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Unser Garten der Sehnsucht von BLAKE, ALLY (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.11.2008
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Unser Garten der Sehnsucht

Hingerissen beobachtet Hudson die blonde Nixe, die unerlaubt im Pool seines romantischen Gartens schwimmt. Als sie erschreckt fliehen will, macht er ihr einen Vorschlag: Kendall unterstützt ihn bei seinem Buchprojekt, und sie darf weiterhin den Pool benutzen. Täglich sind sie nun zusammen und kommen sich immer näher. Doch so sehr sie einander auch begehren, es gelingt ihnen nicht, ihr Herz zu öffnen. Zu stark sind die leidvollen Erlebnisse der Vergangenheit. Hudson weiß: wenn er Kendall nicht verlieren will, dann hat er nur eine Chance ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 10.11.2008
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863493585
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 381 kBytes
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Unser Garten der Sehnsucht

1. KAPITEL

Hudson schob seinen ramponierten Rucksack höher auf die Schulter, während er die Fassade des prächtigen alten Hauses vor sich betrachtete, das nun seit zehn Jahren leer stand.

Efeu rankte an den Mauern hoch, die marmornen Eingangsstufen waren bemoost und die großen Sprossenfenster völlig verschmutzt. Auf dem grauen Dach mit den zahlreichen Giebeln fehlten an vielen Stellen Pfannen, und verrottendes Laub verstopfte die Regenrinnen.

Doch trotz des traurigen Zustands, in dem das Gebäude sich jetzt befand, erinnerte Hudson sich an jene sonnigen Tage, die er hier in Claudel mit seiner Tante verbracht hatte. Zwölf Jahre lang hatte er die Sommerferien in diesem Haus verlebt, während seine Eltern in exotische Länder reisten, um dort alte Kulturen zu erforschen. Er stellte sich vor, wie er im Gras lag und Die Chroniken von Narnia las, die damals seine Lieblingslektüre gewesen waren und ihn in eine andere Welt entführt hatten.

Nachdem Hudson einmal tief durchgeatmet und die Erinnerungen beiseitegeschoben hatte, ging er links um das Haus herum und betrat den Garten, der sich in einem noch traurigeren Zustand befand.

Die ehemals grünen Rasenflächen, auf denen er und seine Tante oft Krocket gespielt hatten, waren genauso von Gestrüpp und Unkraut überwuchert wie die prachtvollen Rabatten mit den kunstvollen Marmorskulpturen. Die früher akkurat geschnittenen Koniferen waren völlig aus der Form geraten, und lange Brombeerranken und Rosen bildeten ein undurchdringliches Dickicht, während der Boden von Vogelmiere überwuchert war. Seine Tante wäre außer sich gewesen, wenn sie miterlebt hätte, wie er das Anwesen hatte verkommen lassen.

Als Fotograf für Voyager Enterprises, die sowohl ein Magazin herausgaben als auch einen Dokumentarsender unterhielten, hatte er Gartenanlagen von Königinnen, den bedrohten Regenwald und geheimnisvolle Sümpfe fotografiert. Dieser Garten hingegen wirkte so ursprünglich in seiner wilden Schönheit, dass es Hudson die Kehle zuschnürte.

Er räusperte sich und verdrängte diese Gefühle genauso wie alle anderen, die ihn in den letzten Monaten so unerwartet überkommen und verletzlich gemacht hatten. Ohne darauf zu achten, dass die Brombeerranken seine Hände zerkratzten oder sich in seiner Jeans verfingen, kämpfte er sich weiter durch das Gestrüpp und erinnerte sich daran, wie er damals dem verrückten Irischen Wolfshund seiner Tante gefolgt war. Irgendwann lichtete sich das Dickicht, und er fand sich vor dem alten Poolhaus wieder.

Ein Lächeln umspielte seine Lippen, als weitere längst verschüttete Erinnerungen wach wurden. Er hatte gewagte Kopfsprünge und Backflips vom Sprungbrett gemacht. Sich stundenlang auf dem Rücken im Wasser treiben lassen und durch das schräge Glasdach die vorüberziehenden Wolken betrachtet. Dabei hatte er sich gefragt, ob seine Mum und sein Dad auf der anderen Seite der Erde dieselben Formationen sahen, wenn sie irgendwelchen verwunschenen Pfaden folgten und zum Himmel blickten.

Damals war er fest davon überzeugt gewesen, dass er seine Eltern verstehen würde, wenn er alt genug war und sein eigenes Leben lebte. Warum es ihnen so leichtgefallen war, ihn bei seiner Tante zu lassen. Hudson fragte sich, wann sein unerschütterlicher jugendlicher Optimismus erloschen war und die Ernüchterung eingesetzt hatte. Wann er erwachsen geworden war.

War es kurz nach seinem einundzwanzigsten Geburtstag gewesen, als er mutterseelenallein und nur mit seiner Kamera bewaffnet achtzehn Stunden lang mitten in einem Gefecht in Bosnien unter einem Busch ausharrte? Als er an seinem sechsundzwanzigsten Geburtstag im Basislager auf einem Himalaja-Gipfel aufwachte und feststellte, dass der Bergführer seine Gruppe und ihn im Stich gelassen hatte? Oder als er vor weniger als zwei Monaten in einem Krankenhaus in London gelegen und kaum die Kraft gehabt hatte, um ein Glas Wasser zu bitten?

Hudson setzte seinen schweren Rucks

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