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Utopia von Morus, Thomas (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
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Utopia

Der Staatsroman "Utopia" formuliert die Hoffnung auf eine bessere soziale Ordnung. Der Roman prägte den Begriff Utopie in seiner heutigen Bedeutung. Im ersten Teil von "Utopia" übt Thomas Morus Kritik an den gesellschaftlichen Zuständen in England und Europa um das Jahr 1516, dem Erscheinungsjahr des Romans. Um diese Kritik nicht selbst aussprechen zu müssen, bedient sich Thomas Morus eines Kunstgriffs: Er gibt vor, auf Reisen einen Weisen getroffen zu haben, mit dem er sich über die englische Gesellschaft unterhalten habe. In "Utopia" wird der Dialog zwischen Thomas Morus und dem Weisen widergegeben. Die gesellschaftskritischen Passagen des Romans legt Thomas Morus im ersten Teil des Romans dem Weisen in den Mund. Im zweiten Teil zeigt Thomas Morus den Gegenentwurf zu den kritisierten Zuständen: die Insel "Utopia" mit ihrer intakten Sozialordnung und ihren glücklichen Bewohnern. Auf der Insel existiert eine ideale Gesellschaft. Den Einwohnern von "Utopia" wird ein abwechslungsreiches Leben zwischen Stadt und Land geboten. Wohlstand lässt sich durch leichte, zeitlich begrenzte Arbeit erreichen. Jeder hat Gelegenheit zur kulturellen Bildung. Durch verschiedene Hinweise macht Thomas Morus deutlich, dass es sich um einen Traum, eben: um eine Utopie handelt. Indem Thomas Morus das Paradiesische seiner Utopie extrem überzeichnet, ergeben sich einige beinahe humoristische Passagen. Thomas Morus lebte von 1478 bis 1535. Der literarische Erfolg von "Utopia" half ihm bei seiner politischen Karriere. 1529 wurde er englischer Lordkanzler. Wegen seines Einsatzes für die katholische Kirche in Zeiten der Reformation fiel er in Ungnade und wurde hingerichtet. 1935 wurde er heiliggesprochen. Thomas Morus lebte von 1478 bis 1535. Der literarische Erfolg von "Utopia" half ihm bei seiner politischen Karriere. 1529 wurde er englischer Lordkanzler. Wegen seines Einsatzes für die katholische Kirche in Zeiten der Reformation fiel er in Ungnade und wurde hingerichtet. 1935 wurde er heiliggesprochen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 160
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783744892513
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 816 kBytes
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Utopia

Vorrede zu dem Werk über den besten Zustand des Staates

Thomas Morus grüßt seinen Peter Ägid aufs herzlichste.

Fast schäme ich mich, mein liebster Peter Ägid, daß ich Dir dies Büchlein über den Staat von Utopien erst nach beinahe einem Jahre schicke. Hast Du es doch ohne Zweifel innerhalb von anderthalb Monaten erwartet, da mir ja, wie Du wußtest, bei diesem Werke die Mühe der Erfindung des Stoffes abgenommen war und ich mir auch in betreff der Gliederung nichts auszudenken brauchte. Denn ich hatte nur das wiederzugeben, was ich mit Dir zusammen Raphael gerade so hatte erzählen hören. Deshalb lag auch kein Anlaß vor, mich hinsichtlich des Stiles abzumühen. Raphael konnte sich ja gar nicht gesucht ausdrücken; denn erstens sprach er, ohne daß er es vorher wußte und sich vorbereiten konnte, sodann ist er, wie Du weißt, im Lateinischen nicht so zu Hause wie im Griechischen, und schließlich kommt meine Rede der Wahrheit um so näher, je mehr sie sich seiner nachlässigen und schlichten Ausdrucksweise nähert, und um die Wahrheit allein muß und will ich mich bei dieser Sache kümmern.

Ich gebe denn auch zu, mein Peter, das, was ich vorfand, hatte mir so viel Arbeit abgenommen, daß fast nichts mehr zu tun übrigblieb. Andernfalls hätte ja auch Erfindung oder Gliederung des Stoffes nicht wenig Zeit und Studium eines nicht unbedeutenden und recht gelehrten Geistes erfordert. Würde man nun nicht bloß eine der Wahrheit entsprechende, sondern auch geschmackvolle Darstellung verlangen, so hätte ich das nicht leisten können, auch wenn ich all meine Zeit und all meinen Eifer aufgewendet hätte. So aber, da diese Schwierigkeiten wegfielen, die zu bewältigen viel Schweiß gekostet hätte, blieb einzig und allein die einfache Aufzeichnung dessen übrig, was ich gehört hatte, und das war wirklich keine Arbeit mehr. Aber selbst zur Erledigung dieser so unbedeutenden Arbeit ließen mir meine übrigen Geschäfte fast noch weniger als keine Zeit. Nehmen mich doch dauernd meine Gerichtssachen in Anspruch. Bald führe ich einen Prozeß, bald bin ich Beisitzer, bald schlichte ich einen Handel als Schiedsrichter, bald entscheide ich einen anderen als Richter, bald besuche ich diesen in einer amtlichen, bald jenen in einer geschäftlichen Angelegenheit. Während ich so fast den ganzen Tag außerhalb meines Hauses fremden Leuten und nur den Rest meinen Angehörigen widme, kann ich für mich, d. h. für meine Studien, nichts erübrigen. Denn komme ich nach Hause, so muß ich mit meiner Frau plaudern, mit den Kindern schwatzen und mit dem Gesinde sprechen. Alles das rechne ich zu meinen Pflichten, weil es erledigt werden muß. Es muß aber erledigt werden, wenn man nicht in seinem eigenen Hause ein Fremdling sein will. Man muß sich überhaupt Mühe geben, so liebenswürdig wie möglich zu denen zu sein, die einem die Natur als Begleiter auf dem Lebenswege vorgesehen oder die der Zufall oder eigene Wahl dazu gemacht hat. Nur darf man sie nicht durch Leutseligkeit verderben und die Diener nicht durch Nachsicht zu seinen Herren werden lassen. Über dem, was ich angeführt habe, geht ein Tag, geht ein Monat, geht ein Jahr hin. Wann also komme ich da zum Schreiben? Und dabei habe ich noch gar nicht vom Schlafen gesprochen und auch noch nicht einmal vom Essen, das bei vielen Leuten nicht weniger Zeit in Anspruch nimmt als der Schlaf, der fast die Hälfte der Lebenszeit für sich beansprucht. Aber für mich gewinne ich nur so viel Zeit, wie ich mir vom Schlafen und Essen abstehle. Weil das nur wenig ist, so habe ich die Utopia auch nur langsam fertiggebracht; weil es aber immerhin etwas ist, so ist sie doch nun endlich fertig geworden, und ich schicke sie Dir zu, damit Du sie liest und mich darauf aufmerksam machst, falls mir etwas entgangen sein sollte. Nun habe ich freilich in dieser Beziehung ziemlich viel Zutrauen zu mir - ich wollte, mit meinem Geiste und mit meinem Wissen stünde es ebenso wie mit meinem Gedächt

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