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Ungezähmt und wunderschön von Marshall, Paula (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.12.2013
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Ungezähmt und wunderschön

Niemand könnte schlechter vorbereitet sein auf die strenge Etikette der Londoner Society als die blutjunge, ungestüme Lady Cressida Mortimer, die nach dem Tod ihres Vaters als Mündel in die Obhut von James Chavasse, Earl of Lydale, kommt. Aufgewachsen in Italien, hat sie an den Archäologiestudien und Ausgrabungen des Vaters Teilgenommen und weder ihren Wissendrang noch ihr Temperament je zügeln müssen. Doch so sehr der Earl die Freizügigkeit seines Müdels schockiert, so fasziniert ist er von ihrem sprühenden Charme. Auch James' Neffe Frank und dessen Freund Barrett können sich Cressys' Ausstrahlung nicht entziehen. Und der Earl, der doch selbst Frank als Gatten für Cressy auserwählt hat, spürt plötzlich, wie der Stachel der Eifersucht in ihm bohrt. Nach einem hitzigen Streit mit Cressy bricht sich die Leidenschaft Bahn. Aber so sehr sie einander auch begehren - der Altersunterschied und Cressys Stellung im Haus verbieten diese Liebe...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 16.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954467846
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 592 kBytes
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Ungezähmt und wunderschön

1. KAPITEL

"Das Herz hat seine Gründe, die der Verstand nicht kennt."

Pascal

"Niemand, ich wiederhole, niemand würde es für möglich halten", behauptete Lady Louisa Bampton in tragischem Ton, "dass mein verstorbener Schwager so furchtbar nachlässig sein konnte. Oh, ich weiß", fuhr sie fort und fächelte sich mit einem kostbaren Spitzentaschentuch Kühlung zu, "er war ein Exzentriker. Wie anders sollte man einen anglikanischen Bischof und Earl bezeichnen, der nicht an Gott glaubte?" Gequält verdrehte sie die Augen. "In Italien grub er die Ruinen einer Stadt aus, die fast zweitausend Jahre lang unter der Erde gelegen hatte, heiratete meine bedauernswerte junge Schwester, zeugte eine Tochter, die er zu seiner Sekretärin ernannte, als sie vierzehn Jahre alt war ... Und dann segnet er rücksichtsloserweise das Zeitliche, wenn sie erst achtzehn ist, nachdem er ausgerechnet James Lyndale zu ihrem Vormund bestimmt hat!"

"Sei doch fair!", bat ihr Bruder, Gervase Markham. "Zweifellos wollte Silchester sie seinem alten Freund überantworten, Lyndales Vater, der weiß Gott sehr seriös war. Ich glaube, seine Ausgrabungen in Herculaneum nahmen ihn so in Anspruch, dass er nichts vom Tod seines Freundes erfuhr. Und ebenso wenig konnte er wissen, welch ein Einsiedler und Sonderling dessen Sohn geworden ist."

"Wie soll er denn für das Mädchen sorgen?", jammerte Lady Bampton. "Wahrscheinlich will er das auch gar nicht."

Geduldig erklärte Gervase seiner Schwester, wie es zu der beklagenswerten Situation gekommen war. "Im Testament wird James Chavasse, Earl of Lyndale, zum Vormund ernannt. Welcher Earl gemeint ist, bleibt unerwähnt. Als Silchesters Testamentsvollstrecker fragte ich die Anwälte, ob man Lyndale irgendwie daran hindern könnte, die Vormundschaft zu übernehmen. Aber da gibt es keine Möglichkeit. Lyndale ist eindeutig James Chavasse und unsere Nichte leider sein Mündel."

"Ein weiteres Beispiel für die Unvernunft unseres Schwagers! Welch ein Durcheinander! Und du sagst, das Kind habe Italien verlassen, um nach England zu reisen? Wann wird es eintreffen?"

Gervase hüstelte nervös. "Nun, Cressida ist schon hier. Gestern Abend wurde sie meiner Obhut übergeben. Ich möchte dich bitten, sie vorerst aufzunehmen, mitsamt ihrer Gesellschaftsdame, bis wir sie nach Haven's End schicken können."

"Haven's End", seufzte Lady Bampton bedrückt. "Dieses arme, verwaiste kleine Ding! Warum hast du sie nicht sofort zu mir gebracht, Gervase?"

"Sie sitzt mit ihrer Gesellschafterin im Damenzimmer, und Brunton serviert heiße Schokolade. Eigentlich wollte ich vor ihrer Ankunft in England mit dir sprechen. Ich hatte sie erst in einer Woche erwartet, aber wegen des günstigen Winds kam das Schiff schneller voran. Bitte, sag ihr nichts von unserer Sorge. Wir sollten uns von Vorurteilen befreien und erst einmal abwarten, wie Lyndale sie behandeln wird. Seien wir vorsichtig, Louisa. Wir dürfen auch nicht erwähnen, wie sehr wir den Leichtsinn ihres Vaters missbilligen. Vermutlich standen sich die beiden sehr nahe."

"Der Butler serviert ihr Schokolade!", stöhnte Lady Bampton, die sich über die unwichtigsten Dinge aufzuregen pflegte. "Und wie konnte sie ihrem Vater nahe stehen? Immerhin war er über siebzig. Armes Kind! Wenn Cressida Trost suchte, vermochte sie sich immer nur an Silchester zu wenden. Sie braucht die Liebe einer Frau. Welch ein Jammer, dass sie ihre Mutter nie gekannt hat! Hier, im Kreis fremder Menschen, wird sie sich ganz verloren fühlen."

"Nun ja ..." Gervase Markham hüstelte etwas unbehaglich. "Das sollte man erwarten. Aber vielleicht müsste ich dich warnen ..."

"Warnen?" Lady Bampton hob die Brauen. "Wovor, Gervase? Sie ist doch präsentabel?"

"Gewiss. Am besten bringe ich sie jetzt zu dir."

"Ja, natürlich. Ich bedaure nur, dass wir das arme kleine Ding bald zu Lyndale schicken müssen. Er hat die Vormundschaft doch angenommen?"

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