text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Verführung auf dem Maskenball von Burrows, Annie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.01.2020
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
1,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Verführung auf dem Maskenball

Lord Ledbury war der Held jedes Schlachtfeldes - doch das Chaos in den Ballsälen Londons entsetzt ihn. Eine kichernde Debütantin heiraten? Niemals! Er sucht eine Herausforderung ... und findet sie in Julie: Die 'Eiskönigin' wies bisher jeden Mann zurück. Kann er ihr kaltes Herz mit heißen Küssen zum Schmelzen bringen? Annie Burrows wurde in Suffolk, England, geboren als Tochter von Eltern, die viel lasen und das Haus voller Bücher hatten. Schon als Mädchen dachte sie sich auf ihrem langen Schulweg oder wenn sie krank im Bett lag, Geschichten aus. Ihre Liebe zu Historischem entdeckte sie in den Herrenhäusern, die sie gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer älteren Schwester besichtigte. Weil sie so gern las und sich Geschichten ausdachte, beschloss sie, Literatur zu studieren. An der Universität lernte sie ihren Mann, einen Mathematikstudenten, kennen. Sie heirateten, und Annie zog mit ihm nach Manchester. Sie bekamen zwei Kinder, und so musste sie zunächst ihren Traum von einer Karriere als Schriftstellerin vergessen. Doch ihr Wunsch zu schreiben blieb, und nach mehreren gescheiterten Versuchen wurde ihr Roman 'His Cinderella Bride' angenommen und veröffentlicht. Inzwischen sind weitere Regency-Romane von ihr erschienen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 130
    Erscheinungsdatum: 11.01.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783733729431
    Verlag: CORA Verlag
    Größe: 2288 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Verführung auf dem Maskenball

1. KAPITEL

R ichard schaute zu dem seidenen, mit üppigen Volants verzierten Baldachin des Betts hinauf, das er von seinem Bruder geerbt hatte. Jetzt war er hellwach, obwohl er sich vor einer knappen Stunde völlig erschöpft gefühlt und geglaubt hatte, er würde eine Woche lang schlafen.

Dieses Bett hasste er - die weiche Daunenmatratze, das Gebirge aus aufgetürmtem Bettzeug, das ihn zu ersticken drohte. Und er hasste den Kammerdiener ... Nein, das ging zu weit. Natürlich durfte er Jenkins nicht hassen, der seine Pflichten so gut erfüllte, wie es seine begrenzten Fähigkeiten erlaubten. Aber er war eben nicht Fred.

Während seiner Abendtoilette hatte er sich gewünscht, er könnte mit Fred reden und über die absurden Aspekte der letzten Tage - gleichsam Vorstöße hinter feindliche Linien - sogar lachen. Wie sie es so oft in den vergangenen sechs Jahren seines aktiven militärischen Dienstes getan hatten, trotz der Entbehrungen, die sie wegen der idiotischen Befehle eines selbstgefälligen, unfähigen Kommandanten erlitten hatten ...

Doch er hatte Fred bei seinem Einzug ins Lavenham House in seinem alten Quartier zurücklassen müssen. Und obwohl er nie zuvor von einem solchen Luxus und so vielen Dienstboten umgeben gewesen war, hatte er sich noch nie so einsam oder unbehaglich gefühlt. Seufzend warf er die Decke beiseite und starrte in die Flammen, die im reich verzierten Marmorkamin züngelten. So muss einem Spion zumute sein, dachte er verbittert. Ohne die Uniform, die seine Identität bezeugte. Getrennt von seinem Regiment, seinen Kameraden. Nicht mehr mit Aufgaben betraut, die nur er allein erfüllen konnte.

Verdammt, draußen auf einer Parkbank, in seinen alten Militärmantel gehüllt, würde er viel besser schlafen als hier, halb erstickt von all den Privilegien, die ein Viscount anscheinend brauchte. Wenn er bedachte, wie er manchmal im Freien geschlafen hatte und seine Decke frühmorgens am Boden festgefroren war ...

Abrupt setzte er sich auf. Am Ende der Straße lag ein kleiner Park mit Bänken. Und im Schrank hing immer noch, zu Jenkins' kaum verhohlenem Leidwesen, sein Armeemantel.

Wenigstens für eine kleine Weile musste er diesem Haus und den Dienstboten entfliehen, selbst wenn er den Pflichten, die ihm der plötzliche, unerwartete Tod seines Bruders Mortimer auferlegte, nicht entrinnen konnte. Fluchend stieg er aus dem Bett und zog im flackernden Feuerschein irgendetwas an, das er zufällig fand. Nur den Militärmantel wählte er bewusst, schlüpfte hinein, und das fühlte sich so an, als würde er in die Arme eines alten Freundes sinken. Als wäre er immer noch Major Richard Cathcart, obwohl ihn plötzlich alle mit "Lord Ledbury" ansprachen.

Er strich über sein vom unruhigen Schlaf zerzaustes Haar und wünschte, seine innere Zerrissenheit würde sich ebenso leicht glätten lassen. Dann hinkte er hinaus und ging, die Lippen grimmig zusammengepresst, die Treppe hinab.

Von seinem Gespräch mit seinem Großvater, dem Earl of Lavenham, hatte er sich noch immer nicht erholt. Natürlich hatte er mit Unannehmlichkeiten gerechnet. Denn nichts anderes als ein gravierender Notfall würde den alten Mann veranlassen, ihn nach Courtlands zu beordern. Und was er dort über seinen jüngeren Bruder erfahren hatte, war gewiss schockierend. Aber was ihm noch immer einen schlechten Geschmack in seinem Mund verursachte, war die Gewissheit, dass es niemanden auch nur einen Deut gekümmert hätte, wäre er im Krieg getötet oder verstümmelt worden, wenn Charlie seine Vorliebe für Männer verborgen hätte.

Erleichtert atmete Richard auf, als er ins Freie trat. Er hatte all die Opfer auf sich genommen, die sein Großvater verlangte, seinen Dienst bei der Armee quittiert, die erforderliche Garderobe gekauft und begonnen, seine Rolle im Lavenham House zu spielen. Aber ...

Auf dem Weg zum Park sog er die Nachtluft tief in seine Lungen. Sie roch nach ... Ruß. Und feucht. Mit

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen