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Unvergesslich Du und ich. Roman von Loren, Roni (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2020
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Unvergesslich

Finn liebt Liv, und Liv liebt Finn. Doch ein schreckliches Ereignis reißt sie auseinander. Als sie nach vielen Jahren wieder aufeinandertreffen, ist nichts mehr, wie es war. Die einst so wilde Liv hat einen Job, der sie nicht erfüllt, der verlässliche Finn ist Undercover Cop, ohne Familie, ohne Bindungen, immer auf dem Sprung. Sofort sprühen wieder die Funken. Doch die Vergangenheit hat Spuren hinterlassen, und die Verletzungen sitzen tief ...

Roni Loren schrieb ihren ersten Liebesroman im Alter von 15 Jahren, als sie feststellte, dass es einfacher war, über Jungs zu schreiben, als mit ihnen zu reden. Heute kann sie zwar auch nicht viel besser flirten, ist aber (hoffentlich) eine bessere Autorin. Sie ist zweifache Gewinnerin des RITA-Awards und eine New York Times- und USA Today-Bestsellerautorin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 414
    Erscheinungsdatum: 30.09.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732588169
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: The Ones Who Got Away
    Größe: 2581 kBytes
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Unvergesslich

Kapitel 1

NICHTS KANN EUCH RETTEN. Liv Arias rieb sich über die Gänsehaut auf ihren Armen, als sie die krakeligen Worte auf dem Pappschild las, das jemand unter die Abbildung einer gefährlich aussehenden Wespe an die Wand der Sporthalle geklebt hatte. NICHTS KANN EUCH RETTEN! Weitere handbeschriebene Zettel hingen kreuz und quer um das lächerliche Maskottchen herum, runde Cheerleader-Handschriften, die erklärten, dass die Millbourne Yellowjackets es den Creekside Tigers zeigen würden. Irgendein Klugscheißer hatte einen Tiger mit einem angeschwollenen Gesicht und daneben einen durchgestrichenen Adrenalin-Autoinjektor gezeichnet, wie ihn Allergiker oft für den Notfall bei sich trugen.

Nichts kann euch retten. Der künstlerische Ausdruck der Zeichnung hätte Liv lächeln lassen sollen. Früher, als sie noch auf der Highschool gewesen war, hätten ihr die Zeichnungen gefallen, auch wenn sie sie nicht selbst angefertigt hätte. Doch heute konnte sie sich nicht mehr dafür begeistern. Weil das alles sie runterzog. Der neue Name der Schule. Das seltsame, zu lustige Maskottchen. Die Tatsache, dass sie hier war.

Das hier war nicht die Turnhalle, in der es passiert war. Jenes Gebäude war wenige Monate nach der Tragödie abgerissen worden. Überall Blut und Schmutz. Inzwischen befand sich dort, am anderen Ende der Schule, ein Platz des Gedenkens. Sie hatte den langen Weg darum herum gewählt, um ihn auf ihrem Weg ins Gebäude nicht überqueren zu müssen. Sie befürchtete, dass dann alles, was sie so mühsam verdrängt hatte, wieder hochkommen würde. Auch zwölf Jahre danach konnte sie es nicht ertragen, auf die Liste der Namen zu blicken, die im Programmheft einer Abschlussfeier stehen sollten und nicht auf eine Gedenkstätte gemeißelt. Menschen, neben denen sie in der Klasse gesessen hatte. Menschen, mit denen sie befreundet gewesen war. Menschen, von denen sie dachte, dass sie sie hassen würde, bis sie fort waren und ihr bewusst wurde, wie dumm und oberflächlich Highschool-Hass war. Nun waren sie nur noch Namen auf einem Stein, Erinnerungen, die an die Wände ihres Gehirns gemalt waren, Löcher in den Herzen anderer Menschen.

»Sie sagten, dass Sie sich nicht in der Sporthalle aufhielten, als der erste Schütze hereinkam.«

Die ruhige Stimme des Interviewers riss Liv aus ihren Gedanken, und sie blinzelte in die grellen Lichter der Kamera, die auf sie gerichtet war. Sie hatten über die Tragödie im Allgemeinen gesprochen, waren aber noch nicht zu den Einzelheiten jener Nacht gekommen. »Was?«

Dokumentarfilmer Daniel Morrow nickte ihr aufmunternd zu, wobei ihm das gestylte Haar in die Stirn fiel. »Sie waren also nicht in der Turnhalle ...«

Liv schluckte gegen die Enge in ihrer Kehle an. Vielleicht hatte sie sich überschätzt, als sie ihre Zusage für das hier gegeben hatte. Sie hatte es getan, weil die Einnahmen sowohl den Familien der Opfer als auch der Forschung zugutekommen würden, damit so etwas nicht noch einmal geschah. Wie hätte sie also so hartherzig sein können abzulehnen? Doch in diesem Moment wünschte sie, sie hätte es getan. Die alte Angst kroch ihr wie tausend Spinnen den Rücken hinauf bis in den Nacken und ergriff von ihr Besitz. Die Erinnerungen an jene Nacht drohten sie zu überwältigen. Für eine Sekunde schloss sie die Augen, konzentrierte sich auf ihre Atmung.

Sie war nicht mehr das verängstigte Mädchen von damals. Nie mehr.

»Brauchen Sie eine Pause, Ms. Arias?«, fragte Daniel, und seine Stimme hallte in der dunklen, leeren Turnhalle.

Sie schüttelte den Kopf, während die Lampen des Kamerateams heiß auf ihre Haut brannten. Keine Unterbrechungen. Sie musste die Sache hinter sich bringen. Wenn sie eine Pause machte, würde sie nicht mehr vor die Kamera zurückkehren. Sie öffnete die Augen und straffte den Rücken, sammelte Kraft u

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