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Unverhofft ins Glück von Volk, Katharina E. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.02.2015
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
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Unverhofft ins Glück

Eine romantische Kurzgeschichte (nicht nur) zum Valentinstag!

Daniela wurde letztes Jahr, genau zum Valentinstag, von ihrem Freund und Chef betrogen und verlor augenblicklich ihren Job. Seitdem hält sie sich gezwungenermaßen mit Taxifahren über Wasser und will dieses Jahr nur eins: den Valentinstag ignorieren. Gar nicht so einfach, wenn im Radio die Schnulzen dudeln und die Fahrgäste mit Rosensträußen unterwegs sind. Doch dann steigt Jan ein - ohne Blumen, aber auf der Suche nach einer spontanen Begleitung zur Silberhochzeit seiner Eltern. Daniela lässt sich überreden, und schon steht ihr Gefühlsleben völlig Kopf...

Katharina E. Volk wurde in Witten an der Ruhr geboren. Sie begann ein Germanistikstudium, machte dann eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin und arbeitet heute als Autorin am Bodensee, wo sie erfolgreich Romane für Leser aller Altersgruppen schreibt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 05.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783802597787
    Verlag: LYX
    Größe: 652kBytes
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Unverhofft ins Glück

2

Als ich in den Hof zur Taxizentrale einbiege, höre ich Bruno schon brüllen. Bruno brüllt meistens. Wann er sich das im Laufe seines Daseins als Chef des Taxiunternehmens Roller angewöhnt hat, weiß keiner. Seit ich bei Roller arbeite, brüllt er jedenfalls. Der kleinste Anlass ist für ihn Grund genug, seine Stimme zu erheben, und manchmal brüllt er auch ohne erkennbaren Anlass. Meistens jedoch steht er unter Druck, weil ihm die Realität in die Quere kommt. Ein Fahrer kann den Weg zwischen Bahnhof und Friedhof oder zwischen Bahnhof und Grillstube eben nicht in drei Minuten zurücklegen, auch wenn Bruno das gern so hätte. Mein Kollege Florian steht mit hängenden Schultern vor der Theke und wartet darauf, dass Bruno sein Telefongespräch beendet und ihm den heutigen Wagen zuteilt. Der Fahrer am anderen Ende der Leitung jedoch scheint sich verfahren zu haben, und das Gespräch kann dauern. Brunos Doppelkinn zittert, und er fährt sich ständig nervös über die glänzende Glatze. Florian dreht sich jetzt zu mir um. "Ich weiß nicht, ob Bruno das diesmal überlebt", flüstert er mir zu. "Guck dir mal die Halsschlagader an!"

"Und dann erst die pochende Ader auf der Stirn", gebe ich flüsternd zurück. "Aber er wird's schon überleben, der ist doch im Training - schließlich regt er sich täglich so auf." Florian macht sich immer sofort Sorgen um die Gesundheit - um seine eigene und die anderer Leute. Fiese Zungen sagen, er sei ein ausgewachsener Hypochonder. Jetzt kehrt er der Theke ganz den Rücken zu. "Wenn ich mir vorstelle, wie ich bei Bruno Mund-zu-Mund-Beatmung machen muss, wird mir todschlecht", informiert er mich leise.

"Wer sagt, dass wir das machen müssen, wir können ihn doch auch einfach liegen lassen", gebe ich herzlos zurück.

Während Florian mich noch geschockt anstarrt, knallt Bruno endlich den Hörer auf die Gabel des vorsintflutlichen Telefons mit Wählscheibe. "Morgen, die Herrschaften! Braucht jemand neue Quittungsblöcke? Florian, du nimmst Wagen sieben, Daniela nimmt die acht."

"Okay, aber dann muss ich erst mal staubsaugen", erkläre ich. Den Achter hat vor mir nämlich meistens Manfred gefahren, der von allen nur Mampfred genannt wird, weil er permanent isst. Mir wäre das ja egal, wenn er den Wagen sauber hinterlassen würde. Stattdessen gammeln Krümel, abgefallener Wurstbelag und andere undefinierbare, biologisch mehr oder weniger abbaubare Essensreste irgendwo zwischen Gangschaltung und Fahrersitz vor sich hin und lassen das Fahrzeug stinken. So etwas interessiert Bruno überhaupt nicht. Aber er muss ja auch nicht acht bis zehn Stunden lang in der Kiste ausharren. "Dann beeil dich aber, Daniela, am Bahnhof fehlen Fahrer!"

"Ja, ja", knurre ich. Am Bahnhof fehlen immer dann Fahrer, wenn Bruno gerade eine seiner Kontrollfahrten gemacht hat, um die Lage zu peilen. Fünf Minuten später parken eventuell schon wieder so viele Taxis vorm Bahnhof, dass man sich fast um die letzte Haltebucht prügeln muss.

Florian will gerade in den Siebener steigen, als Bruno ihn aufhält. "Florian, du kannst gleich zum Krankenhaus fahren und einen Herrn Müller auf Station sieben abholen, der will in die Marienstraße!"

Florian wirft mir einen verzweifelten Blick zu. Mir ist sein Problem klar, Bruno jedoch ahnt nichts davon. Florian kriegt im Krankenhaus die Panik. Auch wenn ihm keiner was aufschneiden will, sondern er bloß einem entlassenen Patienten den Koffer tragen soll und das Gebäude nach zwei Minuten wieder verlassen kann. In einer ruhigen halben Stunde vor dem Bahnhof hat er mir mal anvertraut, dass er das Krebsgeschwür schon bei sich wuchern spürt, wenn er nur das Schild Strahlentherapie liest. Und als er mal ein blutbeflecktes Laken in einem abgestellten Gitterbett am Ende eines Krankenhausflurs entdeckte, wurde ihm so schlecht und seine Gesichtsfarbe so fahl, dass eine resolute Krankenschwester ihn auf der Stelle untersuchen wollte. Er konnte sich in letzter Minute

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