

Weiter war er nicht gekommen. So sehr er sich auch anstrengte, aber er konnte ihr nicht alles erzählen. Und weil er an diesem Punkt nicht weiterkam, hatte er es schließlich aufgegeben, sich auf diesen Abend vorzubereiten.

Sein Besuch in Boston war kein spontaner Entschluss gewesen, wie Morg es Hannah gegenüber vermutlich verkauft hatte.

Für seinen kleinen Bruder musste es so aussehen, als wäre Paul eher zufällig in der Stadt. Ausgerechnet an Thanksgiving. Ausgerechnet an einem dieser Familienfesttage, an denen Morg immer so traurig wurde, weil er die Familie vermisste, die sie nie gewesen waren. Als Paul anrief und beiläufig meinte, er sei in der Stadt, konnte Morg natürlich nicht zulassen, dass Paul an so einem Abend allein blieb.

Er rief vom Flughafen an und flunkerte etwas von einem dringenden Geschäftstermin vor, der ihn in die Stadt gespült hatte. Einen Rückflug hatte er wegen des Feiertags erst für den nächsten Morgen bekommen.

»Komm vorbei«, hatte Morg ohne Zögern gesagt. Er klang irgendwie müde, fast ein wenig teilnahmslos. Vermutlich hatte er sich wieder zugedröhnt.

Aber das war nicht Pauls Problem. Wenn Morg sich die Zukunft verbauen wollte, indem er in den Tag hineinlebte und sein Geld in Drogen investierte, musste er das tun. Nicht jeder war so zielstrebig wie Paul und besaß mit 32 Jahren ein Multimillionen-Unternehmen.

Morg schien jedenfalls mit Hannah die richtige Mitbewohnerin für diesen Lebenswandel gefunden zu haben. Ihr Zögern sagte doch schon alles! So hatte er sie eigentlich nicht eingeschätzt. Er war nicht nur wegen Morg über Thanksgiving in die Stadt gekommen. Diese quirlige junge Frau war ihm in den vergangenen Wochen und Monaten nicht aus dem Kopf gegangen. Dabei hatte er es wirklich versucht. Er hatte sich mit Arbeit abgelenkt, aber sobald er mal ein paar Stunden Leerlauf hatte, wünschte er sich, wieder bei ihr zu sein. In ihrem Bett zu liegen und zu beobachten, wie sie schlief. Wie ruhig ihr Atem ging. Er mochte so vieles an ihr. Wie unaufgeregt sie am nächsten Morgen war. Ein bisschen so, als käme es häufiger vor, dass sie neben einem fremden Mann aufwachte.

Er war so dumm! Hatte er sich wirklich in den vergangenen Wochen eingeredet, dass sie vielleicht mehr für ihn sein könnte als ein One-Night-Stand?

Der Tequila am Abend, die Knutscherei auf der Couch und danach die gemeinsame Nacht ... Das fühlte sich jetzt, mit dem Wissen um ihre Schwangerschaft, an, als wäre es für sie nichts Besonderes gewesen.

Und wenn er doch der Vater war? Wenn sie gar nicht so viele Männer in ihr Bett ließ oder seine Spermien eben die schnellsten waren neben Gott weiß wie vielen anderen?

Paul beschleunigte seine Schritte. Dieses baufällige, zugige Haus in der miesen Gegend im Norden von Boston war wohl kaum der richtige Ort, um ein Kind großzuziehen. Hannah hatte damit offenbar keine Probleme. Auch für Morg und seinen Kumpel Boobie war es völlig in Ordnung, so wie er die beiden kannte. Niemand störte sich daran - außer er selbst.

Aber da es sich offenbar nicht um sein Kind handelte - denn das konnte es doch unmöglich sein, oder? -, ging ihn das auch nichts an.

Er erreic

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