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Untier hat das letzte Wort von Busch, Sandra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.08.2015
  • Verlag: dead soft verlag
eBook (ePUB)
5,99 €
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Untier hat das letzte Wort

Was haben Björn und sein Untier gemeinsam? Sie wohnen in einer WG, sind beide vom Pech verfolgt und werden von unerwiderter Liebe geplagt. Das Chaos wird perfekt, als die Freundin von WG-Kumpel Mario einzieht. Können ein sorgenvoller Bruder, die Polizei und eine Motorradgang Björn aus den Fettnäpfchen retten, in denen er ständig landet? Und bekommt er seinen Nutella-Mann? Oder hat Untier wieder das letzte Wort?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 348
    Erscheinungsdatum: 05.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783945934302
    Verlag: dead soft verlag
    Größe: 999 kBytes
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Untier hat das letzte Wort

Woche 1

Mittwoch

Er kommt angesaust, zieht erst im letzten Moment die Bremse und lässt das Hinterrad geschickt einen Neunzig-Grad-Winkel in der Luft beschreiben, bevor er das Rad in den dafür gedachten Ständer schiebt und es mit einem Spiralkabelschloss sichert. Wie stets trägt er auch heute seine bunt geringelte Beanie, die bis kurz über seine haselnussbraunen Augen gezogen ist. Es ist diese faszinierende Farbe, die mich daran erinnert, dass ich ein neues Glas Nutella kaufen muss. Ansonsten wird mein Mitbewohner und bester Freund Mario eine mittelschwere Krise erleiden. Seit ich diesem absoluten Traummann über den Weg gelaufen bin, habe ich selbst ein Faible für den cremigen Brotaufstrich entwickelt. Okay, ich bin ihm nicht über den Weg gelaufen, sondern in den Weg. Was zur Folge hatte, dass ich Fünftausend-Heb-Auf spielen durfte, da sich die Kopien für Herrn Reichert, meinem Dozenten für Kunsttheorie, über den ganzen Flur der Uni verteilten. Der Dozent war leider unfreiwilliger Mitbeteiligter dieses kleinen, wenn auch nicht unspektakulären Unfalls. Mit ihm wurde es quasi ein flotter Dreier.

"Hoppla!", hatte der lebende Traum gesagt und sich zeitgleich mit mir nach den Kopien gebückt. Natürlich mussten unsere Köpfe mit einem deutlich hörbaren Plopp! gegeneinander donnern. Dabei fiel mir prompt meine Brille herunter und für ein paar Sekunden verwandelte sich mein Umfeld in eine verschwommene Welt. Glücklicherweise brauchte ich deswegen das schmerzverzerrte Gesicht meines heimlichen Schwarms nicht zu ertragen. Lediglich sein gequältes Stöhnen drang an meine Ohren, während ich nach meiner Sehhilfe tastete und sie zurück auf meine Nase bugsierte. Das Stöhnen reichte ohnehin aus, dass ich mich schrecklich schuldig fühlte.

Lionil Wilder.

Durch dezente Herumfragerei habe ich seinen Namen herausgefunden. Lionil!

Ein wunderschöner Name, perfekt um gehaucht zu werden, während man vor Ekstase wie eine Sternschnuppe verglüht.

Dieser wahnsinnig attraktive Lionil mit dem Nutellablick ist zweiundzwanzig, oft im Schwimmbad anzutreffen und geht gerne joggen. Beides könnte mein Lieblingssport werden. Hmpf, nicht dass ich überhaupt irgendeinen Sport betreibe. Ich bin eher der Stubenhocker ... Jedenfalls studiert Lionil Produktdesign. Er ist der Sohn des nicht gerade armen Rollstuhlfabrikanten Klemens Wilder und will sicherlich irgendwann Papas Firma übernehmen.

Tag für Tag ist Lionil von einer ganzen Traube lärmender Freunde umringt und wird von sämtlichen Mädels der Uni angehimmelt. Und er kommt mit einem schwarz glänzenden Kreidler Dice-Fahrrad dahergebraust. Gegen dieses Schmuckstück kann mein altes, klappriges, dazu noch violettes Fahrrad, das ich günstig bei einem Rampenverkauf geschossen habe, nicht anstinken. Und statt einer italienischen Mutter, die eine gefragte Innenarchitektin ist, kann ich bloß einen älteren Bruder vorzeigen, der immerhin als Filialleiter bei Burger King malocht. Meine Eltern sind vor vier Jahren ausgewandert und vermieten wenig spektakulär auf Ibiza Sonnenschirme und Liegestühle am Strand. Mit dem mageren Einkommen können sie mir kein Kreidler Dice sponsern, sondern höchstens mal einen Fuffi zum Geburtstag schicken. Mir ist das egal. Ich lebe nach dem Motto: Geld allein macht nicht glücklich. Nutellabraune Augen dagegen schon ...

Nun hocke ich cooler Student der schönen Künste total lässig auf der Rückenlehne einer Bank vor der Uni und starre von diesem Beobachtungsposten aus meinen Traumtypen an, der mit seinen neongrünen Chucks die Fahrradständer verlässt und in Richtung Unigebäude schlendert. In meinen Gedanken steuert er geradewegs auf mich zu, ein verruchtes Lächeln in seinem Gesicht. Beinahe kann ich seine perfekten Lippen auf den meinen spüren.

Tagträumer!

Ich verrenke mir den Hals, um Lionil hinterher zu himmeln - bis p

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