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Und Johnny zog in den Krieg von Trumbo, Dalton (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.12.2013
  • Verlag: ONKEL & ONKEL
eBook (ePUB)
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Und Johnny zog in den Krieg

Neu übersetzt und illustriert - ein Klassiker der modernen Antikriegsliteratur Joe Bonham kommt zu sich. Nur langsam klären sich die Gedanken des 20-Jährigen und er realisiert, dass er in einem Krankenhaus liegt. Seine Erinnerungen kehren zurück. Erinnerungen an die Schlachtfelder des 1. Weltkriegs, einen Granateneinschlag, die Familie, die erste Liebe, die Zeit vor dem Krieg. Und nun liegt er in diesem Krankenhaus. Wo? Er weiß es nicht. Doch er wird es erfahren. Er wird erfahren, was der Krieg aus ihm gemacht hat. Er wird aufbegehren, sich aufbäumen, kämpfen. Sein Verstand ist lebendig und wütend, aber sein Körper ist tot - und niemand erkennt, dass Johnny bei vollem Bewusstsein ist. Dalton Trumbo zeichnet das Bild eines jungen Soldaten, der für die Versprechen von Vaterland, Freiheit, Demokratie und Ehre in ein fremdes Land zog, wo er nicht nur seine Zukunft verliert, sondern feststellen muss, dass es weit schlimmere Dinge gibt als den Tod. Dalton Trumbos Manifest gegen den Krieg erschien erstmals am 3. September 1939, zwei Tage nach dem Überfall der Wehrmacht auf Polen. In den USA wurde das Buch während des Vietnamkrieges mehrfach zensiert, in anderen Staaten gänzlich verboten. Und bis heute hat es nichts von seiner Aktualität verloren. "Und Johnny zog in den Krieg" gilt neben "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque als der moderne Klassiker der Antikriegsliteratur und die Zeit ist mehr als reif für eine Wiederentdeckung. Tina Hohls Neuübersetzung bringt den Roman sprachlich ins 21. Jahrhundert und Felix Gephart hat in seinen Zeichnungen eine eindringliche Bildsprache gefunden, die Historie mit zeitloser Aktualität verbindet. Dalton Trumbo (1905-1976) wurde 1939 für "Johnny got his gun" mit dem Vorläufer des National Book Award ausgezeichnet. Er war einer der gefragtesten Drehbuchautoren Hollywoods, aber auch bekennender Kommunist, weshalb er 1947 vor das Komitee für Unamerikanische Umtriebe (HCUA) geladen und zu 11 Monaten Haft verurteilt wurde. Dies beendete seine Hollywoodkarriere. Erst 1960 erfolgte seine Rehabilitation. 1971 verfilmte Trumbo selbst seinen Antikriegsroman mit Donald Sutherland in einer Hauptrolle.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 230
    Erscheinungsdatum: 06.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943945034
    Verlag: ONKEL & ONKEL
    Originaltitel: Johnny got his gun
    Größe: 2370 kBytes
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Und Johnny zog in den Krieg

Als sich die Tür am Fuß der Treppe hinter ihnen schloss begann seine Mutter ein wenig zu zittern. Ihre Stimme drang wie trockene Luft aus ihr hervor.

"Das ist nicht Bill. Es sieht so aus aber das ist er nicht."

Er tätschelte seiner Mutter die Schulter. Seine Schwester sackte wieder auf dem Boden in sich zusammen.

Das war alles.

Ja warum konnte das nicht alles sein? Wie oft musste er das denn alles noch mal durchleben? Es war aus und vorbei und warum konnte das verdammte Telefon nicht aufhören zu klingeln? Er war am Durchdrehen weil er einen Kater hatte einen schlimmen Kater und er hatte einen Albtraum. Gleich würde er aufwachen wenn es sein musste und ans Telefon gehen aber das sollte eigentlich jemand anders übernehmen wenn er auch nur ein bisschen Mitgefühl hatte denn er war müde und hatte die Schnauze voll.

Alles begann auf übelkeiterregende Weise zu verschwimmen. Es war so leise. Es war so verdammt still. Ein Katerkopfschmerz dröhnt und rumpelt und randaliert im Schädel. Aber das hier war kein Kater. Er war krank. Er war krank und er begann sich zu erinnern. Als erwache er aus einer Narkose. Aber man sollte meinen das Telefon würde irgendwann mal aufhören zu klingeln. Es konnte doch nicht ewig so weitergehen. Er konnte nicht wieder und wieder abheben und hören dass sein Vater tot war und dann durch die Regennacht nach Hause fahren. Er würde sich erkälten wenn er das noch oft machte. Außerdem konnte sein Vater nur einmal sterben.

Das Telefonklingeln war nur Teil eines Traums. Es hatte anders geklungen als jedes andere Telefonklingeln und jedes andere Geräusch weil es den Tod bedeutete. Schließlich war dieses Klingeln befremdlich war sehr befremdlich wie der alte Prof. Eldridge im Englischunterricht immer sagte. Und etwas Befremdliches vergisst man nicht aber es hat keinen Zweck zu viel daran zu denken. Dieses Klingeln und seine Botschaft und alles was damit zusammenhing lagen lange zurück und er hatte damit abgeschlossen.

Das Telefon klingelte schon wieder. Ganz weit entfernt hörte er es als dringe es in seinem Kopf durch einen Haufen Fensterläden. Es war als sei er festgebunden und könnte nicht rangehen und doch hatte er das Gefühl er müsste rangehen. Das Klingeln klang so einsam als würde Christus tief unten aus seinem Bewusstsein anrufen und auf eine Antwort warten. Doch es kam keine Verbindung zustande. Mit jedem Klingeln schien es einsamer zu werden. Mit jedem Klingeln wuchs seine Angst.

Er trieb wieder dahin. Er war verwundet. Er war schwer verwundet. Das Klingeln wurde leiser. Er träumte. Er träumte nicht. Er war wach obwohl er nichts sehen konnte. Er war wach obwohl er nichts hören konnte außer einem Telefon das in Wirklichkeit gar nicht klingelte. Er hatte furchtbare Angst.

Er erinnerte sich wie er als kleiner Junge Die letzten Tage von Pompeji gelesen hatte und mitten in der Nacht vor Grauen weinend aufgewacht war. Sein Gesicht war ins Kissen gepresst und er glaubte dass der Gipfel eines der Berge bei ihm zu Hause in Colorado in die Luft geflogen war und dass die Bettdecke Lava war und dass er darunter lebendig begraben war und dass er für immer sterbend dort liegen würde. Jetzt hatte er wieder dieses Gefühl keine Luft zu bekommen. Er hatte das gleiche feige Rumoren im Bauch. Er hatte unchristliche Angst deshalb sammelte er seine Kräfte und verhielt sich wie jemand der unter lockerer Erde begraben ist und sich mit den Händen an die Luft wühlt.

Dann wurde ihm schlecht und er würgte und wurde halb ohnmächtig doch der Schmerz zerrte ihn zurück. Er umfing seinen ganzen Körper wie eine elektrisch

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