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Unzertrennlich Roman von Heldt, Dora (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2009
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Unzertrennlich

(Nur) eine wie keine? Ein witziger Roman, den man sofort allen seinen Freundinnen schenken möchte! Die beste Freundin: Sie ist Beraterin, Trösterin und hat einen schon vor manchem Fehler bewahrt. Ob Sorgen, Ängste, Freud oder Leid, alles kann man ihr anvertrauen. Die beste Freundin ist der Mensch für alle Fälle. Ihr verzeiht man alles, mit ihr kann man alles teilen ... nun ja, fast alles. Männer nicht. Und erst recht nicht über Jahre hinweg. Ihre ehemals beste Freundin Antje ist für die geschiedene Verlagsfrau Christine deshalb ein knallrotes Tuch. Und auch sonst trägt sie seither Frauen gegenüber nicht das Herz auf der Zunge. Wen wundert es da, dass sie bei einem Treffen mit einigen befreundeten Kolleginnen das Weite sucht, als eine von ihnen ein Lob auf die Herzensfreundin jeder Frau anstimmt? Ruth - Herausgeberin des Stadtmagazins, für das Christine nebenher Kolumnen schreibt - ist jedenfalls höchst erstaunt. Es kann doch nicht sein, dass frau aufgrund einer schlechten Erfahrung den Glauben an tiefe Frauenfreundschaften verliert! Diese Skepsis gilt es Christine auszutreiben, findet sie und erklärt den Freundinnen ihren Plan: Wie wäre es, wenn sie Christines alte Weggefährtinnen ausfindig machen und zu ihrem vierundvierzigsten Geburtstag einladen würden? Gesagt, getan. Mit Hilfe von Christines Geschwistern beginnt ein regelrechtes Detektivspiel. Christine, die von alldem nichts ahnt, hat indessen ganz andere Probleme ...

Dora Heldt, 1961 auf Sylt geboren, hat sich mit ihren Romanen und Krimis auf die Spitzenplätze der Bestsellerlisten und in die Herzen von Millionen von Leserinnen und Lesern geschrieben. Wie kaum eine andere Autorin in Deutschland kennt sie den Buchmarkt von allen Seiten: Die gelernte Buchhändlerin war über 30 Jahre lang Verlagsvertreterin für einen großen Publikumsverlag. Neben humorvollen Familien- und Frauenromanen (u.a. 'Urlaub mit Papa', 'Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt' oder 'Drei Frauen am See') begeistert sie ihr Publikum mit lustig-skurrilen Sylt-Krimis (u.a. 'Wir sind die Guten'), Erzählungen und Kolumnen. Die Liebe zu ihrer norddeutschen Heimat ebenso wie die zu den Menschen dort fängt Dora Heldt auf unnachahmliche Weise in all ihren Büchern ein.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 01.09.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423402149
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Serie: dtv Taschenbücher 21133
    Größe: 3691 kBytes
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Unzertrennlich

Prolog
10. November

Hamburg

44. Es war ein Witz. Christine beugte sich näher zum Spiegel und starrte sich in die Augen. Immer noch blau. Immer noch dieselben Augen, dieselben wie mit sechs, mit zwölf, mit zwanzig, mit dreißig. Sie kniff sie leicht zusammen. Da war der Unterschied. Falten. Der Halbkreis von Augenwinkel zu Augenwinkel, strahlenförmig und unnachgiebig. Christine hob die Augenbrauen. Die Falten blieben. 44. Sie atmete tief durch, griff zum Lidschatten und verteilte mit einem Pinsel silbergrauen Puder auf die Lider. Silbergrau gibt einen strahlenden Blick. Versprach zumindest der Hersteller. Die Falten waren unter den Augen, man musste also den Blick nach oben lenken. Nach dem Puder kam der Lidstrich. Wenigstens zitterten ihre Hände noch nicht. Seit 24 Jahren zog Christine morgens Lidstriche. Sie stellte sich alle in einer durchgezogenen Linie vor und überlegte, ob sie sich schon einmal um die Welt gestrichelt hatte. Vermutlich schon. Als letzter Schritt wurden die Wimpern getuscht, jede Seite zweimal. Die meisten Frauen öffneten dabei den Mund, was völlig bescheuert aussah und keinen erkennbaren Grund hatte. Christine zwang sich dazu, die Lippen geschlossen zu halten, selbst wenn niemand sie beobachtete. Es war eine Frage der Disziplin. Sie trat vom Spiegel zurück und betrachtete sich prüfend. Die Haartönung war ein bisschen zu dunkel geraten, was sie blass machte, dafür wirkten die Augen blauer, was hoffentlich von den Falten ablenkte. Sie musste lachen, wie blöd war sie eigentlich? Eigentlich war es ihr egal.

Als ihre Mutter 44 wurde, war Christine 21, ihr Bruder Georg 18, Ines, ihre Schwester, 14. Charlotte wurde 44 und bekam von ihren Kindern ein elektrisches Messer geschenkt. Mit drei Klingen. Kein Parfüm, keine Unterwäsche, nein, ein Haushaltsgerät. Christine bat sie im Stillen um Vergebung. Obwohl ... war das Geschenk wirklich so daneben gewesen? Sie würde Charlotte fragen. Falls sie damals gekränkt war, hatte sie sich das zumindest nicht anmerken lassen. Vielleicht wird man als Mutter so. Dankbar und unkritisch.

Das würde Christine in diesem Leben nicht mehr passieren, der Zug war abgefahren. 44, geschieden, keine Kinder, keine Haustiere. Beruflich erfolgreich. Privat eher mittelmäßig.

Seit ihrer Scheidung hatte sie sich in den Job gestürzt. Sie arbeitete im Vertrieb eines großen Verlages, fing morgens um 8 Uhr an, hörte abends um 19 Uhr auf, ging einmal in der Woche zum Yoga, manchmal mit Kollegen essen und schrieb in ihrer Freizeit Kolumnen für ein Stadtmagazin. Alles war durchgeplant und übersichtlich. Und vor allen Dingen ruhig. Manchmal allerdings auch langweilig. Das kam ihr entgegen, sie mochte keine Überraschungen. Ihr Bruder Georg bezeichnete sie als Kontrollfreak, er hatte recht, sie behielt gern den Überblick über ihr Leben, sie hatte genug Zeiten erlebt, in denen sie sich den Rhythmus anderer zu eigen machen musste. Heute wurde sie 44. Heute wusste sie, was sie nicht mehr wollte.

Die Türklingel unterbrach ihre Gedanken. Gleichzeitig wurde die Tür aufgeschlossen und Dorothea rief nach ihr. Sie waren seit Jahren eng befreundet und wohnten seit einiger Zeit in nebeneinander liegenden Wohnungen. Jede hatte den Schlüssel der anderen. Dass man klingelte, bevor man die Wohnung betrat, war ein stillschweigendes Übereinkommen. Ein Zeichen des Respekts vor der Privatsphäre der Freundin. Mehr nicht. Letztlich war die Zeitspanne zwischen Klingeln und Eintreten so knapp, dass Christine es nicht mal annähernd geschafft hätte, etwas Privates verschwinden zu lassen. Was auch immer das hätte sein sollen.

»Ich bin gleich fertig, Dorothea, schenk dir doch einen Sekt ein. Steht im Kühlschrank.«

Christine zog sich die Lippen nach und st

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