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Von allen Reichtümern von Benni, Stefano (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.03.2014
  • Verlag: Wagenbach
eBook (ePUB)
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Von allen Reichtümern

Lebensweisheit und Witz, zarteste Poesie und giftender Sarkasmus, Klugheit und überbordende Erzählfreude: Der italienische Literaturstar Stefano Benni in Höchstform! Martin, ein älterer Literaturprofessor und Dichter, lebt außerhalb des Dorfes, in einem Haus am Waldrand. Er hat sich gut eingerichtet mit seiner Einsamkeit, schreibt ein Buch, spricht mit seinem Hund und wartet auf E-mails von seinem Sohn, der als Musiker in Amerika lebt. Als in das Haus gegenüber ein junges Paar einzieht, wird sein Gleichgewicht empfindlich gestört: stadtmüde Künstler, die sogleich die Nähe des Älteren suchen. In ihm, einem Maler und Galeristen, sieht Martin sich selbst als jungen Mann. Sie, Tänzerin und Schauspielerin, weckt seine Erinnerung an eine große Liebe. Mit ihr wird er spazierengehen, am blauen See, um den eine dunkle Legende gewoben ist über ein Mädchen, das einst darin verschwand ... Märchen, Geheimnisse der Vergangenheit und gegenwärtiges Erleben verschwimmen im virtuosen Spiel des Dichters. Dann wieder poltern sehr prosaische Ereignisse und alltägliche Zumutungen in das Leben des Professors, die Welt zerrt an ihm und will dies und das. Dabei ist Martin vollauf beschäftigt mit diesem neuen alten Gefühl der Liebe. Und Benni wäre nicht Benni, wenn er den melancholischen Wendungen nicht immer wieder seinen Witz, seine (Selbst-)Ironie und Sprachmächtigkeit entgegensetzen würde. Das Leben im italienischen Dorf schildert er so anschaulich, dass man glaubt, selbst dort zu sein.

Stefano Benni wurde 1947 in Bologna geboren, wo er auch heute noch lebt. 1981 publizierte er seinen ersten Lyrikband, erlebte jedoch den literarischen Durchbruch erst zwei Jahre später mit seinem Science-Fiction-Roman "Terra". Seither zählt Benni zu den erfolgreichsten und bekanntesten Autoren Italiens, wo von seinen Büchern - Romane, Erzählungen und Gedichte - mehr als 2,5 Millionen Exemplare verkauft wurden. Seit 1992 hat er zudem zahlreiche Theaterstücke verfasst, von denen die meisten am Teatro dell'Archivolto in Genua uraufgeführt wurden. 1989 führte er Regie bei dem Film "Musica per vecchi animali". Benni schreibt regelmäßig Kolumnen für "Panorama" und die Tageszeitung "Il Manifesto".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 10.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783803141477
    Verlag: Wagenbach
    Serie: Quartbuch
    Originaltitel: Di tutte le ricchezze
    Größe: 3145 kBytes
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Von allen Reichtümern

2.

Können wir so tun, als bedauerten wir nichts?

Wir können sagen, alles ist getan

Und das Verlangen, das uns verließ

Wir wollten es so. Wir können

Neid und Ehrgeiz vergessen

Und die Geringschätzung nicht nur des Gemeinen

Sondern auch des Großen und Edlen

Die unsere Beschränktheit verrät .

Mehr kriegst du nicht, sagt die Stimme im Dunkel

Eine Frau, die wir liebten, wies uns zurück

Ein Buch begann und ward sofort Asche

Wir verrieten einen Freund und ein Feind hatte mehr Glück

Es gibt ein Bild in einem versteckten Raum

Ein übersehenes Tier im Wald

Der schönste Falter flog hinter unsrem Rücken

Eine Pforte wartete vergeblich auf uns

Und in unsren schönsten Erinnerungen

Wie auf den frühen Kindheitsfotos

Verhüllt ein Schatten unser Lächeln. Ein Schatten

Verdunkelt die Gewissheit des Weisen

Die Wildheit des Kriegers, die Sehnsucht des Satyrs

Das, was wir nicht hatten, das, was noch fehlt

In irgendeiner versteckten Abstellkammer des Herzens

Ein Spielzeug auf dem Dachboden, ein Gesicht in der Menge

Und der Tropfen, der von der Dachrinne perlt

Erinnert an das weite Meer. Dann regnet es

Und stillt für einen Moment jeden durstigen Traum .

In der Nacht bin ich plötzlich erwacht

Auf dem feuchten Gras höre ich nun

Den Fragen der Grillen und des Käuzchens zu

Warum bloß gehört euch die Welt?

Warum fürchtet ihr das Dunkel, das die Hälfte des Lebens darstellt?

Ich, geboren im Lampenschein

Habe nicht vergessen jenes Licht

Ich verstehe den Schrecken nicht, der den Städter

Peinigt, wenn die glühende

Maschinerie erlischt

Die seine Laster erleuchtet .

Maudit l'amour/ die Jugend altern lassend

Gerechte und Ungerechte mit Erinnerungen quälend

Verflucht das Alter und seine geringe Weisheit

Der Fuchs färbt seine Schnauze weiß

Und kümmert sich nicht drum. Einen Tag nur lebt der Nachtfalter

Und bringt sich in der Flamme um. Lange leben

Schildkröten und Papageien, ganz ohne Kalender

Lange leben die besten Bücher

Andere sind zu Recht vergessen

Andere fallen und erstehen wieder auf

Zweihundertmal las ich die ersten Zeilen

April ist der grausamste Monat

Doch auch der Oktober scherzt nicht, sagte der Freund

Der nicht mehr in meiner Nähe weilt .

Ich beobachte das Leben der andren. Meines hingegen nicht mehr

Die Schnauze d

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