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Traum von Scharf, Kurt (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.07.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Traum

Jemand unterzieht sich einem Experiment: Traum, Raum und Zwischenraum auszuloten. Die Realität wird in Frage gestellt, Antwort nur spärlich gegeben. Das Experiment wird abgebrochen. Irgendwer, mit gehörigem Abstand, schreibt ein Nachwort. geb. am 13. Mai 1954; Fernstudium am Leipziger Literaturinstitut (1978 bis 1981); lebt in Wolgast.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 524
    Erscheinungsdatum: 08.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741217913
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 470 kBytes
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Traum

Nacht zum 4. Februar

Von der Kaufhalle her, komme ich am Gymnasium vorbei.

Es ist heller Tag, ich gehe unbeschwert. Ich kenne, was ich sehe, genau.

Hier, die Gasse führt zu den Apfelbaumgärten. Die Häuser auf dem Wall, dort drüben, betrachten mich stumm. Ich schaue zu ihnen hinauf.

Selbst das Geröll, man hat die Straße ausgebessert, ist mir vertraut.

Nur jener riesenhaft große Stein, an der Einmündung zur nächsten Straße, der da mitten im Weg liegt, bleibt mir fremd. Kein Auto wird ihn umkurven können.

Ich habe, fällt mir ein, von dieser Verkehrsberuhigung nichts in der Zeitung gelesen.

Noch in Gedanken versunken, biege ich an der Ecke rechts ab. Ich korrigiere mich aber, ich muss doch nach links!

Die Häuser sind, wie ich sie immer schon kannte, nur dass sie bisweilen im Lichtschein flackern, im Lidschlag des Tages.

Auf einem blechernen Schild steht, in altdeutschen Lettern: Mildstraße.

Der Name ist mir unbekannt. Vielleicht habe ich falsch gelesen. Ich befrage ein Ehepaar, das grad vorüber geht. Der Name wird mir bestätigt.

Nun meinen die beiden, mir weiterhin helfen zu müssen, sie reden von anderen Straßen, hier in der Nähe, die mir allesamt unbekannt sind.

Wir gehen ein Stück. Ich würde, wäre es meine Stadt, doch alle Straßen kennen!

Zweigte hier nicht ein Weg, den Berg hinunter, rechts ab? Er fehlt jetzt.

Aber dort vorn gabelt sich die Straße, bildet ein V .

Ein Park, der hier nie gewesen, wird von einer Mauer umrandet.

Das Flackern ist stärker geworden. Schwarze Flecken, schattengleich, gleiten über alles.

Am V angelangt, wende ich mich nach rechts.

Die Straße ist sehr belebt.

Zwei Damen in Miniröcken flanieren an mir vorbei. Allerdings interessiert mich weitaus mehr jene junge Frau, dort vor dem Hauseingang. Sie trägt verwaschene Jeans, Schatten wandern über ihr Gesicht. Ich möchte die Schatten verbannen, wegwischen einfach.

Aber ich frage die Frau nur, ob ich mitkommen kann, mit ihr, ein Stück.

Sie hat nichts dagegen, schon ist sie an meiner Seite. Ihre Hand ruht auf meiner Hüfte und wandert nun weiter. "Dann können wir doch", sagt die Frau.

Den Schluss des Satzes höre ich nicht. Weil alles verblasst, weil ich erwache.

Wir wandern auf staubiger Straße, mein Begleiter und ich.

Ich bin mir nicht im klaren, ob jener, der da mit mir geht, vielleicht nur mein Schatten ist.

Bald ist der Andere neben mir, bald bleibt er zurück, als nähme die Sonne an uns, oder doch nur an mir, verschiedenes Maß. Es scheint auch so zu sein, als wolle mein Begleiter zuweilen meine Rolle übernehmen und mich an den Rand verdrängen.

Die ersten Stadthäuser tauchen auf.

Ein Fernfahrer lenkt seinen mächtigen Laster uns entgegen, und wendet ihn jetzt.

Als ich einsteigen will, verliere ich den Halt und hänge, an der Fahrertür pendelnd, in der Luft.

Der Fahrer merkt das nicht gleich, erst mein Begleiter macht ihn auf mich aufmerksam.

Nach einer Weile vermag ich, mich fester anzuklammern.

Beim nächsten Bremsmanöver lasse ich los, lande sanft auf der Straße.

Ich hatte gedacht, diese Stadt wäre eine Metropole, doch sind die ersten Häuser des Ortes augenscheinlich auch seine letzten.

Ein Bus kommt uns entgegen, ein Jeep auch, gemächlich tuckernd, erreicht uns.

Der Jeep hält, mit elegantem Sprung wechseln wir hinein. Da sitzen schon fünf oder sechs Leute. Wir reichen einander die Hände.

Ich blicke nach rechts. Dort schimmert der Himmel in allen erdenklichen Farben.

Aus einem Bergkegel, ansonsten ist die Landschaft flach, sprühen Farbkeile.

"Seht nur", sage ich, "wie ein Vulkanausbruch!"

Wir halten, nehmen mit allen Sinnen das herrliche, farbverzauberte Bild in uns auf.

Die bunten Flächen, die F

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