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Unverhofft glücklich Roman von Storli Henningsen, Kristine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.04.2014
  • Verlag: Insel Verlag
eBook (ePUB)
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Unverhofft glücklich

Regine und Karl Henrik begegnen sich in einem Krankenhausfahrstuhl: Sie ist ungewollt schwanger, er besucht seine kranke Mutter. Für die impulsive Hobbyastrologin und den schüchternen Drehbuchautor einer Daily Soap ist es nicht der beste Zeitpunkt, sich zu verlieben. Dabei scheinen sie für einander bestimmt ... oder doch nicht? Schneller, als sie es sich versehen, sind die beiden in ein heilloses Gefühls- und Beziehungschaos verstrickt. Und müssen nach einigen aufreibenden, dramatischen und gar skandalösen Ereignisse einsehen: Man muss erst seinen eigenen Platz im Leben finden, bevor man sich auf das große Abenteuer der Zweisamkeit begeben kann ... Ein charmant und leichtfüßig erzählter Roman über die Gefühlsodyssee zweier eigenwilliger Menschen, über die Unwägbarkeiten der Liebe und über das, worauf es ankommt im Leben - auch wenn das nicht immer einfach zu finden und noch schwerer zu halten ist.

Kristine Storli Henningsen wurde 1974 in Oslo geboren. Sie arbeitet als Autorin und freie Journalistin, u. a. für das Onlinemagazin plusstid.no , und absolvierte eine Ausbildung zur Gestalttherapeutin. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Drammen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 302
    Erscheinungsdatum: 14.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783458736295
    Verlag: Insel Verlag
    Originaltitel: I skyggen av store trær
    Größe: 3471 kBytes
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Unverhofft glücklich

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Das kleine Wesen auf dem Ultraschall-Monitor glich einem Gummibärchen mit allzu großem Kopf. Der war ein wenig über den Körper gekrümmt, die mikroskopisch kleinen Beine und Arme zappelten. Sie starrte es an, war völlig wehrlos, zwischen ihr und dem Monitor war nichts als leere Luft. Die Ärztin drehte den Ultraschallstab hin und her, so dass sie den Embryo aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten konnte, einmal glich er einer Ente. Die Untersuchung war unangenehm, Regine stöhnte auf.

"Es tut mir leid, anders geht es nicht", sagte die Ärztin. "Ultraschall auf der Bauchdecke machen wir erst später, jetzt können wir mit einer äußerlichen Untersuchung noch nicht genug erkennen."

Später, dachte sie und konnte den Blick nicht von dem kleinen Wesen auf dem Monitor abwenden. Züge waren nicht zu erkennen, aber es bewegte sich unablässig, es war stark und lebendig, ohne dass sie das Geringste spürte.

"Das ist schon in Ordnung", sagte sie.

Doch das war nur die halbe Wahrheit. Die Untersuchung tat zwar nicht mehr besonders weh, aber das kleine Wesen auf dem Monitor hatte sich auf ihrer Netzhaut eingebrannt. Es war kein Zellklumpen mehr, sie würde dieses Bild nicht mehr loswerden.

"Ich denke, wir sind hier fertig", sagte die Ärztin.

Mit einem Aufflackern wurde der Monitor dunkel, das Gummibärchen verschwand. Regine blieb noch einen Moment liegen, ohne etwas zu sagen. Dann stand sie auf, ging hinter den Paravent und hob den Slip vom Fußboden auf. Etwas an dieser Bewegung bereitete ihr ein unangenehmes Magengefühl, es war, als ob man sich nach einem feuchten Abend in der Stadt bei einem Mann vergeblich bemüht, sich diskret anzuziehen. Oder war es ein Anflug von Schwangerschaftsübelkeit? Sie hatte sich noch keinen einzigen Tag unwohl gefühlt, ihre Brustwarzen waren empfindlich, aber sonst hatte sich nichts verändert. Ohne die Striche auf dem Test, sie hatte zwei gemacht, direkt nacheinander, würde sie auch jetzt noch nicht ahnen, dass sie schwanger war.

Leise und schnell zog sie sich an, dann ging sie zum Schreibtisch, wo die Ärztin eingehend eine Pappscheibe betrachtete. "Aufgrund der Größe des Embryos vermute ich, dass Sie etwa in der zehnten Woche sind."

Regine nickte. Die Ärztin legte die Scheibe beiseite und faltete die Hände auf der Tischplatte.

"Wissen Sie schon, was Sie tun werden?"

Die Ärztin war zwischen vierzig und fünfzig Jahre alt, hatte lange, blonde, glatte Haare, die blauen Augen hinter der schmalen, rot gefassten Brille blickten etwas streng.

"Ja. Also, ich meine, nein. Also, nun ja ... Ich bin nicht sicher."

Die Ärztin sah sie abwartend an. Schließlich sagte sie: "Ein Abbruch ist bis zur zwölften Woche möglich, danach gelten sehr strenge medizinische Vorgaben. Sie müssten sich innerhalb der nächsten zwei Wochen entscheiden."

Regine starrte auf ihre Hände. Sie presste die Daumen zusammen, bis sie rot wurden und an die Streifen auf dem Schwangerschaftstest erinnerten.

"Ich verstehe."

"Es wäre klug, schon jetzt einen Termin für den Eingriff zu vereinbaren, für alle Fälle. Die Schwangerschaft ist ja recht weit fortgeschritten, und falls Sie sich nicht sofort entscheiden, ist es wenig wahrscheinlich, dass so kurzfristig noch ein Termin frei ist."

Regine nickte.

"Sie bekommen das in den nächsten Tagen auch noch einmal schriftlich."

Die Ärztin blickte auf ihren Computer und signalisierte damit, dass sie fertig waren.

Regine stand auf, ihr Körp

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