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Unknorke Roman von Niedereichholz, Lars (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2014
  • Verlag: Fahrenheit
eBook (ePUB)
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Unknorke

Marc blickt dem Ernst des Lebens ins Gesicht: schmales Reihenhaus, vollschlanke Ehefrau und ein herausfordernder Säugling - das ganze Programm eben. Jetzt muss dringend Geld her. Was bietet sich in dieser Situation für eine Lösung an? Ist doch klar: ein Job als AssistentIn der Geschäftsleitung. Und zwar nicht irgendwo, sondern in einer ökologischen Bank. So, das klingt schlimm? Das ist es auch. Ziemlich schlimm ...

Lars Niedereichholz, Jahrgang 1968, ist seit 1997 als Mundstuhl-Comedian nicht mehr aus den deutschen Stadthallen, CD-Regalen, Radio- und Fernsehshows wegzudenken. Der sympathische Echo-Preisträger lebt mit seiner Familie im Taunus bei Frankfurt. "Unknorke" ist nach unzähligen Kolumnen und Bühnenstücken sowie einer Million verkauften CDs und DVDs sein erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 14.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492981057
    Verlag: Fahrenheit
    Größe: 621 kBytes
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Unknorke

Riesenstress

Jacqueline ist seit über einer Woche im Urlaub, und es ist die Hölle. Sie hat ihr Telefon auf mich umgestellt, und es klingelt ununterbrochen, bis ich beschließe, den Apparat auf lautlos zu stellen und zu ignorieren.

Nadja begleitet mich fast jeden Morgen, geht mit Thomas-Max in die Kindertagesstätte in der Filiale und erzählt mir abends, was wir in unserem Leben alles verändern müssen. Strahlungsarme Telefone. Bettdecken mit Heufüllung. Wasserfilter auf Kieselsteinbasis. Ausrichtung des Bettgestells diagonal zur Mondlaufbahn. Und so weiter.

Außerdem fühle ich mich von den beiden Pickeljungs in ihrem getunten VW Polo extrem beobachtet, vor allem, seit ich morgens so oft mit Nadja und dem Kind unterwegs bin.

Fast jeden Morgen fahren sie im Schritttempo neben mir her, machen mit den Armen Bewegungen, die irrsinnige Fettleibigkeit andeuten sollen, und zeigen dabei auf Nadja oder rufen mir einfach "Schwule Sau" oder "Homo" hinterher. Dann lachen sie sich halb tot und geben Vollgas.

Wenigstens hat es endlich aufgehört zu regnen.

Ich beschließe, mir für meinen PC ein Fernsehantennenzusatzmodul zu besorgen, welches in einen freien Steckplatz am Rechner gesteckt wird und mit dem man Satelliten- TV empfangen kann. Schließlich muss ich als AssistentIn der Geschäftsleitung immer topaktuell informiert sein, um die besten Entscheidungen im Sinne der Firma treffen zu können.

Es funktioniert sofort. Hundertvierunddreißig Programme. Zufällig bleibe ich auf der Vierundsiebzig hängen und beobachte gebannt hünenhafte Männer in Holzfällerhemden, mit Armen wie Kartoffelsäcke und Händen wie Gullydeckel, die mit riesigen Kettensägen und gigantischen Äxten herumhantieren.

"Das Eintreiben des Keils mit bis zu acht Schlägen ist erlaubt, aber gemäß den Regeln muss eine gerade Scheibe abgesägt werden. Und das wird ein extrem enges Rennen hier, ououou, da ist er einmal aus dem Rhythmus gekommen, das wird schwer ..."

Ich schaue bereits seit Minuten die Stihl Timberland Weltmeisterschaft für Sportholzfäller , als Almut den Raum betritt: "Ich versuche schon den ganzen Morgen, dich zu erreichen, ist dein Telefon kaputt? Und ... was machst du denn da?"

"Äh. Mittagspause."

Ich fuchtele ein wenig mit den Händen und hacke auf die Tastatur ein, bis wieder der normale Bildschirm erscheint, immerhin ein Dokument, auf dem sämtliche Mitglieder aller regionalen Ökologie-Gruppen nach Postleitzahlen sortiert aufgelistet sind.

Ich wende mich dem Bildschirm zu und studiere angestrengt die Namen, dabei brabbele ich völlige Konzentration vortäuschend so etwas wie: "So, dann wollen wir mal schaun."

"Marc?"

Mein Ablenkungsmanöver hat nicht funktioniert.

"Mittagspause? Es ist gerade mal zehn Uhr morgens, ne. Was soll das denn?"

Almut hat eine ganz erregte, aber irgendwie müde Stimme, als sie das sagt. Sie unterstellt mir, dass ich bis jetzt noch immer nicht die Einladungen zum TRÖG rausgeschickt habe (o.k., da hat sie recht), dass ich nicht auf sie zugekommen sei wegen der TRÖG -Tagesordnung (auch dies stimmt), dass ich wahrscheinlich noch keinen Veranstaltungsraum für das TRÖG gebucht (auch richtig), geschweige denn ökologisch und biologisch einwandfreies Essen für die Mittagspause oder ein passendes Rahmenprogramm organisiert habe (korrekt beobachtet).

Dass ich eigentlich noch gar nichts gemacht habe, seit ich hier arbeite (na ja ...).

Dass sie sich frage, ob etwas an meiner Motivation nicht stimme und dass Arnulf sich das auch frage.

"Selber!", will ich sagen, finde es dann aber unpassend und sage lieber: "Hey. Moment mal. Und was ist mit dieser Reorgakiste Kreditdingens?"

Almut wird jetzt sehr gereizt.

"Das Projekt 'Reorganisation de

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