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Vom Glück und den Tagen dazwischen Roman von Matthes, Frida (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 31.01.2019 per Download lieferbar

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Vom Glück und den Tagen dazwischen

Nach zahlreichen gescheiterten Liebesbeziehungen beschließt Emmi mit Ende 30 die Suche nach dem perfekten Mann ein für alle Mal zu beenden und alleine glücklich zu werden. Trotzdem (oder gerade deswegen) schmuggelt sie sich auf der Hochzeit ihres Ex-Freundes ein - mit ungeahnten Folgen. Um sich von den Ereignissen abzulenken und einem drohenden Urlaub mit ihren Eltern zu entkommen, begibt sie sich kurzerhand mit vier sehr ungleichen Frauen auf eine spontane Fahrt ins Ungewisse ... Frida Matthes arbeitete viele Jahre für Funk und Fernsehen. Nach hunderten Reportagen über Fabergé-Eier, essbare Algen, Hundeernährungsberatung, Kinderfußball, Höhlenkäse und andere seltsame Phänomene fühlte sie sich gut gerüstet für die fiktive Welt des Schreibens. Mittlerweile hat sie unter verschiedenen Pseudonymen etliche Romane, Jugend- und Sachbücher veröffentlicht - und dabei Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste erobert. Frida Matthes lebt mit ihrer Familie in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 31.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732561018
    Verlag: Bastei Lübbe AG
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Vom Glück und den Tagen dazwischen

Und so mache ich es jetzt offiziell: Ich sage dem Singleleben Adieu! Einem Single fehlt nämlich etwas, und mir fehlt jetzt offiziell nichts mehr. Ab heute führe ich eine voll funktionierende Individualpartnerschaft mit mir selbst. Ha! Ich überlege, ob ich meine Eltern anrufen soll, um ihnen die tolle Neuigkeit sofort mitzuteilen. Ja, Doris und Heinz, eure Tochter ist nicht mehr die bedauernswerte Achtunddreißigjährige, die händeringend nach einem Kerl sucht. Eure Tochter ist alleinige Geschäftsführerin ihres erfolgreichen und erfüllten Lebens. Ist das nicht toll?

Ich greife schon zum Telefon, dann zögere ich, denn ich male mir aus, wie toll meine Eltern das finden würden. Seitdem ich mit Bruno, dem Sohn der Postbeamtin, Schluss gemacht habe, wittern sie nämlich hinter allem, was mit meiner Lebensgestaltung zu tun hat, ein psychisches Problem. Wie Bindungsstörungen. Oder Feminismus. Eine Zeit lang haben sie mich auch vermeintlich subtil ausgefragt über die enge Beziehung zu meiner besten Freundin Kim, als ob sie da des Pudels Kern vermuteten, wobei sie selbstverständlich das Wort lesbisch nie in den Mund nahmen. Kim würde ich ja gerne anrufen, um ihr die großartigen Neuigkeiten zu überbringen, aber die ist mal wieder auf einem ihrer monatelangen Rucksacktrips in Argentinien.

Dabei fällt mir mein eigener Urlaub ein, den ich in zwei Wochen antreten muss. O Schreck! Ich habe ihn in einer düsteren Stunde auf Anraten einer meiner Facebook-Singlegruppefreundinnen gebucht. Keine Ahnung, was ich mir dabei gedacht habe. Vermutlich gar nichts. Singles sind ja so leicht manipulierbar! Da reicht schon die dreiste Lüge "Da wirst du unter Garantie jemanden finden!", und schon ist man gewillt, zweitausendsiebenhundert Euro zu latzen, um mit "Megastimmung" zehn Tage lang mit achthundert anderen Singles auf einem Kreuzfahrtschiff eingepfercht über das Mittelmeer zu schippern. Dabei hasse ich Bootsfahrten. Und Rafting, von dem der Reiseveranstalter hofft, dass man sich von Todesangst gepeinigt in schäumender Gischt das Jawort entgegenschleudert. Und Klettertouren in den Dolomiten - meine Güte, was habe ich letztes Jahr vor Höhenangst geschlottert! Und Städtereisen hasse ich auch, wenn ich sie mit einer heterogenen Singlegruppe machen muss. Wobei sich das heterogen darauf bezieht, dass die Verhaltensauffälligkeiten ungleichmäßig verteilt sind - es wimmelt nur so von Egomanen, Langweilern, Angebern, unerträglichen Schwatzbacken und anderen Soziallegasthenikern.

Aber jetzt ist Ende damit. Keine Singlereisen mehr für Emmi Pfeiffer. Ich bin ja so erleichtert! Endlich kann ich mal in meinem Urlaub machen, was ich will. Und ich habe sechs blitzeblanke Wochen vor mir! Ist das nicht wunderbar? Die richtige Gelegenheit, mir als Erstes ein cooles Hobby zuzulegen. Gin zum Beispiel. Ist ja so was von angesagt! Und ein perfektes Smalltalkthema, mit dem man sich wunderbar profilieren kann. Man lehnt sich an die Bar und entlarvt jeden, der nur Bombay Sapphire und Beefeater kennt, als Amateur, während man selbst über kleine Westerwälder Destillerien und ihre Ginkreationen palavern kann, als hätte man Wacholder im Blut. Und wenn die Männer einem dann begehrliche Blicke zuwerfen, dann sagt man einfach: "Bedaure, Babe. Ich fall nicht mehr drauf rein."

Ja, sehr schön, Gin! Tolle Idee. Ich krame also die Flasche Gin raus, die ich noch irgendwo rumstehen habe, aber es ist nur eine enttäuschende Marke namens Gordon's Dry, und die sieht kein bisschen elitär aus. Vielleicht sollte ich auch erst mal was essen, bevor ich anfange, meinem neuen Hobby nachzugehen. Doch mein Kühlschrank ist nur von außen reichlich dekoriert mit Postkarten und Fotos, innen ist er erschreckend leer. Es gibt noch ein Stück Holländer Käse und ein Glas Gewürzgurken, bei dem das Wasser noch nicht ganz trüb geworden ist. Na gut. Besser als nichts.

Ich schneide mir eine Scheibe Käse ab, bele

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