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Traumfrau mit Nebenwirkungen Roman von Fried, Amelie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.05.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Traumfrau mit Nebenwirkungen

Cora ist in ihrem Job als PR-Spezialistin äußerst erfolgreich, und die Männer liegen der Traumfrau zu Füßen. Als sie dreißig wird, läuft plötzlich alles schief: ihr Freund betrügt sie, ihre beste Freundin wird schwanger, ihr wichtigster Kunde springt ab. Coras sonst so unerschütterliches Selbstbewusstsein gerät ins Wanken. Dann taucht der coole Künstlertyp Ivan auf und trägt ihr eine ungewöhnliche Aufgabe an. Obwohl sie Ivan für einen arroganten Kerl hält, stellt sie sich der Herausforderung - und ihr Leben nimmt eine völlig unerwartete Wendung. Amelie Fried, Jahrgang 1958, wurde als TV-Moderatorin bekannt. Alle ihre Romane waren Bestseller. Traumfrau mit Nebenwirkungen, Am Anfang war der Seitensprung, Der Mann von nebenan, Liebes Leid und Lust und Rosannas Tochter wurden erfolgreiche Fernsehfilme. Für ihre Kinderbücher erhielt sie verschiedene Auszeichnungen, darunter den "Deutschen Jugendliteraturpreis". Zusammen mit ihrem Mann Peter Probst schrieb sie den Sachbuch-Bestseller Verliebt, verlobt - verrückt?. Bei Heyne erschien zuletzt der Roman Ich fühle was, was du nicht fühlst. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 12.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641145750
    Verlag: Heyne
    Größe: 575 kBytes
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Traumfrau mit Nebenwirkungen

EINS

E s war der Abend vor meinem dreißigsten Geburtstag. Ich hatte zweihundert Leute eingeladen, ein Buffet organi siert, eine Band engagiert. Es sollte die Party meines Lebens werden. Und ich war in Weltuntergangsstimmung. In zwei Stunden sollte es losgehen. Ich hatte eine alte Fabrikhalle gemietet und sie mit Video-Wänden, roten Samtvorhängen und Fackeln dekoriert. Ein New Yorker Rapper sollte auftreten, die schrillste Performance-Frau der Szene war gebucht. Zum Schluss sollte die Halle in Schaum versinken. Die halbe Stadt sprach seit Wochen von diesem Fest.

Ich stand lustlos vor dem Badezimmerspiegel und sprach mit mir selbst.

"Alte, du siehst zum Kotzen aus."

"Weiß ich, halt's Maul!"

"Kein Wunder, du bist ja keine zwanzig mehr."

"Sehr witzig."

Ich versuchte, mittels einer raffinierten Drehung aus einer Handvoll schwarzer Haarsträhnen eine avantgardistische Hochfrisur zu zaubern. Vergeblich. Meine Haare verweigerten ebenso den Gehorsam wie mein Gemütszustand.

Dann probierte ich es vor dem Kleiderschrank. Keine Lust auf gar nichts. Rot? Macht mich noch blasser. Schwarz? Würde meiner Begräbnisstimmung entsprechen. Rock? Hose? Kleid? Ich bin sowieso zu fett. Ihr könnt mich alle mal. Ich bleib zu Hause.

Das Telefon klingelte. Florian.

"Du, Cora, ich habe beruflich in Rom zu tun und hänge ein paar Tage dran. Carlo und Marina würden sich auch riesig freuen, dich wiederzusehen. Hast du Lust? Nimm die Abendmaschine, meine Sekretärin hat dir den Flug gebucht. Ich hol dich ab."

Mir verschlug es die Sprache. Nicht nur weil dieser Schnösel offenbar meinen Geburtstag vergessen hatte. Seit zwei Wochen hatte ich nichts von ihm gehört. Was bildete sich die ser Typ eigentlich ein? Dass ich seit Tagen auf seinen Anruf wartete?

Er hatte leider recht.

Florian war meine große Liebe, und ich seine.

Wir hielten es ohne einander nicht aus. Miteinander leider auch nicht. So trennten und versöhnten wir uns seit vier Jahren. Jede Trennung war "für immer", jede Versöhnung auch. Meine Freundin Uli verdrehte nur noch die Augen, wenn das Gespräch auf den Stand unserer Beziehungen kam.

"Heirate den Kerl endlich, oder schieß ihn in den Wind", so lautete ihr stereotyper Kommentar, wenn ich mich wieder mal bei ihr über Florian beklagen wollte.

Ich stellte mir vor, wie zweihundert Leute ohne mich feier ten. Ich müsste keine geschmacklosen Geschenke auspacken, keine Küsschen verteilen, keine Beileidsbezeugungen entgegen nehmen.

Kein Gastgeberinnen-Getue, kein Party-Small-Talk, kein Kater danach ...

Die Idee gefiel mir.

Ohne es zu merken, hatte ich bereits angefangen zu packen. Was Nettes zum Ausgehen, den Badeanzug für Strandaus flüge, eine Strickjacke für den kuscheligen Abend zu zweit. Carlo und Marina, unsere römischen Freunde, würden sicher Verständnis haben. Im Geiste sah ich uns schon in einem romantischen italienischen Landhaus, im Hintergrund Vivaldi- Musik, in der Hand ein Glas Rotwein. Mein Geliebter hatte die Kulisse bedachtsam gewählt, um mir nun endlich, nach Jahren der Irrungen und Wirrungen, einen Heiratsantrag zu machen. Ich würde zunächst zögern, ihn ein bisschen schmach ten lassen, aber dann ...

Das Telefon klingelte noch mal.

Aus der Traum. Von Rotwein wurde mir sowieso schlecht. Florian hatte nicht den geringsten Sinn für klassische Musik, und er dachte nicht daran, mich zu heiraten. Im Übrigen wollte ich auch nicht gehe

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