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Wenn die Liebe hinfällt... Geschichten von Beziehungscrashs von Schultze, Christian Friedrich (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Wenn die Liebe hinfällt...

'Liebe: Auch so ein Problem, was Marx nicht gelöst hat!' (Jean Anouilh, 1910-1987). Hätten Sie gedacht, dass man als Rentner noch über 'heiße Herbste' nachdenkt? Oder dass Norwegische Waldkatzen in zwischenmenschlichen Beziehungen eine durchaus zupackende Rolle spielen können? Warum hat der durchgeknallte, feinsinnige Herr Schmidt solch eine Furie zur Frau? Und weshalb heiratet eigentlich der schönste Mann der Welt? Na, dann lesen Sie mal... Ein kurioses und vergnügliches Potpourri aus allerlei Beziehungen, die dann doch keine werden. Christian F. Schultze wurde 1944 als Sohn eines Pfarrers in Sachsen geboren. Nach einer Tischlerlehre qualifizierte er sich zum Ingenieur und zum Juristen. Im Herbst 1989 war er an der friedlichen Revolution beteiligt und gehörte für kurze Zeit der letzten Volkskammer und dem Bundestag an. Nach dem Beitritt der DDR zur BRD zog sich Schultze wieder aus der Politik zurück und arbeitete als Rechtsanwalt in Ebersbach/Sa., Zittau, zuletzt in Dresden. Nebenbei ist er als freier Schriftsteller tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 127
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742794642
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 753kBytes
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Wenn die Liebe hinfällt...

Letzter Sommer

Es war erst früh am Vormittag. Noch waren erst wenige Leute hier.

Im Sommer kam er an wirklich schönen Tagen, wenn es richtig warm war, hierher, um im kühlenden See zu schwimmen. Sonst saß er lieber auf dem Balkon seiner kleinen Wohnung, ein Buch in der Hand, in dem er meist nur halbherzig las. Dabei trank er Tee oder Kaffee aus seiner großen Steinguttasse. Von hier aus konnte er jenseits des Sees die Bergketten sehen, was ihn tief befriedigte.

Heute war er gleich nach dem Frühstück hingefahren. Der Wetterbericht hatte Spitzentemperaturen und wolkenlosen Himmel vorhergesagt. Deshalb hatte er sich ein paar Brote gemacht, eine große Colaflasche mit Rotwein gefüllt, alles, samt den Badesachen, in den Rucksack gepackt und war mit seinem Mofa die wenigen Kilometer bis zur Badestelle gefahren. Noch waren Ferien und er ahnte, dass an diesem späten Augusttag viele Wasserfans so denken würden wie er. Sie würden zum See strömen und den gesamten Badestrand in Beschlag nehmen.

Bis jetzt waren erst wenige Gäste angekommen. Es war noch zu früh, die letzten Nebelschleier schwebten noch über dem jenseitigen Ufer. Er legte sich auf die Wiese, nah genug zum Wasser und so, dass er es gleichzeitig nur ein paar Schritte zum Schatten hatte, den die in kleinen Grüppchen stehenden Lärchen warfen, falls es ihm mit der Sonne zu arg würde, aber auch weit genug weg, dass der Blick hinüber zur Bergkette frei war, wenn er die Augen aufschlug.

Die Luft war klar und mild. Ein leichter Wind kräuselte die Wellen. Er würde die Mittagshitze erträglich machen. Die Bergkuppen spiegelten sich im Wasser, das sich noch nicht entscheiden konnte, ob es grün, türkis oder blau leuchten sollte. Die Wiese stieg vom Seeufer aus leicht an.

Von diesem romantischen Lärchenboden am Südufer des Sees war für die Badelustigen nur ein kleiner Teil freigegeben worden. Überall standen Verbots- und Hinweisschilder: Umweltschutz über alles! Man hatte auch eine ganze Anzahl Abfallbehälter aufgestellt. Offenbar hoffte man, dass die menschlichen Horden ihren Abfall dort hinein beförderten. Er ärgerte sich immer wieder darüber, wie es am Abend, wenn er nach einem Badetag nach Hause fuhr, an diesem Strand aussah. Darum fuhr er nur an wirklich warmen Tagen an den See, um in der Sonne zu liegen, zu dösen, in den Himmel oder in die Berge zu schauen und ein paar Runden zu schwimmen. Manchmal las er - ohne wirkliches Interesse - in irgendeinem neu erschienen Buch, von dem die Rezensenten schwärmten.

Und immer hörte er mithilfe seines MP3-Players "seine" Musik. Es gab Tage, da wollte er Bach und die Barockmeister. An anderen Tagen brauchte er Mozart und dann wieder Rachmaninov. Und manchmal hörte er ohne Unterlass die Rockgruppen, die sein Leben begleitet hatten und die nun eine nach der anderen ausstarb.

Zuweilen hatte er auch seinen Operntag. Bis heute konnte er sich nicht entscheiden, ob er die Arien von Mozart oder von Verdi mehr liebte. Es war einfach wunderbar, so ausgestreckt im Warmen zu liegen, in die Universen der Musik abzutauchen, manchmal in die paradiesische Welt um sich herum zu schauen und das Treiben der Pärchen und der Familien mit ihren Kindern zu beobachten. So lange er gesund blieb, würde er das machen. Darüber hinaus verlangte er vom Leben nichts mehr. Im Winter vielleicht noch hin und wieder in die Berge zum Skifahren, so lange er noch fit genug dafür war.

Er liebte auch den Winter. Aber nur, wenn dieser richtig knackig war. Hin und wieder holte er sich eine Flasche guten Scotch, wenn das Geld dafür da war. Musik und Whisky, viel mehr konnte er nicht mehr erwarten von Leben, dass wusste er. Er war damit zufrieden. Er hatte gute Zeiten erlebt, manchmal auch allerhand Geld gemacht, war viel in der Welt herumgereist. Ab und an kam eins seiner beiden erwachsenen Kinder, um nach ihm zu schauen. Dann fuhren sie gemeinsam in die Berge und er wurde zu einem guten Essen eingeladen. Mehr ließ

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