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Wenn der Almrausch blüht von Raspel, Gabriele (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.02.2014
  • Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
eBook (ePUB)
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Wenn der Almrausch blüht

Christine lebt auf den ersten Blick in einem Paradies. Mit ihrem Mann Stefan und den zwei Kindern wohnt sie bei ihren Schwiegereltern auf einem Ponyhof inmitten der herrlichen bayerischen Landschaft. Doch in ihrer Ehe beginnt es zu kriseln. Als Stefan bei einem Autounfall ums Leben kommt, enthüllt sich endgültig die Wahrheit: Der Hof ist verschuldet, Stefan wollte sie verlassen, die Schwiegereltern stellen sich gegen sie. Christines Welt stürzt mit einem Mal zusammen. Die starke und entschlossene junge Frau muss nun allein einen Weg finden, den Hof und ihre Familie zu retten. Doch zum Glück gibt es den gutaussehenden Tierarzt Peter und den gutmütigen Hund Felix, die ihr neuen Lebensmut geben. Gabriele Raspel wurde in Moers geboren. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter. Nach dem Abitur ging sie für einige Zeit ins Ausland und arbeitete später als Assistentin der Geschäftsleitung in verschiedenen Firmen. 1995 begann sie mit dem Schreiben, vor allem von modernen Heimatromanen und Krimis.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 26.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783475542817
    Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
    Größe: 840 kBytes
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Wenn der Almrausch blüht

3

Die Tage vor der Beerdigung waren erfüllt mit Arbeit, mit dem Trösten ihrer armen Kinder und dem erstmaligen Beschäftigen mit der Buchhaltung - , einem Metier, dem sich bisher immer ihr Mann allein gewidmet hatte. Und so erkannte Christine erst jetzt das ganze Ausmaß ihrer Schulden.

Wie hatte ihr Mann nur so nachlässig sein können? Wie hatte er in einer Zeit, in der sie bereits völlig überschuldet gewesen waren, noch einen neuen Fernseher, den Computer und all die neuen Handys für sich und die Kinder kaufen können? Auch sein iPad, diese teure Spielerei, hatte er unbedingt haben müssen. Er konnte diese Sachen doch nie bezahlen! Das Geld, das er als Forstgehilfe verdiente, war ja nun nicht so hoch, dass er es dermaßen aus dem Fenster werfen durfte. Die Mahnungen der Firmen häuften sich, viele Schreiben waren erst gar nicht geöffnet worden. Ihr blieb nichts anderes übrig, als all die modischen Spielzeuge wieder einzusammeln und zurückzusenden, denn bezahlen würden sie diese nicht können. Sie dachte an das gesparte Geld, das sie im Schreibtischfach aufbewahrte. Das hatte sie immer dazu verwenden wollen, die Eltern einmal unverhofft in Neuseeland zu besuchen. Diese Idee konnte sie sich nun für lange Zeit abschminken.

Hinzu kam die Frage nach ihrem Auskommen. Hanne Burger hatte sich jetzt doch entschlossen, bis zum Ende des Jahres bei ihrem Mann zu arbeiten. Allerdings hatte sie die feste Zusage ab Januar. Bis dahin würde es schwer werden mit ihrer Witwen- und der Waisenrente für die Kinder. Das Geld der Ferienkinder war für Luise und Hubert so eben ausreichend, und auch die Reitstunden, die Luise für die Kinder des Dorfes abhielt, waren nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Bis Januar müsste sie sich dann entscheiden, ob sie in Vollzeit arbeiten wollte. Aber dann würde sie viel weniger Zeit für die Kinder haben. Sie würde Luise um Hilfe bitten müssen. Was diese Sache unmöglich erscheinen ließ, war die Tatsache, dass ihre Schwiegermutter keine sonderliche Liebe ihren Enkeln gegenüber erkennen ließ. Nein, dachte Christine, sie würde es zuerst mit zwanzig Wochenstunden versuchen.

Ein weiterer heikler Punkt waren die Pferde. Bisher hatten sie zehn kleine Shetlandponys auf dem Hof, wobei Sturmwind, ein temperamentvoller Araber, der Liebling ihrer Schwiegermutter war. Während der Oster-, Sommer- und Herbstferien hatten sie Kinder zu Besuch, denen oben unter dem Dach zwei Matratzenlager zur Verfügung standen, und mit denen ihre Schwiegermutter Ausritte unternahm. Aber die Pferde fraßen ihnen sprichwörtlich die Haare vom Kopf. Mit dem Futterlieferanten, zu dem Stefan unterwegs gewesen war, hatte er seit Langem im Clinch gelegen. Wie sollte sie die Rechnungen bezahlen? In ihren Augen blieb nur die Lösung, sich von den Pferden zu trennen. Dann hätte Hubert allerdings seinen Allerwertesten zu erheben und sich einen Job zu suchen. Sie wusste, dass die Arbeitslage nicht leicht war, aber es musste doch möglich sein, auch als Mittfünfziger eine Hilfsarbeit zu finden. Sie wusste nicht wie, aber irgendetwas musste geschehen. Denn anstatt sich um die Reparaturen und Renovierungen im Haus zu kümmern, was eigentlich seine Aufgabe war, saß er herum, las Zeitung oder besuchte die Bräustube von Liesl, vielmehr deren Tochter Gundi.

Die Pferde mussten einfach weg. Denn wenn sie selbst bei Dr. Burger arbeitete, konnte sie sich nicht mehr im gleichen Maße um die Ferienkinder kümmern, alles würde an ihrer Schwiegermutter hängen bleiben - ein unannehmbarer Zustand. Hubert war auch zu dieser Arbeit nicht zu gebrauchen; er hatte zu den Kindern keinen Draht. Ohnehin hatte Luise sich noch immer nicht ganz von ihrer Grippe erholt. Allerdings war Chr

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