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Weit hinter dem Horizont von Lawens, Christine (eBook)

  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Weit hinter dem Horizont

Florence Letrec ist eine junge, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris. Lange war sie nicht mehr in ihrer Heimat, an der wild-romantischen Küste der Bretagne - zu schmerzlich sind die Erinnerungen. Florences Eltern starben bei einer Explosion auf einem Leuchtturm, als sie gerade zwölf Jahre alt war. Sie wuchs gut behütet bei ihrer Großmutter im malerischen Locronan auf. Eines Tages erhält Florence einen Brief ihrer totgeglaubten Mutter aus einem Kloster, der sie zurück in die Bretagne führt. Dort begibt sie sich gemeinsam mit ihrer Jugendliebe Serge auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familiengeschichte, in tiefe menschliche Abgründe. Dabei entdeckt sie die Memoiren ihrer Mutter und begreift, warum ihre Großmutter alles getan hat, um ein Verbrechen zu vertuschen und Serge und sie auseinanderzubringen. Florence riskiert dabei nicht nur ihren guten Ruf, sondern auch ihr Leben in Paris und den Zusammenhalt ihrer Familie und einstiger Freunde. Plötzlich weiß Florence, dass sie all ihre Pläne überdenken und ihrer inneren Stimme vertrauen muss ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 389
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955307165
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1660 kBytes
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Weit hinter dem Horizont

Kapitel 3 In all den Erinnerungen, die Florence' Kindheit betrafen, stand das Schloss hoch, gewaltig und stolz da wie auf den Fotos in ihrem alten Album, mit der einladenden geschwungenen Steintreppe und dem in den Himmel ragenden Turm. Aber jetzt wirkte es dunkel und verwittert. Einer der Fensterläden hing schief herunter. Hatte es beim letzten Mal auch schon so ausgesehen? Oder hatte Florence nur das gesehen, was sie hatte sehen wollen? Florence atmete tief durch, umklammerte den Griff ihrer Reisetasche und ging zur Haustür. Oben im ersten Stock bewegte sich ein Vorhang. Florence läutete, wartete und läutete noch einmal. Sie wollte gerade in ihrer Tasche nach ihrem eigenen Schlüssel suchen, als die Haustür von einer finster dreinblickenden Matrone in Schwesternkleidung geöffnet wurde. "Ja bitte?", fragte die Frau. "Was wollen Sie?" "Ich bin Florence Letrec. Und wer sind Sie?" Die Frau antwortete einen Moment lang nicht, sondern blieb reglos in der Tür stehen. "Die Enkelin aus Paris. Richtig. Nun, ich denke, Sie kommen besser herein", sagte sie schließlich. Florence drängte sich an ihr vorbei in die Halle. Alle Vorhänge waren zugezogen, um die Nachmittagssonne auszublenden. Im Haus roch es muffig. Der Geruch der Vergangenheit lastete über allem. Dieser Gedanke durchzuckte Florence plötzlich. Doch genauso schnell schob sie ihn wieder beiseite und sah sich um. Alles war vertraut und doch ganz anders, als sie es in Erinnerung hatte. Es fehlten die frischen Blumen in der Eingangshalle. Florence nahm alles ringsherum in Augenschein. Der riesige Kristalllüster, der seit alters von der Decke schwebte, war mit Spinnweben verhangen, als würde hier eine Riesenspinne ein ganz besonderes Abendessen vorbereiten. Sie betrachtete die Seidenbespannungen an den Wänden und die Ahnenporträts, welche ihre Gedanken in eine längst vergangene Zeit abschweifen ließen. In diesem Gemäuer, dachte Florence, finden sich Erinnerungen an alle bedeutenden Epochen der bretonischen Geschichte. Ein Labyrinth von Gängen, Fluren, Treppen und Passagen führte über die Salons mit bedeutenden Gemälden und Wandzeichnungen hinauf in das Obergeschoss. "Ich bin die Krankenschwester", erklärte die Frau. "Ich heiße Lucienne Rocher." "Ich sehe, dass Sie eine Schwester sind. Was tun Sie hier?" "Ich pflege Ihre Großmutter." Florence runzelte die Stirn. "Seit wann braucht Großmutter denn eine Pflegerin?" "Seit sie sich eine Lungenentzündung geholt hat." Alle Luft entwich aus Florence' Atemwegen. "Lungenentzündung? Wann ist das passiert?" Lucienne Rocher zuckte die Achseln. "Vor drei Wochen. Die Antibiotika schlagen mittlerweile an, aber sie ist noch sehr schwach." Wie angewurzelt stand Florence da, während sich Schuldgefühle in ihr breitmachten und sie nach unten zogen, als würde sie im Treibsand stehen. Sie hätte früher kommen sollen. Sie öffnete den Mund, um weitere Fragen zu stellen, aber die Schwester hatte ihr bereits ihre breite Rückseite zugewandt und marschierte zu der Doppeltür auf der anderen Seite des Wohnzimmers. "Hier entlang", brummte Rocher, als würde Florence den Weg zum Schlafzimmer ihrer Großmutter nicht kennen. Die Pflegerin stieg die Eichentreppe hoch, und Florence ging ihr nach. Oben angekommen, stolperte sie fast über eine große graue Katze, die sich auf dem Treppenabsatz niedergelassen hatte. "Weg mit dir, du Miststück!", rief Lucienne und stieß sie mit dem Fuß an. Die Katze fuhr zusammen und sprang maunzend auf. Dann begann sie um Florence' Knöchel zu streichen. "Na, du, dich kenne ich ja gar nicht", sagte Florence. Sie nahm den Kater hoch und kraulte ihn unter dem Kinn, bis er wie ein leiser Motor zu schnurren begann. "Du bist aber ein Lieber." Rocher wandte sich um und b

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