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Unruhiges Leben Die Wege eines europäischen Kosmopoliten von Rösler, Klaus-Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.02.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Unruhiges Leben

Ein Gesamtlebensweg. Von Hirschberg im Riesengebirge, heute Jelenia Gora (Polen), nach Breuberg im Odenwald. Das Buch schildert ein wechselvolles, unruhiges Leben, beginnend 1945 mit der Odyssee einer Flucht vor der heranrückenden russischen Armee. Es ist ein Rückblick auf besondere Ereignisse und Erlebnisse während vieler "Reisen" durch die ganze Welt - auch die Flucht mag als besondere "Weltreise" gesehen werden. Ob privat oder geschäftlich, der Autor hat das Erinnerte sehr anschaulich in Wort und Bild festgehalten. Die Kamera war dabei sein ständiger Begleiter. Durch die Begegnung mit besonderen Menschen in Deutschland und weltweit wurden sein Sinn für Gerechtigkeit, humanes Denken und Handeln geprägt - als Europäer und Weltbürger. Klaus-Peter Rösler, Jahrgang 1941, seit frühester Jugend politisch interessiert. Arbeiterkind, Gymnasium, Fernstudium Maschinenbau, Tätigkeit als Konstrukteur, dann als Kundendienstleiter. Studium an der Fern-Universität Hagen im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft. Danach Leiter Export. Mit 54 Jahren Gründung eines eigenen Unternehmens im Bereich "Baumaschinen und Maschinen wie Anlagen zur Verarbeitung feuerfester Massen", z.B. für Hochöfen. Dies hatte auch den Vertrieb und die Beratung vor Ort zum Inhalt, insbesondere im asiatischen und arabischen Raum, wie auch in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 172
    Erscheinungsdatum: 19.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741260360
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 5475 kBytes
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Unruhiges Leben

I. Entwicklung, Prägung, Erfahrungen

Flucht, Kindheit und Heranwachsen

Etwas mehr als drei Jahre nach meiner Geburt am 31.12.1941 in Hirschberg im Riesengebirge, begann die Flucht vor den heranrückenden Russen mit meinen Geschwistern und der Mutter. Die Aufzeichnungen hierüber hat großteils mein zehn Jahre älterer Bruder Gerhard gemacht und diese im Buch "Geschichte der Gemeinde Rohrsen" in 2007 veröffentlicht.
Eine Flucht über sechs Monate

Unsere Mutter mit fünf Kindern (3-13 Jahre) tritt die Flucht aus Hirschberg in Niederschlesien Ende Februar 1945 an und erreicht erst im August 1945 in Rohrsen, Kreis Nienburg in Niedersachsen den rettenden "Hafen". Mit einem Wehrmachtsbus erfolgt der Abtransport der Flüchtlinge nach Reichenberg (heute Tschechien), und anschließend im überfüllten Zug nach Prag, und Budweis sowie nach Neuhaus in Südböhmen. Hier ist kurze Station in einem Jugendheim mit Unterbringung auf Strohsäcken. Anfang Mai wird auf Empfehlung von Verwandten die Rückreise mit dem Zug nach Hirschberg angetreten, da dort noch keine Russen seien. Allerdings endet die Fahrt auf dem Hauptbahnhof in Prag, wegen des Aufstandes der Tschechen. Für uns Kinder sind das schlimme Erlebnisse, denn bei den Kämpfen gibt es viele Tote und Verletzte. In dem Durcheinander verliert die Familie den größten Teil des Gepäcks, das uns von deutschen Landsleuten gestohlen wird.

Nach der Kapitulation am 8. Mai 1945 ist der Abtransport im Lazarettzug mit vielen schwer verletzten deutschen Soldaten in Richtung Wien/Österreich angesagt. Nach tagelanger Fahrt ohne Halt sind Hunger, Durst und Läuse ständige Gäste. Hungerödeme lassen viele Körperteile anschwellen. Es soll aber noch schlimmer kommen, denn bei einem Zusammenstoß in der Nähe des KZ-Lagers Mauthausen verlieren die Fliehenden in dem Chaos auch noch den letzten Koffer. Nun ist eine Rast mit der Unterbringung in einer Feldscheune angesagt. Unsere Mutter muss sich vor den Russen im Stroh verstecken. Die offene Toilettenanlage, der sogenannte Donnerbalken, bewirkt, dass Seuchen auftreten, die sich bald mit Durchfall bemerkbar machen. Es gibt nichts zu essen. Das Betteln um Lebensmittel bei den Bauern ist vonnöten. Da die Gruppe noch in der russischen Zone ist, will man jetzt schnell in die amerikanische Zone nach Österreich gelangen, jedoch Passierscheine sind hier kaum zu bekommen.

Wir, die geschwächten Flüchtlinge, treten nun den Fußmarsch von rund 300km in Richtung Linz und Braunau an, um viele Tage später im Morgengrauen die Grenzbrücke von Österreich nach Deutschland zu passieren. Entweder sind die amerikanischen Posten schläfrig, oder sie haben Erbarmen mit uns Fliehenden. Und so gelangen wir ohne Passierschein bis nach Passau. Unterwegs stellt uns ein Bauer ein Kinderwagenuntergestell zur Verfügung, um so eine Transportkarre für Peter, den kleinen Sohn zu haben. Unterwegs ist ständig Nahrung bei den Bauern zu betteln, aber wir haben immer Hunger. Später halten wir uns eine Woche im Flüchtlingslager in Passau auf.

Dann erfolgt der Weitertransport auf dem offenen LKW bis nach Regensburg. Im überdachten Viehtransportwagen, der mit Pferdemist "ausgepolstert" war, geht die Fahrt weiter nach Bamberg. Von dort aus ist der Umstieg in einen offenen Kohlegüterwagen, der noch mit einer dicken Kohlestaubschicht bedeckt ist, über Nürnberg, Fürth, Würzburg, Frankfurt und Mainz geht, befohlen. Nach der "Nachtruhe" im Güterwagen sehen am Morgen alle wie Schornsteinfeger aus. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass niemand über das Kirschen pflücken am Bahnsteig schimpft. Bei der Weiterfahrt nach Köln und Aachen ruft der Heizer: "Wir fahren nach Belgien, also raus aus dem Zug!"

Wir haben anschließend das Glück einen Personenzug, auch ohne Geld und Fahrkarte, zu erwischen, der über Köln, Düsseldorf und Essen in Haltern in Westfalen Station macht. Hier wird uns als Quartier eine Schule zugewiesen. Die abgenommene Tafel,

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