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Und plötzlich Liebe Roman von Klatt, Myriam (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.03.2019
  • Verlag: Aufbau Verlag
eBook (ePUB)
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Und plötzlich Liebe

Liebe will riskiert werden! Alle mögen Maja. Weil sie immer da ist, zuhört, Blumen gießt. Maja mag ihren unaufgeregten Job im Reisebüro (seit 6 Jahren), ihren Freund Stephan (auch seit 6 Jahren) und YouTube-Tutorials zum Thema Basteln (seit sie denken kann). Dann schickt ihre Chefin sie nach Bolivien, und mit einem Mal steht alles Kopf: Nicht nur verknallt Maja sich in den Tour-Guide Nilo, mit ihm lernt sie auch das Abenteuer lieben. Zurück in Berlin versucht sie, schnell und unauffällig, ihr Leben wieder unter Kontrolle zu bringen. Doch plötzlich spürt sie, dass sie Sehnsucht hat - nach Nilo und danach, endlich einmal nein zu sagen... Ein unglaublich witziger Roman darüber, was passiert, wenn man versucht, endlich einmal Nein zu sagen. Myriam Klatt, geboren 1984, studierte Literatur und Politik und lebt heute als freie Autorin und Redakteurin in Berlin. Im Aufbau Taschenbuch sind ihre Romane 'Liebe geht immer" und 'Und plötzlich Liebe' lieferbar.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 15.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841217301
    Verlag: Aufbau Verlag
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Und plötzlich Liebe

Kapitel eins

Der allererste Tag der allerschlimmsten Wochen meines Lebens beginnt mit den allertypischsten Worten: "Bienchen", sagt Stephan, "wir müssen reden." "Reden?", japse ich zurück und weiche dabei nur knapp einem feuchten Hundehaufen aus, den ein mindestens kalbsgroßer Hund genau in die Mitte des Weges platziert hat. "Jetzt?" "Warum denn nicht?", fragt er und umrundet ohne hinzusehen einen übervollen Mülleimer und ein Sammelsurium aus Altkleidern.

Mit einem leicht gequälten Lächeln nicke ich. Obwohl wir seit zwei Jahren jeden Morgen sechs immer gleiche Runden um den Arnimplatz drehen, bin ich nicht fitter geworden. Muss ich auch nicht. Mein Körper hat eine natürliche Tendenz zur gesunden Form - zum Köpfe verdrehen reicht es auch ohne Sport: Hochgewachsen, naturblond, mit schwungvollen Hüften und vollen Brüsten musste ich nie Komplexe haben. Einbilden tue ich mir darauf allerdings nicht besonders viel, zumal gute Gene in meinem Fall nicht dabei helfen, das tägliche Training zu absolvieren. Aber Stephan liebt es, immerzu und überall zu laufen, zu rennen und zu springen, und was für eine herzlose Freundin wäre ich denn, wenn ich ihm den kleinen Gefallen nicht tun würde, mit ihm gemeinsam um unser Kiezgrün zu joggen? Jeden. Verdammten. Morgen.

"Also, ich wollte noch mal die Sache mit dem Sommerurlaub besprechen ..."

"Wel...che Sa...che denn?"

"Na, ich hatte überlegt, ob wir vielleicht mal woanders hinfahren wollen als immer in den Schwarzwald?"

"Wa...ru...mmm?"

Stephan wirft mir einen besorgten Seitenblick zu und legt mir im Laufen die Hand auf den Arm. "Lass uns mal langsamer machen, okay? Du bist schon ganz rot im Gesicht!"

"Ar...beit ...", ächze ich.

"Wenn du mal fünf Minuten zu spät kommst, geht doch die Welt nicht unter, Biene!"

Das sehe ich anders. Und meine Chefin Antonia sicher auch.

"Also jedenfalls, ich dachte, wir könnten doch vielleicht mal weiter weg. So richtige Erholung in der Ferne. Du kennst doch bestimmt einhunderttausend wunderschöne Orte!"

"Schon, ja. Das lässt sich nicht vermeiden, natürlich", ich zupfe nervös meinen honigblonden Pferdeschwanz zurecht, "aber Reisen verkaufen ist das eine, Reisen machen ... außerdem ist es doch fast so was wie unsere Tradition, nach Titisee-Neustadt zu fahren. Und dieses Jahr ist unser Jubiläum, Stephan! Da will ich nicht ins Ungewisse, sondern dahin, wo ich mich zu Hause und wohl fühle!"

"Ich weiß, was du meinst, Maja. Aber irgendwie ist das auch genau das, was ich meine, nur halt umgekehrt ... immer das gleiche Haus, die gleichen Leute, das ist doch auf Dauer irgendwie ... eintönig. Warte mal eben", unterbricht er sich und ist dann mit vier riesigen Schritten beim Parkeingang, wo sich der flatternde Sommermantel einer jungen Mutter mit Buggy im struppigen Gebüsch verfangen hat. Ihr Kind brüllt sich die Seele aus dem Leib, während sie verzweifelt mit Zweigen und Blättern kämpft, aber partout nicht aus der Böschung raus- und an das Kleine rankommt. Dann ist mein Freund bei ihr, befreit sie mit ein paar schnellen Handgriffen aus der Umklammerung der Bepflanzung. Ein Rettungssanitäter selbst außerhalb der Dienstzeiten. Die strichdünne Frau mit der riesigen schwarzen Brille und dem knallroten Lippenstift bedankt sich strahlend und schnappt sich erleichtert das Baby, das sogleich aufhört zu schreien und sich quietschend an ihre Brust schmiegt.

"Sorry. Wo waren wir? Ach ja, der Urlaub ..."

Schade, dass er das nicht vergessen hat. Wir ziehen das Tempo wieder ein bisschen an, und ich seufze keuchend. "Du kannst doch mit Matti fahren. Oder mit deinem Bruder!"

"Aber ich will doch mit dir weg! Nicht mit Matti. Außerdem wäscht er sich nicht."

"Und warum dann nicht so wie immer?"

"Biene ..."

"Stephan, ich habe Flugangst!"

"Das weiß ich doch. Ich sage ja auch nicht, wir sollen nach Patagonie

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