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Verführungen Erotische Erzählungen

  • Erscheinungsdatum: 08.05.2013
  • Verlag: Verlag Krug & Schadenberg
eBook (ePUB)
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Verführungen

Herausragende Autorinnen aus Deutschland, Kanada und den USA sind der Versuchung gefolgt und haben ihre erotische Phantasie spielen lassen. Ergebnis: 18 Erzählungen, die um das Verlangen der Frau nach der Frau kreisen - Geschichten über die facettenreiche Kunst, Frauen zu verführen. Genußvolle Lektüre zum Lesen und Vorlesen. Erzählungen über lesbisches Begehren und die Kunst, Frauen zu verführen.


Die Autorinnen:
Ahima Beerlage
Carolina Brauckmann
Diane Carley
Chrystos
Vera Du
Leslie Feinberg
Karen-Susan Fessel
Barbara Krantz
Manuela Kuck
Jenifer Levin
Minnie Bruce Pratt
Viola Roggenkamp
Stephanie Rosenbaum
Kitty Tsui
Chea Villanueva

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 08.05.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944576039
    Verlag: Verlag Krug & Schadenberg
    Größe: 1305 kBytes
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Verführungen

Viola Roggenkamp

Seidenprobe

Als ich sie das erste Mal sah, hatte ich keine Ahnung, daß sie sich etwas vorgenommen hatte. Daß sie sich etwas mit mir vorgenommen hatte. Was sie sich vorgenommen hatte, war: eine lesbische Frau.

Zum ersten Mal in ihrem Leben.

Es traf mich.

Sie wollte eine Frau kennenlernen, die Frauen liebt. Und diese Frau wollte sie für sich erobern.

Ich sah sie und wollte sie, ohne zu wissen, daß sie sich bereits über mich erkundigt hatte. Ich sah ihren übermütigen Blick. Sie flirtete mit mir. Sie sah meine Lust und erkannte mein Begehren nach ihrer Weiblichkeit. Ich sah eine Frau, die mit Männern lebte. Diese attraktive Frau wegnehmen. Den Männern wegnehmen.

Wir saßen alle drei am Küchentisch. Wir waren zu dritt, und es war Konrads Küchentisch. Es war seine Küche in seiner Wohnung. Und es war sein Geburtstag. Er war vierundvierzig Jahre alt geworden. Genauso alt wie sie. Wir kannten ihn beide und hatten einander nie kennengelernt.

Ihre Lippen waren rot geschminkt. Ich hörte ihr gar nicht zu. Sie sprach, um ihre Stimme in unterschiedlichsten Schattierungen vorzuführen. Bestimmt für mein Ohr. Sie sprach über die amerikanische Frauenbewegung und über die militanten Lesben, die ihr unbehaglich gewesen waren. Ich trug an diesem Abend ein Oberhemd meines Vaters, so weit aufgeknöpft, daß meine Brüste zu sehen waren. Darüber ein schwarzes Bolero zu blauen Jeans. Ich sah nicht militant aus.

Sie trug schwarze Strümpfe und schwarze Pumps und darüber nur einen langen, weiten weißen Pullover, unter dem sie ihren vollen Busen verbarg. Sie schützte ihre Weiblichkeit. Sie sah militanter aus.

Später behauptete sie, es seien Leggings gewesen, und nie wäre sie bloß in Strumpfhosen gekommen. Was immer es war, es waren ihre kräftigen Waden.

Sie war nicht dünn. Sie war beinahe schlank. Aber eher nicht. Sie hatte einen kleinen Bauch und Hüften und einen runden Hintern, den sie beim Gehen wiegen konnte. Das konnte sie aber auch lassen. Ganz wie sie wollte. Überschritt ich ihre Grenze und kam ich ihr zu nahe, so daß sie nicht mehr auszuholen vermochte, um mich abzuwehren, konnte sie sich aufblasen wie ein kleiner Kugelfisch, dabei innerlich dünn und gespannt wie ein Seil.

An diesem ersten Abend hätten wir sofort im Bett landen können. Oder auf dem Teppich. Oder auf Konrads Küchentisch. Mir fiel auf, daß es nicht etwa meine Lust allein war, die hier eine kluge Frau gierig auf ihren Körper reduzierte. Sie wollte so begehrt werden. Von mir. Um meiner sicher sein zu können. Der anderen Frau.

Auch vor diesem Mann?

Oder machte sie mich ganz einfach an wie einen Mann? Ich hätte das genießen können, wäre der Mann nicht Zeuge gewesen.

Sie aß, während sie sprach. Käse und Brot. Konrad hatte alles vor ihr aufgebaut und sich dann vor sie hingesetzt. Die Tischplatte dazwischen. Ich sah zu, wie sie die Schale vom Camembert abschnitt und sich das weiche, cremigweiße Innere in ihren Mund stopfte. Sie tat es mit Vorsicht. Um den Lippenstift nicht zu verschmieren. Sie öffnete ihre Lippen zu einem O und stülpte sie dann leicht gekräuselt über den Bissen. Küssen und verschlingen. Ich sah ihr zu. Konrad auch. Dann sah ich auf Konrad, wie er halb über dem Tisch liegend von ihrem Teller die Käserinden sammelte und sie Stück für Stück verzehrte.

Warum ißt du denn nicht richtig? fragte ich ihn, denn dieser Anblick machte mich wütend auf sie, und genau dieses Gefühl wollte ich jetzt nicht haben.

Oh, ich esse gern die Rinden, sagte er und lag mit seinem Gesicht auf ihrem Teller. Das wurde ihr unangenehm vor mir. Im selben Moment begann ich mich vor ihm zu ekeln.

Ich fuhr sie nach Hause. Sie war mit Vorbedacht ohne Auto gekommen. Die lustvolle Spannung zwischen uns war Genuß. Sprechen konnten wir nicht. Meine Hände lagen auf dem Steuerrad.

Ohne sie zu berühren, griff ich über ihren Sc

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