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Und jenseits der Berge das Leben von Musser, Elizabeth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2016
  • Verlag: Verlag der Francke-Buchhandlung
eBook (ePUB)
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Und jenseits der Berge das Leben

Die frühere Bibelschmugglerin Bobbie kehrt erstmals seit Jahren in die "Oase" zurück, eine christliche Einrichtung für Flüchtlinge, in der sie einst gearbeitet hat. Doch ihre Rückkehr nach Wien weckt schmerzliche Erinnerungen - an ihre verlorene Liebe Amir und ein Geheimnis, das sie seit Langem hütet. In der "Oase" begegnet Bobbie nicht nur Amir wieder, sondern wird auch mitten hineingezogen in das dramatische Schicksal des Iraners Hamid, der aus seinem Heimatland fliehen muss, weil er von der Religionspolizei verfolgt wird. Seine Tochter hat eine Kinderbibel geschenkt bekommen und so schweben nicht nur Hamid, sondern auch der Rest seiner Familie in größter Gefahr. Werden Bobbie und ihre Freunde sie in Sicherheit bringen können? Hier können Sie mehr über die Arbeit der "Oase" erfahren: oasis.iteams.org/deutsch.html

Elizabeth Musser wuchs in Atlanta auf. Seit dem Abschluss ihres Studiums englischer und französischer Literatur an der Vanderbilt Universität in Tennessee ist sie als Missionarin tätig. Heute lebt sie mit ihrem Mann Paul in der Nähe von Lyon in Frankreich. Die beiden haben zwei Söhne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 382
    Erscheinungsdatum: 01.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783868277883
    Verlag: Verlag der Francke-Buchhandlung
    Übersetzt von: Übersetzung: Müller, Julian
    Originaltitel: The long highway home
    Größe: 780kBytes
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Und jenseits der Berge das Leben

Kapitel 3 Bobbie 'Was machen wir denn morgen?' Das fragte mich Tracie jeden Tag. Ich hatte mir das Recht auserbeten, die ganze Reise zu planen und ihr nichts zu verraten. Ich tat so, als wolle ich sie überraschen, aber in Wahrheit schob ich nur das eigentliche Ziel unserer Reise auf - ein Ort außerhalb von Wien, der 'Die Oase' hieß. Doch ich drückte mich davor und dachte mir irgendwelche Ausreden für einen Zwischenstopp in Innsbruck aus. Aber Tracie ließ sich nicht hinters Licht führen. 'Wann fahren wir denn endlich nach Wien? Du denkst doch sowieso jeden Tag daran. Komm schon. Ich möchte nicht, dass uns am Ende die Zeit fehlt.' Am Ende fehlt die Zeit. Die Worte jagten mir einen Schauer über den Rücken. 'Du hast Recht. Es wird Zeit.' Wir standen auf einem der begrünten Plätze in Innsbruck, hinter uns rauschte der Inn, vor uns stand eine Gruppe alter Männer mit Schirmmützen, die Hände hinter ihren Rücken verschränkt. Aufmerksam verfolgten sie das Schachspiel zweier Kontrahenten auf dem riesigen Schachfeld am Boden. Die Schachfiguren waren enorm groß. Tracie war fasziniert davon. Ich warf meiner Nichte einen Seitenblick zu. Aus ihr war eine richtige junge Frau geworden, auch wenn sie gegenüber ihren fünf Brüdern ihren Mann hatte stehen müssen. Das Leben war kein Zuckerschlecken für sie gewesen. Ich liebte sie über alles, als wäre sie meine Tochter, und war froh, dass sie einmal aus ihrer gewohnten Umgebung herauskam. 'Ach, wenn das Leben doch immer so romantisch sein könnte. Wenn die Männer doch ehrlich wären und nicht gleich weglaufen würden, wenn die rosarote Brille mal abgelegt ist.' Sie wandte ihren Blick von den Liebespaaren im Park ab und starrte mich trotzig an. 'Einen Antrag sollte er mir an diesem Abend machen! Stattdessen bricht er mir das Herz und hatte noch nicht mal den Mumm, mir zu erklären, wieso!' Ihr kamen die Tränen. Ich legte ihr einen Arm um die Schulter und zog sie an mich. Ich hörte die Geschichte nicht zum ersten Mal. 'Ach Tracie, das tut weh, ich weiß. Aber du bist noch jung und lebendig und voller Fähigkeiten. Du wirst schon sehen. Es warten noch wundervolle Abenteuer auf dich.' Ich sah in ihr zweifelndes Gesicht, holte tief Luft und sagte: 'Ich war auch einmal verliebt, bis über beide Ohren.' Sofort wünschte ich mir, es nicht gesagt zu haben. Tracie wand sich aus meiner Umarmung und verschränkte die Arme. 'Okay, und weiter?' Ich zögerte. Noch nie hatte ich ihr davon erzählt, aber angesichts von Tracies verletztem und verhärtetem Gesichtsausdruck beschloss ich, ihr wenigstens einen kleinen Einblick in meine schmerzvolle Vergangenheit zu geben. 'Er war ein Flüchtling.' 'Also, ich höre. Wo hast du den Flüchtling getroffen?' 'Wir haben natürlich nicht Tag und Nacht nur Bibeln geschmuggelt. Es gab Zeiten, wo wir tagelang, wochenlang und sogar monatelang auf dem kleinen Grundstück außerhalb von Wien festsaßen und darauf warteten, die nächste Fahrt zu planen. Und dann gab es da noch Fred. Er besuchte regelmäßig das Flüchtlingsheim in unserem Ort und fing kurze Zeit darauf an, den Kindern und Frauen Englisch beizubringen und mit den Männern Schach zu spielen. Dann bot er Bibelstunden an und bald darauf lernten einige Flüchtlinge, von denen ein Großteil aus kommunistischen Ländern kam, Jesus kennen und wollten Christen werden.' 'Aha. Cool.' 'Es war sehr cool! Und wenn wir anderen vom Team nichts zu tun hatten, also keine Fahrt planten oder unterwegs waren, gingen wir mit Fred mit.' 'Und da hast du ihn dann kennen gelernt, den Herumtreiber?' Tracie zog gespannt die Augenbrauen hoch, hakte sich bei mir ein und wir schlenderten über den Platz. 'Ja.' Meine Stimme war kaum zu hören. 'Ja, das stimmt.' 'Tut mir leid, wenn ich ein schmerzvolles Thema anspreche.' Ich zuckte wieder mit den Achseln. 'Schmerz und Freude gehören zusammen.' 'Und was ist passiert?' Ich konnte nicht. Ich konnte seinen Namen nicht sagen, weil dann all die Erinnerungen, auch die schlimmste

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