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Vier feine Freunde und andere Geschichten (Naturwissenschaftliche Märchen - Vollständige illustrierte deutsche Ausgabe) Naturkundliche Märchen, Geschichten von Pflanzen, Tieren und astronomischen Gegebenheiten von Ewald, Carl (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.08.2013
  • Verlag: e-artnow
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Vier feine Freunde und andere Geschichten (Naturwissenschaftliche Märchen - Vollständige illustrierte deutsche Ausgabe)

Dieses eBook: 'Vier feine Freunde und andere Geschichten (Naturwissenschaftliche Märchen - Vollständige illustrierte deutsche Ausgabe)' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Karl Ewald (dänisch Carl Ewald; 1856 - 1908) war ein dänischer Schriftsteller. Die naturkundlichen Märchen, die bald auf fünf Bände anwuchsen, begründeten seine literarische Bekanntheit. Weitere Geschichten von Pflanzen, Tieren und astronomischen Gegebenheiten folgten. Er entwickelte sich zu einem vielseitigen Schriftsteller und schrieb auch Novellen, historische und zeitgenössische Romane, Lustspiele und satirische Skizzen. 1905 übertrug er die Märchen der Brüder Grimm ins Dänische. Seine Schriften wurden in viele Sprachen übersetzt und erlebten eine große Anzahl von Auflagen. In Deutschland wurden vor allem die Märchen und die Erzählung Das Zweibein so bekannt, dass man Karl Ewald vielfach für einen deutschen Dichter gehalten hat. Inhalt: Vier feine Freunde Der stille See Die leeren Stuben Die Nonnen Der Aal Die Kohlraupe Der Fliederstrauch Die Kaulquappen Der kleine Junge und sein Magen Die Mistel Die zwölf Schwestern Eine neue Geschichte vom Zweifüßler

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 337
    Erscheinungsdatum: 16.08.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788074841576
    Verlag: e-artnow
    Größe: 2188 kBytes
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Vier feine Freunde und andere Geschichten (Naturwissenschaftliche Märchen - Vollständige illustrierte deutsche Ausgabe)

Drittes Kapitel: Eine Mutter
Inhaltsverzeichnis

Die Zeit verstrich, und alle ehrbaren Vogelweibchen saßen auf den Eiern und schauten gar ernst aus den Augen, während ihre Ehemänner ausflogen, um Fliegen für sie zu fangen, oder ihnen etwas vorzuzwitschern.

Auch bei dem Rohrsängerpärchen war es nicht anders. Aber es ließ sich nicht leugnen, daß der Rohrsänger manchmal etwas müde und verdrießlich war. Dann dachte er daran, wie gut der Aal und der Frosch und der Barsch und alle die andern Ehemänner es doch hätten.

Eines Abends saß er beim Neste und sang:

"Nun ist es Frühling - Gott sei Dank,
Wenn's auch recht hart ist für einen Sänger.
Flüchtig nur liebt' ich frei und frank,
Renne umher jetzt als Fliegenfänger.
Schlüpfen die Kleinen erst aus dem Ei,
Wird noch ärger die Schererei!"

"Wenn du's schon müde bist, hättest du die Finger davon lassen sollen," sagte das Rohrsängerweibchen. "Anfangs hast du dich gehörig für mich herausgeputzt. Wie hübsch du warst! - - - Ich finde, du fängst schon an, die Farben zu verlieren."

"Das Leben nimmt einen mit," erwiderte er. "Wenn man so bei jedem Wetter auf die Fliegenjagd hinaus muß, geht der Hochzeitsstaat schnell genug flöten."

"Ich finde auch, du singst nicht mehr so schön wie früher."

"Nicht? Dann kann ich auch schweigen. Ich zwitschere ja nur deinetwegen. - Übrigens, verstehst du wohl, daß ich nur Spaß mache. Ich freue mich fürchterlich auf die Kinder. Es wird mir eine Ehre und ein Vergnügen sein, sie vollzustopfen, bis sie platzen. Vielleicht hätten allerdings drei genügt ..."

"Du solltest dich schämen."

"Das tu ich auch, meine Liebe. Den zweien gegenüber. Aber da ich nicht weiß, welche beiden es sind, macht es nichts."

Das Weibchen setzte ein sehr ernstes Gesicht auf. Aber er fing schnell eine fette Fliege, steckte sie ihr in den Mund und trillerte so herrlich, daß sie wieder ganz verliebt in ihn war.

Da ertönte unten vom Wasser unter dem Uferabhang her ein tiefer Seufzer.

"Der kam von einer Mutter," rief das Rohrsängerweibchen. "Das konnte ich deutlich hören."

"Stimmt!" sagte eine grobe Stimme.

Die Rohrsänger guckten hinab und erblickten einen Krebs, der im Schlamme saß und mit seinen Stielaugen heraufstarrte.

"Herr Gott, sind Sie's, Madam Krebs!" rief das Rohrsängerweibchen.

"Allerdings, liebe Frau," erwiderte der Krebs. "Ich selbst und niemand anders, hier saß ich im Dreck und hörte der Unterhaltung der Herrschaften zu. Jesses, wie gut und reichlich so eine vornehme Dame es doch hat im Vergleich mit unsereinem!"

"Ein jeder hat sein Päckchen zu tragen," sagte das Rohrsängerweibchen. "Sie können mir glauben: schön ist es wahrhaftig nicht, hier zu liegen im Schweiße seines Angesichts!"

Der Krebs verdrehte die Augen und faltete die Fühlhörner.

"Ja, ja, Sie können gerade mitreden! wie lange dauert's denn bei Ihnen? Sagen wir: vier bis fünf Wochen, während ich mit meinen Eiern sechs Monate herumlaufe."

"Du meine Güte! Aber Sie können sich doch wenigstens dabei bewegen!"

"Ach! Mit der Bewegung ist's nicht weit her bei einem Krebs! Und die gnädige Frau hat nur fünf Eier, aber ich habe zweihundert."

"Gott behüte!" rief da der Rohrsänger. "Ihr armer Mann muß sich dann aber ordentlich abrackern, um Nahrung für eine so große Familie herbeizuschaffen."

"Der? Das Ungetüm!" war die Antwort des Krebses. "Der hütet sich wohl. Ich hab seit der Hochzeit nichts von ihm gesehn."

"Sie müssen doch ein riesiges Nest für alle die Eier brauchen," bemerkte das Rohrsängerweibchen.

"Man merkt's, daß Sie nicht mit den Verhältnissen kleiner Leute Bescheid wissen, liebe Frau," sagte der Krebs. "Unsereins kann sich kein Nest leisten. Nein, ich muß brav die Eier mit mir herumschleppen."

"Wo haben Sie sie denn, Madam Krebs?"

"Ich trage sie an den Hi

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