text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Wahre Liebe stiehlt man nicht Liebesroman von Folk, Johanna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.06.2019
  • Verlag: édition el!es
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Wahre Liebe stiehlt man nicht

Vor zwei Jahren von zu Hause abgehauen bestreitet Tabea zusammen mit ihrer Freundin Kerstin ihren Lebensunterhalt durch Einbrüche und Diebstähle. Als während eines Einbruchs eine alte Frau verletzt wird, sucht Kerstin skrupellos das Weite, während Tabea zu helfen versucht. Sie wird von der Polizei geschnappt und ins Gefängnis gesteckt. Aber das Schicksal gibt ihr eine zweite Chance, denn die alte Frau holt sie dort heraus und engagiert sie als Haushaltshilfe, damit sie ihre Schuld abarbeiten kann. Nur die mit im Haus wohnende Enkelin Claudia macht mit ihrer unverhohlenen Abneigung Tabea das Leben schwer. Dennoch übt Claudia eine gewisse Anziehungskraft auf Tabea aus ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 04.06.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956092831
    Verlag: édition el!es
Weiterlesen weniger lesen

Wahre Liebe stiehlt man nicht

1

L eise schlich sich Tabea im Garten von Baum zu Baum. Immer näher an das Haus heran. Von der Straße aus war sie nicht zu sehen. Es war das perfekte Grundstück für einen Einbruch. Vorn hell erleuchtet, aber rundherum durch Hecken vor fremden Blicken geschützt. Was als Schutz der Privatsphäre vor den Nachbarn gedacht war, wurde für sie zu einem ausgezeichneten Sichtschutz vor unerwünschten Blicken.

Kerstin wartete an dem kleinen Loch in der Tujahecke, durch das Tabea zuvor schon hindurchgeschlüpft war. Es sollte eigentlich keiner der Bewohner zu Hause sein. Sie hatten es die letzten Tage gründlich ausbaldowert.

Das war gar nicht so einfach gewesen. Schließlich fielen sie in dieser noblen Wohngegend auf wie bunte Hunde. Nicht nur, weil Kerstin einen roten Irokesenschnitt hatte, den sie beim Auskundschaften meistens unter einem Cappy versteckte. Allein schon an ihren Klamotten war zu sehen, dass sie nicht ganz hierhergehörten. Aber wenn man täglich um jeden Euro kämpfte, konnte man es sich eben nicht leisten, schicke Kleidung zu tragen. Auch wenn Tabea darauf achtete, dass sie wenigstens einigermaßen sauber war. Was gar nicht so einfach war, wenn man ihre Lebenssituation betrachtete.

Es lief offenbar wie geplant. Der Mann war zum Sport gegangen, und die Dame des Hauses hatte sich von einem Taxi abholen lassen. Außer den beiden wohnte anscheinend niemand im Haus. Einen Hund gab es auch nicht. Dennoch wollten sie auf Nummer sicher gehen. Sie wollten drinnen auf keine bösen Überraschungen stoßen.

Der Sommer neigte sich dem Ende, und vereinzelt fielen schon ein paar Blätter. Das bedeutete nicht nur, dass es abends noch angenehm warm war, sondern es war auch noch Tageslicht vorhanden. Ein Nachteil, wenn es darum ging, sich unbemerkt durch fremde Wohngegenden zu schleichen. Aber ein Vorteil, wenn es darum ging, von außen in die Häuser zu schauen. Außerdem erhöhte es die Wahrscheinlichkeit, dass die Bewohner ein Fenster im Haus zum Lüften offenließen.

Tabea befand sich mittlerweile direkt an der Hauswand. Jetzt kam der kritische Teil, denn an dieser Stelle konnte sie von den Nachbarn gesehen werden, falls die aus den oberen Stockwerken heraus aus den Fenstern schauten. Sie suchte deshalb Schutz hinter einer Wassertonne.

Bingo. Von hier aus sah sie ein Fenster direkt über sich, das lediglich gekippt war. Sie gab ein Schnalzen von sich, und wenige Sekunden später war Kerstin direkt neben ihr. Wie kein Zweiter konnte sich Kerstin lautlos fortbewegen. Sie hatte Tabea dadurch schon einige Male zu Tode erschreckt, wenn sie plötzlich wie aus dem Nichts hinter oder neben ihr erschienen war.

Kerstin zog einen Schraubenzieher aus ihrem Rucksack. Es war für sie eine Kleinigkeit, das Fenster aus den Angeln zu heben. Und auch wenn es nicht ihr erster gemeinsamer Einbruch war, klopfte Tabeas Herz bis zum Hals, als sie das knirschende Geräusch hörte, während Kerstin das Fenster aufhebelte.

Jetzt musste alles ganz schnell gehen. Kerstin sprang ins Haus, gefolgt von Tabea. Wie erwartet setzte der schrillende Ton der Alarmanlage ein. Davon ließen sich die zwei aber nicht beirren. Da sie schon oft genug von außen in das Gebäude geschaut hatten, wussten sie genau, wer wo hingehen würde.

Mit ein paar geübten Griffen öffneten sie gezielt Schubladen, Kaffeedosen, unauffällige Kästen oder das Gefrierfach im Kühlschrank. Keine dreißig Sekunden dauerte es, bis sie wieder den Rückzug antraten.

Kerstin öffnete die Terrassentür, und sie stürmten hinaus in den Garten. Aus dem Nachbarhaus schrie ihnen noch jemand hinterher. Tabea konnte nur schwer dem Drang widerstehen, ihren Kopf in dessen Richtung zu drehen. Gleichzeitig war sie froh, ihren Kapuzenpulli zu tragen. Die Kapuze hatte sie vor Betreten des Gartens übergestülpt und tief ins Gesicht gezogen.

Jetzt rannten sie auf das Loch zu, durch das sie zuvor schon hereingeschlüpft waren. Kerstin preschte zue

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen