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Weil du mir versprochen bist von Bischof, Joanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.09.2015
  • Verlag: Brunnen Verlag Gießen
eBook (ePUB)
13,99 €
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Weil du mir versprochen bist

Es beginnt mit einem harmlosen Kuss. Aber im 19. Jahrhundert war ein Kuss alles andere als harmlos. Die schüchterne Leonie wird daraufhin von ihrem Vater gezwungen, den jungen Mann zu heiraten, um der Familie Schande zu ersparen. Dieser junge Mann, Gideon, ist ein Mädchenschwarm, entpuppt sich dann aber als ziemlich egoistische Person ... er ist von der Situation in der Ehe völlig überfordert. Am Anfang sieht ihr Start ins gemeinsame Leben daher ziemlich düster aus. Wie ihre Geschichte doch noch zu einem guten Ende kommt, wird bis zum Schluss spannend und emotional erzählt. Joanne Bischof lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in den Bergen Südkaliforniens. Wenn sie gerade keine Liebesgeschichten erzählt, bloggt sie Beiträge über den Glauben, das Schreiben und die Abenteuer des Landlebens, das ihre Geschichten inspiriert. 'Weil du mir versprochen bist' ist ihr erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 09.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783765573408
    Verlag: Brunnen Verlag Gießen
    Originaltitel: Be Still My Soul. The Cadence of Grace, Vol. 1
    Größe: 2137 kBytes
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Weil du mir versprochen bist

1

S anft strich die Nachtluft über Leonies Arme. Sie betete, dass der kühle Atem des Herbstes sie forttragen möge - fort von hier in ein anderes Leben. Herr, hilf mir. Sie blickte zu ihrem Vater auf und zwang sich zu einem schmalen Lächeln. Mit seinem breiten Rücken stand er vor dem mondbeschienenen Himmel, sein verwittertes Gesicht unter der Krempe seines Filzhutes verborgen. Strähnen ihres kastanienbraunen Haares wirbelten gegen Leonies Wangen. Sie blinzelte und wünschte, der Windhauch könnte ihre Aufregung besänftigen.

Joel Sawyer zog eine buschige Augenbraue hoch. "Ich weiß wirklich nicht, was mit dir los ist. Warum bist du mit einem Mal so nervös?"

Leonie hob das Kinn. "Ich bin nicht nervös", erwiderte sie und sah ihn trotzig an. "Ich verstehe bloß nicht, weshalb ich ..." Sie stockte und biss sich auf die Lippen, als ihre Stimme zu zittern begann. Mit dem Daumen fuhr sie über ihr schmerzendes Handgelenk, wo sich der frische Abdruck der kräftigen Finger ihres Vaters abzeichnete.

"Weil deine Mutter Kopfschmerzen hat", knurrte er so leise, dass nur sie es hören konnte. Seine Augen bohrten sich in ihre, und Leonie konnte sehen, dass er log. "Was soll Samson sonst von mir denken?" Sein schlechter Atem schlug Leonie ins Gesicht. "Und jetzt mach schon, und sing für die Leute."

Leonie schluckte und ließ den Blick über die Menschenmenge schweifen, die sich vor der kleinen Bühne zum Tanzen eingefunden hatte. Es war einer der letzten Sommerabende unter freiem Himmel. Die ersten Herbstblätter bedeckten schon den Waldboden. Mit ihren siebzehn Jahren hatte Leonie noch nie vor Publikum gesungen. Sie kam sich lächerlich vor, als sie spürte, dass ihr Herz bis zum Hals schlug und sie vor Angst eine Gänsehaut bekam. Wenn Samson bloß nicht gefragt hätte, ob ihre Mutter heute Abend singen könnte.

Doch ihr Vater hatte sich klar ausgedrückt. Keinesfalls würde seine Ehefrau "dicht an dicht" mit Samson Brown auf der Bühne stehen! Nur über seine Leiche, hatte er gesagt. Leonie blickte hinter ihm her, als er mit gebeugten Schultern die Stufen der Verandabühne hinunterstapfte.

"Tut mir leid, dass deine Mutter Kopfschmerzen hat", raunte Samson ihr zu. Er lächelte, und um seine Augen bildete sich ein Kranz aus kleinen Fältchen.

Leonie nickte stumm. Bestimmt wusste er Bescheid. Doch sie widerstand der Versuchung, den Mann als Lügner bloßzustellen, der sie soeben vor der Bühne abgestellt hatte wie eine Schachfigur.

Leonie richtete den Blick zum Himmel. Die Kühle der Nacht drang durch den Stoff ihres ausgeblichenen karierten Kleides. Sie sandte ein stummes Gebet nach oben zu dem Einen, der ihr helfen konnte, dies durchzustehen. Ihre Mutter war die Nachtigall. Nicht sie. Alle erzählten sich, dass niemand sonntagmorgens in der Kirche so schön sang wie Maggie Sawyer.

Ein grau gefleckter Hund spitzte die Ohren, als Leonie einen Schritt über ihn hinweg auf die improvisierte Bühne machte. Ihre nackten Füße wichen den Laternen aus, die am Rand der Veranda aufgestellt waren. Samson Brown zwinkerte ihr zu und nahm sein Banjo auf den Schoß. Leonie stellte sich auf ihren Platz neben Gideon O'Riley, dem Mandolinenspieler des Trios. Erschrocken trat sie zur Seite, als ihre Schultern sich versehentlich berührten, und stolperte beinah.

Gideon warf ihr einen undurchdringlichen Blick zu. Kurz blitzte Belustigung in seinen grünen Augen auf. Leonie schalt sich, weil sie sofort errötete. Der Geigenspieler, ein Hufschmied, legte sich das Instrument ans Kinn. Die Furchen in seinen abgearbeiteten Händen waren schwarz wie Kohle. Er nickte und wartete mit erhobenem Bogen. Zaghaft erwiderte Leonie sein Nicken.

Das dumpfe Klopfen seiner Stiefel gab den Rhythmus vor und drang durch die Holzdielen. Dann glitt sein Bogen über die Saiten, langsam wie eine Katze, die nach einem schönen, langen Mittagsschlaf ihre Glieder streckt. Gideon zupfte die Saiten seiner Man

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