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Traum einer Sommernacht von Eichhorn, Andrea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.02.2016
  • Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
eBook (ePUB)
12,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Traum einer Sommernacht

Die junge Köchin Hanna lebt in einer langjährigen Beziehung mit Emil. Doch sie merkt immer mehr, dass sie andere Wünsche an eine Partnerschaft hat. Nach dem überraschenden Heiratsantrag von Emil bricht Hanna überstürzt nach München auf. Dort lernt sie in einer traumhaften Sommernacht Moritz kennen. Mit ihm fühlt sie sich sofort verbunden, und die beiden kommen sich näher. Doch Hanna reist zurück nach Kitzbühel. Auf Wunsch ihrer Mutter, die einen Herzanfall erlitten hat, versöhnt sie sich wieder mit Emil. Als ausgerechnet Moritz der neue Arzt im Dorf wird, ist das Gefühlschaos perfekt. Hanna ist hin und hergerissen zwischen ihren Gefühlen und dem Verantwortungsbewusstsein für ihre Mutter. Wie wird sie sich entscheiden? Die gebürtige Wienerin Andrea Eichhorn schrieb bereits als Kind gerne Geschichten. Nach ihrem Studium der Geschichte und Germanistik machte sie ihre Leidenschaft, das Schreiben, zum Beruf. Sie fühlt sich in verschiedenen Genres wohl: Romantische Kurzgeschichten, Kurzkrimis, Drehbücher für Fernsehsketche und Kindersendungen entspringen genauso ihrer Feder wie Quizfragen. Im Rosenheimer Verlagshaus sind bereits ihre Heimatromane 'Liebesglück in Tirol' und 'Im Zauber der Berge' erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 162
    Erscheinungsdatum: 15.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783475545702
    Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
    Größe: 1902 kBytes
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Traum einer Sommernacht

1

"Vergisst du mir auch ja ned die Spinatknödel und die Erbsensuppe, Hanna?", rief Isolde Wagner mit unverkennbar gereizter Stimme in die winzige Küche der "Alpenrose" hinein.

"Nein, Mama!", gab die Angesprochene mit gerunzelter Stirn zurück.

Dabei goss sie zerlassene Butter über die bereits auf dem Teller platzierten Spinatknödel, streute danach geriebenen Bergkäse darüber. So ganz kapierte sie selbst nicht, warum es auf einmal nicht nur auf dem Herd - natürlich, die Erbsensuppe! -, sondern auch in ihr drin immer heftiger zu brodeln begann. Noch mehr, als ihr Blick zu der großen Küchenuhr gewandert war. Kurz nach neun Uhr abends war es bereits, obwohl es eigentlich in dem kleinen Almgasthaus nur bis acht Uhr warmes Essen gab. Was Isolde aber gerne mal ignorierte, wenn bei schönem Wetter auch noch später Wanderer vom Wilden Kaiser mit knurrenden Mägen in der "Alpenrose" einkehrten. Hanna seufzte müde auf, stopfte sich zum wohl hundertsten Mal an diesem Tag eine lange widerspenstige Strähne zurück unter ihre Kochmütze. Seit geschlagenen zehn Stunden stand die gelernte Köchin bereits in der Küche, produzierte Spinatknödel, Kaiserschmarrn und Tiroler Gröstl am laufenden Band. Praktisch ohne Pause, wenn man von zwei kurzen Gängen auf die Toilette und einem Hüpfer hinaus ins Freie, um sich zumindest ein paar Minuten lang die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen, absah. Dennoch bedachte ihre Mutter sie mit einem Ton, als ob sie ein selten faules Stück wäre. Fast unmerklich schüttelte die Fünfundzwanzigjährige den Kopf. Sie verstand sich selbst nicht so recht. Bis jetzt hatte sie doch Isoldes herbe Art einfach hingenommen, meistens auf Durchzug geschaltet. Doch seit Kurzem fühlte es sich so an, als ob sie jeden Moment explodieren könnte. Offenbar war sie extrem dünnhäutig geworden ...

"Ich richte den Salat an", wurde sie da von der Resi, die ihr in den letzten beiden Stunden geschickt zur Hand gegangen war, aus ihren trüben Gedanken gerissen.

"Danke, du bist ein Schatz!", lächelte sie in Richtung der alten Dame mit dem hochgesteckten grauen Zopf.

Weit über siebzig war die ehemalige Bergbäuerin, die ihren Hof längst verkauft hatte und nun in einer kleinen Wohnung in Kirchberg, dem Nachbarort von Kitzbühel, wohnte. Mit den Worten "Fürs Stricken allein bin ich halt noch viel zu quirlig", hatte sie sich einige Monate zuvor bei Hannas Mutter mit einem ganz und gar nicht greisenhaften Augenzwinkern als Küchenhilfe vorgestellt.

"Und eine recht passable Köchin bin ich auch. Fragen S' einmal meine Enkelkinder!"

Seitdem arbeitete sie mehrmals die Woche für ein paar Stunden in der Küche der "Alpenrose", besserte sich damit ihre kleine Rente auf. Für Hanna ein wahrer Segen, denn allein war vor allem jetzt im Sommer der Ansturm der hungrigen Einkehrer kaum zu bewältigen. Außerdem verkörperte Resi mit ihrer herzlichen Art genau den Typ fürsorgliche Mutter, den sie sich insgeheim wünschte. Auch wenn sie vom Alter her eher ihre Oma hätte sein können. Wieder seufzte sie auf. Bestimmt war Isolde früher anders gewesen. Sie konnte sich noch gut erinnern, wie sie sie als kleines Mädchen in den Arm genommen oder ihr zwischendurch immer wieder lächelnd über die dunklen Locken gestrichen hatte. Lang, lang war's her ...

"Jetzt reicht's aber!", wies sich Hanna nun in Gedanken scharf zurecht, während sie nicht mehr ganz so beschwingt wie noch am Vormittag Würstel für die Erbsensuppe klein schnitt. Schließlich war sie kein kleines Kind mehr, das andauernd Streicheleinheiten brauchte! Außerdem hatte ihre Mutter es eben nicht einfach gehabt im Leben. Aus einer armen Familie stammend, hatte sie sich als junge Frau in den feschen Peter mit den geheimnisvollen grünbraunen Augen verliebt. Die gleiche Augenfarbe, die neben Peters dunkelbraunen kräftigen Haaren auch Hanna geerbt hatte, während ihre vier Jahre ältere Schwester Marie genauso blond und blauäugig wie Isolde war. S

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