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Und mit Polly kam das Glück Roman von Woods, Eva (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2019
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Und mit Polly kam das Glück

Es sind die kleinen Dinge des Lebens, die den größten Unterschied machen ... In Annies Leben läuft es momentan nicht gerade rund, und eigentlich weiß sie gar nicht mehr genau, wie es sich anfühlt, einfach glücklich zu sein. Bis sie Polly kennenlernt, die wie ein bunter Wirbelwind ihr Leben auf den Kopf stellt. Polly ist alles, was Annie nicht ist - optimistisch, voller Freude, eben glücklich. Und sie macht es sich zur Aufgabe, Annie in einhundert Tagen zu helfen, das Glück wiederzufinden. Anfangs skeptisch, spürt Annie doch bald, wie Pollys unwiderstehliche Lebensfreude auf sie abzufärben beginnt. Doch dann wird klar: Auch Polly braucht ihre neue Freundin mehr, als Annie sich hätte vorstellen können ... Dieser Roman ist unter dem Titel "Das Glück am Ende des Regenbogens" als Paperback erschienen. Eva Woods wuchs in Nordirland auf, verließ ihre Heimat nach der Schule jedoch und ging zum Studieren nach Oxford. Nach ihrem Abschluss lebte sie einige Zeit in Frankreich und China, kehrte dann aber nach London zurück, wo sie nun schreibt und Creative Writing unterrichtet. Sie liebt Wein, Popmusik und Urlaub, und sie ist sich sicher, dass Onlinedating das schlechteste Spiel ist, das je erfunden wurde.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 01.08.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641218522
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: How to be Happy
    Größe: 2272 kBytes
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Und mit Polly kam das Glück

Tag 1: Finde eine neue Freundin

"Verzeihung?"

K eine Antwort. Die Schwester in dem kleinen Büro hackte unbeirrt weiter auf ihre Computertastatur ein.

Annie versuchte es noch einmal. "Entschuldigen Sie."

Das war Stufe zwei auf ihrer Empörungsskala, die etwas ungehaltener ausfiel als jene, mit der sie Touristen bedachte, die die Rolltreppe blockierten, etwas nachsichtiger jedoch als jene, die sie sich für Leute aufsparte, die in der U-Bahn freie Sitzplätze mit ihren Taschen blockierten.

"Hören Sie mal!", schaltete sie jetzt auf Stufe drei: Parkplatz wegschnappen, Regenschirm ins Gesicht schlagen und so weiter. "Könnten Sie mir bitte helfen? Wie lange soll ich noch warten?"

Die Frau tippte unbeirrt weiter. "Wie bitte?"

"Ich muss die Adresse auf einer Patientenakte ändern lassen. Man hat mich mittlerweile zu vier verschiedenen Stellen geschickt."

Die Schwester hinter dem Empfangstresen streckte die Hand aus, ohne aufzublicken, um von Annie das Formular entgegenzunehmen. "Geht es um Sie?"

"Nein."

"Die Patientin muss die Anschrift selbst ändern."

"Das kann sie leider nicht", gab Annie ungehalten zurück und fügte spitz hinzu: "Was mehr als ersichtlich wäre, wenn jemand in diesem Krankenhaus sich die Mühe machen würde, einen Blick in die Akte zu werfen."

Das Formular segelte auf die Theke. "Ich darf sie nicht v on einer anderen Person ändern lassen. Datenschutz, Sie ve rstehen."

"Aber ..." Entsetzt spürte Annie, dass sie drauf und dran war, in Tränen auszubrechen. "Sie muss geändert werden, damit die Post an mich geschickt wird. Die Betroffene selbst ist nicht mehr geschäftsfähig. Deswegen bin ich hier. Bitte! Sie müssen nur die Adresse ändern. Ich verstehe nicht, was daran so schwierig sein soll."

" Tut mir leid." Die Schwester rümpfte die Nase und zupft e an einem ihrer Fingernägel.

Annie griff nach dem Blatt Papier. "Hören Sie, ich bin inzwischen seit Stunden in diesem Krankenhaus, wurde von einer Stelle zur anderen geschickt. Patientenarchiv. Neurologie. Ambulanz. Empfang beim Eingang. Verwaltung. Zurück in die Neurologie. Keiner hier scheint einen blassen Schimmer zu haben, wie man diese simple Angelegenheit erledigt. Ich habe heute noch nichts gegessen, habe nicht geduscht, und ich kann nicht nach Hause, bis Sie nicht ein paar Zeilen in Ihren Computer getippt haben. Mehr müssen Sie nicht tun."

Die Frau mittleren Alters schaute immer noch nicht auf. Klack, klack, klack. Annie spürte Wut in sich aufwallen, Schmerz, Verzweiflung.

"Würden Sie mir vielleicht endlich zuhören?"

Sie streckte den Arm aus und drehte abrupt den Monitor herum. Die Augenbrauen im Gesicht der strengen Schwester verschwanden empört unter ihrem toupierten Haar.

"Ma'am, wenn Sie das nicht sofort unterlassen, werde ich den Sicherheitsdienst rufen ..."

"Und ich verlange, dass Sie mich anschauen, wenn ich mit Ihnen spreche. Ist das denn zu viel verlangt? Bitte , helfen Sie mir." Jetzt weinte sie wirklich, bittere, salzige Tränen. "Es tut mir leid. Wirklich. Ich möchte ja nur, dass Sie diese Adresse für mich ändern."

"Hören Sie, Ma'am ..."

Die mürrische Frau plusterte sich schon zur Abwehr auf, und ihr Mund öffnete sich - vermutlich um Annie mitzuteilen, wo sie sich ihre Adresse hinstecken konnte. Doch in dem Moment passierte etwas Seltsames: Statt sie anzuschnauzen, verzog sich ihr faltiges Gesicht zu einem Lächeln.

"Hey, Polly. Alles in Ordnung?"

Annie wirbelte herum. In der Tür des schäbigen Kabuffs stand eine große, schlanke junge Frau, die in sämtliche Regenbogenfarben gehüllt war. Rote Schuhe. Lila Strumpfhose. Ein Kleid im leuchtenden Gelb sizilianischer Zitronen. Dazu eine grüne Strickmütze. Ihr Bernsteinschmuck schimmerte in einem warmen Orange, und ihre Augen waren von einem inten

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