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Und vor uns liegt das Glück Roman von Bosco, Federica (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.12.2019
  • Verlag: Penguin Verlag
eBook (ePUB)
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Und vor uns liegt das Glück

Ein geteiltes Pausenbrot macht sie zu Freundinnen fürs Leben. Doch das Schicksal hat andere Pläne ... Ludo und Cate sind beste Freundinnen, seit sie damals auf dem Schulhof ihre Pausenbrote getauscht haben. Dabei könnten die beiden nicht unterschiedlicher sein: Ludo ist still und zurückhaltend, Cate laut und voller Energie. Als Cate nach einem Jahr in Australien schwanger und ohne den Vater ihres ungeborenen Kindes zurückkehrt, ist Ludo da, um ihr zu helfen. Doch dann erkrankt Cate an Leukämie und bittet Ludo, in Australien den Vater ihres Kindes zu suchen. Ludo findet Matt, und obwohl sie sich dagegen wehrt, verliebt sie sich in ihn. Was Ludo jedoch nicht weiß: Cate hat gehofft, dass genau das passieren wird ... Federica Bosco arbeitet als Autorin und Drehbuchautorin und hat schon zahlreiche Bestseller veröffentlicht. In "Und vor uns liegt das Glück" erzählt sie von einer wunderbaren Freundschaft, der großen Liebe und dem Schicksal, das alles verändern kann. Sie lebt in Mailand.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 09.12.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641238001
    Verlag: Penguin Verlag
    Originaltitel: Ci Vediamo un Giorno di Questi
    Größe: 2345 kBytes
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Und vor uns liegt das Glück

1.

Es ist nur schwer vorstellbar, dass es jemals zwei Menschen gegeben hat, die gegensätzlicher waren als Cate und ich.

Nicht einmal bei langem Überlegen konnten wir eine Gemeinsamkeit finden: Sie hatte absolutes Vertrauen in ihren Nächsten, ich misstraute sogar meinem eigenen Schatten; sie strahlte wie ein Leuchtfeuer, ich höchstens wie ein Glühwürmchen; sie war auf jeder Party die Rose, ich das Gänseblümchen.

Und doch waren wir seit unserer ersten Begegnung auf dem Schulhof, als wir uns nebeneinander auf dem Mäuerchen wiederfanden und lustlos unsere Pausenbrote betrachteten, unzertrennlich geworden.

"Was hast du auf deinem Brot?", hatte sie mich gefragt.

"Schinken ...", antwortete ich niedergeschlagen. "Wie immer."

"Würdest du gegen zuckerfreie Hirsekekse tauschen?", fragte sie mich halbherzig. "Backt meine Mama selber."

Ich gab ihr mein Schinkenbrötchen und sie reichte mir mit schuldbewusster Miene ihre Papiertüte.

"Ich warne dich ... die schmecken echt eklig!"

"Macht nichts, ich hab sowieso keinen Hunger", versicherte ich ihr.

Ihre großen Augen leuchteten glücklich auf, als sie in das Schinkenbrötchen biss.

"Aber wenn meine Mama dich fragt, hab ich niemals Schinken gegessen, okay?", sagte sie mit vollem Mund. "Sie ist Makrobiotin, und wenn sie erfährt, dass ich totes Tier gegessen hab, dann lässt sie mir den Magen auspumpen!"

Ich nickte stumm, ohne die geringste Vorstellung davon, was das war, eine Makrobiotin, aber unendlich stolz darauf, mit jemandem ein Geheimnis zu teilen.

Dann öffnete ich die Papiertüte, steckte die Hand hinein, zog einen Keks heraus und steckte ihn in den Mund.

Eine fade schmeckende, zähe Masse klebte an meinen Zähnen.

"Die schmecken wirklich eklig!", nuschelte ich mit vollem Mund.

Wir mussten gleichzeitig lachen und prusteten Keks- und Brötchenkrümel heraus.

Von diesem Augenblick an waren wir Freundinnen.

Ich hatte nicht viele Freundinnen.

Um die Wahrheit zu sagen, hatte ich überhaupt keine.

Vielleicht weil ich rote Haare hatte und bleich wie ein Gespenst war, vielleicht aber auch nur, weil ich schüchtern und unscheinbar war, ein Gänseblümchen eben. Jedenfalls gehörte ich keiner Gruppe an, wurde nie zu Geburtstagen eingeladen und beim Volleyball immer als Letzte und mit einem resignierten Seufzer in ein Team gewählt.

Cate war die Erste gewesen, die mich angesprochen hatte, ohne ein brüskes "Rück mal!" oder "Lass mich mal abschreiben!", die typische Anrede, seit ich in die Mittelstufe gekommen war. Plötzlich für eine Mitschülerin sichtbar zu sein, war eine vollkommen neue Erfahrung für mich.

Ab dem 18. April 1990 war ich nicht länger ein Geist.

Es war ein Mittwoch, um genau zu sein.

Am Nachmittag jenes Tages fuhren wir zufällig im selben Bus, und sie lud mich tatsächlich ein, mich neben sie zu setzen.

Ich war vom Typ her eher still und zurückgezogen, aber zum Glück war Cate ein Mädchen, das munter drauflosplapperte, und als sie an ihrer Haltestelle ausstieg, rauschte die plötzliche Stille mir förmlich in den Ohren.

Ich klebte mit der Nase an der Scheibe und lächelte ihr zu, bis der Bus wieder anfuhr, und sie winkte mir zum Abschied. Dann rollte sie die Schultern, um die Träger ihres Rucksacks zurechtzurücken und entfernte sich.

Cate brachte mich zum Lachen.

Sie polsterte meine ungemütlich harte und kantige Welt ab.

Bislang hatte ich mich in meinem Leben immer nur als Gast gefühlt und wollte um Gottes willen nicht auffallen, während Cate sich über nichts Gedanken machte.

Keine Ahnung, was uns an der jeweils anderen anzog.

Besser gesagt, ich habe nie verstanden, was sie an mir so anziehend fand, aber ich glaube, dass sie sich diese Frage nicht einmal gestellt hat: Cate war wie Schwarz, sie passte einfach zu allem.

In den folgenden Jahren machten wir fast jeden N

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