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Triebhaft, Teil 3 von Mar, Sascha del (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.02.2016
  • Verlag: Club der Sinne
eBook (PDF)
3,99 €
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Triebhaft, Teil 3

Tim ist ganz unten angekommen. Bei einem Raubüberfall auf eine Tankstelle entgleitet ihm die Situation komplett, und er muss untertauchen. Er lässt alles zurück und flieht unerkannt mit dem Nachtzug nach Budapest. Zunächst kommt er in einem schäbigen Bahnhofshotel unter und versucht, sich erneut als Stricher sein Leben aus Drogen und abartigen Sexpartys zu finanzieren. Allerdings lebt er nun in ständiger Angst, von der Polizei entdeckt zu werden und verliert weiter die Kontrolle über sich selbst. Mit immer härter werdenden sexuellen Ausschweifungen führt Tims Weg tiefer nach Osteuropa, bis es schließlich am Schwarzen Meer zur Katastrophe kommt.

Sascha del Mar - geboren am 19.08.1977 lebt in München. Bereits seit frühster Kindheit hat er sich für Literatur interessiert. Nach einem betriebswirtschaftlichen Studium arbeitet er heute als Banker. Nebenbei versucht er sich noch im Bereich Film und Fernsehen mit kleineren Rollen. Sascha del Mar schreibt seit 2014 für den Club der Sinne und hat hier bereits mehrere Titel veröffentlicht. Sein Spezialgebiet ist dabei die schwule Erotik mit all ihren Facetten. Im Club der Sinne: 'Triebhaft' 'Triebhaft, Teil 2' 'Triebhaft, Teil 3'

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 62
    Erscheinungsdatum: 26.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956046513
    Verlag: Club der Sinne
    Größe: 1418 kBytes
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Triebhaft, Teil 3

Es ist schlagartig ein paar Grad wärmer geworden, und der Schneefall ist in Regen übergegangen. Die Tropfen peitschen an die Fensterscheiben. Draußen rauscht die Nacht vorbei. Hin und wieder erhascht er einen Blick auf einen hell erleuchteten Punkt, aber er kann nicht erkennen, ob es sich um Straßenlaternen handelt oder Lichter einer Wohnung. Manchmal erkennt er die schwarzen Umrisse von Häuserfassaden, dazwischen die roten Rücklichter von Fahrzeugen, die in buntem Gewirr verschwimmen. Alles rast vorüber, und er kommt nicht mehr hinterher.

Tim sitzt stumm in einem leeren Abteil im Nachtzug von München in Richtung Budapest und blickt geistesabwesend aus dem Fenster. Das Licht hat er gelöscht. Es ist ein älterer Waggon - wahrscheinlich noch aus den achtziger Jahren. Tim glaubt das zumindest, weil sich in den Armlehnen der Sessel im Abteil noch ausklappbare Aschenbecher befinden. Wahrscheinlich werden auf den Nachtstrecken nach Osteuropa noch hin und wieder diese alten Züge eingesetzt. Das Licht im Abteil kann man komplett löschen. Nur eine winzige, orangefarbene Leuchte dimmt direkt über der Tür, die Tim mit den alten, muffigen und nach Zigarettenqualm stinkenden Abteilvorhängen zugezogen hat. Er ist allein. Seit sie den Münchner Hauptbahnhof verlassen haben, hat er keine Menschenseele bemerkt. Weder in den anderen Zugabteilen, noch waren irgendwelche Schritte oder Bewegungen im Gang wahrzunehmen.

Es ist schon fast gespenstisch einsam. Ein leerer Zug in der Dunkelheit. Seit geraumer Zeit fühlt er sich in der Dunkelheit wohler. Wenn die Schwärze ihn verschluckt und er unsichtbar ist, fühlt er sich frei.

Er versucht, an nichts zu denken. Er kämpft gegen die Bilder der Erinnerung an, wie sie immer und immer wieder versuchen, in sein Gehirn einzudringen. Er kämpft gegen die Stimme in seinem Kopf, die unaufhörlich auf ihn einredet, dass er ein verfluchter Mörder ist.

Wie konnte das alles passieren? Wann war genau der Punkt, als ihm alles entglitten ist? Als er Andrej verloren hat? Als er Sven kennenlernte oder als er nicht mehr von den Drogen losgekommen ist? Wahrscheinlich war dieser Punkt schon viel früher erreicht, und Tim hat einfach nicht aufgepasst. Dieser Gedanke bringt ihn schier zur Verzweiflung: Er hat die Kontrolle verloren und es nicht bemerkt!

Er klammert sich weiterhin verzweifelt an die schwarzen Umrisse, die am Zugfenster vorbeirasen, er hört auf das Prasseln des Regens und spürt den Wind, wie er durch das undichte Zugfenster zieht.

Dann überkommt ihn kurz die Müdigkeit, und er schließt die Augen. Ein Fehler. Denn in derselben Sekunde sieht er Biancas entsetzten Blick, als er den Abzug seiner Pistole durchdrückt. Er hört den gellenden Schrei aus ihrem Mund und wie sie sich die Hand auf den Oberkörper presst, bevor sie nach links wegkippt.

Was hat er nur getan?

Wenn ihm diese Geschichte jemand vor ein paar Monaten erzählt hätte, hätte er entsetzt abgewunken. Aber nun?

Er kann sich nur an diese entsetzliche Wut erinnern, die er in diesem Augenblick verspürte, als ihm Bianca die hässliche Fratze seines eigenen, verkorksten Lebens vor Augen führte. An die Stimmen in seinem Kopf, die urplötzlich still waren, als sich der Schuss löste.

Danach hat er irgendwie auf Autopilot umgeschaltet. Er hat keine Sekunde gezögert. Ganz kurz nur hat er daran gedacht, die Polizei zu rufen. Aber das tat er schließlich nicht. Die Kasse an der Tankstelle war noch immer geöffnet. Er wirbelte herum, und das gesamte Geld verschwand in seiner Tasche. Anschließend rief er einen Krankenwagen über sein Handy. Als er über die Isarbrücke Richtung U-Bahn hetzte, warf er das Telefon in das dunkle Wasser.

Kurze Zeit später stand er im Wohnzimmer seiner Eltern. Es war dunkel, und seine Familie war offensichtlich schon schlafen gegangen. Ohne auf irgendwelche Geräusche zu achten, durchsuchte er die Taschen seiner Eltern, auch weil er wusste, dass sein Vater ständig viel B

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