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Venetia und der Wüstling von Heyer, Georgette (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.01.2017
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Venetia und der Wüstling

Yorkshire, 1818: Venetia Lanyon war noch nie verliebt. Und mit fünfundzwanzig glaubt sie nicht mehr daran, einen Mann zu treffen, der ihr Herz erobert. Doch dann begegnet sie Lord Damerel - auch 'der Verruchte Baron' genannt -, über den in der Grafschaft die schlimmsten Gerüchte kursieren. Venetia ist fasziniert von dem charmanten Lebemann, der ihren Humor zu schätzen weiß und mit dem sie wundervolle Gespräche führen kann. Bald schon verbindet das ungleiche Paar eine tiefe Freundschaft. Doch die feine Gesellschaft ist empört, und alle Nachbarn und Verwandten versuchen, das unschuldige Mädchen aus den Klauen des Wüstlings zu befreien. Auch Damerel möchte Venetias Ruf nicht ruinieren und wendet sich von ihr ab. Aber so einfach lässt Venetia sich nicht abweisen und ersinnt eine List, um den Lord zum gemeinsamen Glück zu zwingen ... 'Venetia und der Wüstling' ist einer der humorvollsten Regency Romane von Georgette Heyer, der seine Leser mit fein geschliffenem Wortwitz und entzückend verschrobenen Charakteren in seinen Bann zieht. Jetzt als eBook bei beHEARTBEAT.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 482
    Erscheinungsdatum: 13.01.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732531783
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1270 kBytes
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Venetia und der Wüstling

1. KAPITEL

"Heute Nacht ist ein Fuchs unter die Hennen geraten und hat eine unserer besten Legerinnen entführt", bemerkte Miss Lanyon. "Noch dazu eine Urgroßmutter! Er sollte sich wirklich schämen!" Da sie keine Antwort bekam, fuhr sie mit veränderter Stimme fort: "Ja, wirklich! Das ist zu schlimm. Was sollen wir jetzt tun?"

Ihr Gefährte wurde aufmerksam, hob die Augen von dem Buch, das offen neben ihm auf dem Tisch lag, und schaute sie, etwas geistesabwesend, fragend an. "Was soll das? Hast du etwas zu mir gesagt, Venetia?"

"Ja, Liebling", antwortete seine Schwester heiter, "aber es war ganz und gar unwichtig, und ich habe auf alle Fälle gleich für dich geantwortet. Du würdest wirklich staunen, wenn du wüsstest, was für interessante Gespräche ich mit mir führe und wie ich sie genieße."

"Ich habe gelesen."

"Stimmt - und deinen Kaffee kalt werden lassen, abgesehen davon, dass du das Butterbrot nicht fertiggegessen hast. So iss es doch auf! Ich glaube wirklich, ich sollte dir nicht erlauben, bei Tisch zu lesen."

"Och, ohnehin nur am Frühstückstisch!", sagte er verächtlich. "Probier's, ob du mich davon abhalten kannst!"

"Natürlich kann ich das nicht. Was ist es eigentlich?", gab sie zurück und schaute den Band an. "Ach, Griechisch! Zweifellos irgendeine erbauliche Geschichte."

"Die 'Medea'", sagte er zurückhaltend. "In der Ausgabe von Porson, die mir Mr. Appersett geliehen hat."

"Und ob ich die kenne! Sie war doch dieses bezaubernde Geschöpf, das ihren Bruder zerschnippelt und die Stücke ihrem Papa vor die Füße geworfen hat, nicht? Sicher eine absolut liebenswürdige Person, wenn man sie erst näher kennt."

Er zuckte ungeduldig die Achsel und antwortete wegwerfend: "Das verstehst du nicht, und es ist pure Zeitverschwendung, dir das zu erklären."

Sie zwinkerte ihm zu. "Aber ich versichere dir, ich verstehe sie! Ja, bin ganz auf ihrer Seite, abgesehen davon, dass ich mir wünsche, ich besäße ihre Entschlossenheit! Obwohl ich glaube, ich hätte deine Überreste fein säuberlich im Garten vergraben, mein Lieber!"

Diese ausfallende Bemerkung entlockte ihm ein Grinsen. Aber er sagte bloß, bevor er sich wieder seinem Buch zuwandte, ein solcher Befehl an sie wäre bestimmt die einzige Aufmerksamkeit gewesen, die ihre Eltern der Sache gewidmet hätten.

Gegen seine Gewohnheiten abgehärtet, versuchte es seine Schwester nicht weiter, seine Aufmerksamkeit zu fesseln. Das Butterbrot - alles, was er an diesem Morgen zu essen gewillt war - lag zur Hälfte aufgegessen auf seinem Teller, aber ihn weiter zu ermahnen wäre Zeitverschwendung gewesen. Und hätte sie es gewagt, sich zu erkundigen, wie er sich heute Morgen fühle, hätte sie ihn doch nur aufgebracht.

Er war ein magerer Junge, ziemlich klein für sein Alter, keineswegs unhübsch, aber mit einem Gesicht, das über seine Jahre hinaus scharf und von Linien durchzogen war. Einem Fremden wäre es schwergefallen, sein Alter zu schätzen, da die Unreife seines Körpers in seltsamem Gegensatz zu seinem Gesicht und seinem Benehmen stand. Tatsächlich war er erst vor Kurzem siebzehn geworden, aber körperliches Leiden hatte die Linien in sein Gesicht gegraben. Auch der Umgang ausschließlich mit Menschen, die älter waren als er, gepaart mit einem Intellekt, der zu Gelehrsamkeit neigte und sehr ausgeprägt war, hatte ihn frühreif gemacht.

Eine Erkrankung des Hüftgelenks hatte ihn von Eton ferngehalten, wo sein Bruder Conway, um sechs Jahre älter als er, erzogen worden war. Diese, und - oder, wie seine Schwester manchmal dachte, die verschiedenen Behandlungen seiner Krankheit, die er hatte durchmachen müssen - hatte dazu geführt, dass eines seiner Beine kürzer war. Er konnte nur mit einem sehr deutlich merkbaren und hässlichen Hinken gehen; und obwohl die Krankheit angeblich zum Stillstand gebracht worden war, schmerzte ihn das Gelenk bei ungünstigem Wetter oder wenn er sich überanstrengt ha

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