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Wenn du zurückkehrst Roman von Sparks, Nicholas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.06.2020
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Wenn du zurückkehrst

Trevor ist 32 und an einer Wegscheide in seinem Leben angekommen. Da stirbt sein Großvater und hinterlässt ihm sein heruntergekommenes Cottage in North Carolina - samt riesigem wildwucherndem Garten und zwanzig Bienenstöcken. Trevor beginnt das Haus wieder instand zu setzen und kümmert sich mit Begeisterung um die Bienenvölker. Und er lernt zwei geheimnisvolle Frauen kennen, die ihn beide auf ganz unterschiedliche Weise in ihren Bann ziehen: die Polizistin Natalie, zu der er sich sofort hingezogen fühlt, die seine Gefühle auch zu erwidern scheint - und die sich doch nicht an ihn binden kann. Und die Jugendliche Callie, die sich ganz allein durchs Leben schlägt und offensichtlich mit schwerstwiegenden Problemen kämpft. Kann Trevor Callie retten und Natalie für sich gewinnen? Nicholas Sparks, 1965 in Nebraska geboren, lebt in North Carolina. Mit seinen Romanen, die ausnahmslos die Bestsellerlisten eroberten und weltweit in über 50 Sprachen erscheinen, gilt Sparks als einer der meistgelesenen Autoren der Welt. Mehrere seiner Bestseller wurden erfolgreich verfilmt. Alle seine Bücher sind bei Heyne erschienen, zuletzt "Seit du bei mir bist".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 22.06.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641228064
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: The Return
    Größe: 1762 kBytes
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Wenn du zurückkehrst

Kapitel 1

2014

Zum ersten Mal bemerkte ich die junge Frau, als sie am Tag nach meinem Einzug an meinem Haus vorbeilief. Im Laufe der nächsten eineinhalb Monate schlurfte sie mehrmals pro Woche durch die Straße, mit gesenktem Kopf und hochgezogenen Schultern. Lange sagte keiner von uns ein Wort zum anderen.

Ich nahm an, dass sie noch keine zwanzig war - ihre Haltung ließ darauf schließen, dass sie mit der Doppellast von niedrigem Selbstwertgefühl und Zorn auf die Welt zu kämpfen hatte -, aber mit meinen zweiunddreißig war ich inzwischen in einem Alter, in dem ich das nicht mehr gut einschätzen konnte. Abgesehen davon, dass sie lange braune Haare und weit auseinanderstehende Augen hatte, wusste ich über sie nur, dass sie in der Wohnwagensiedlung am Ende der Straße lebte und gern zu Fuß ging. Besser gesagt wahrscheinlich zu Fuß gehen musste, weil sie kein Auto besaß.

Der Aprilhimmel war klar, die Temperatur lag um die zwanzig Grad, bei ausreichend Brise, dass der Duft von Blumen herangetragen wurde. Die Hartriegel und Azaleen im Vorgarten waren mehr oder weniger über Nacht voll erblüht und werteten nun die Kiesstraße vor dem Haus meines Großvaters bei New Bern, North Carolina, auf, das ich kürzlich geerbt hatte.

Und ich, Trevor Benson, rekonvaleszierender Arzt und kriegsversehrter Veteran, schüttelte gerade Mottenkugeln aus einer Schachtel vor die Veranda, missmutig über den bisherigen Verlauf meines Vormittags. Das Problem an Arbeiten im und um das Haus war, dass man nie genau wusste, wann man fertig war, da es immer noch mehr zu tun gab. Oder ob es überhaupt lohnte, den alten Kasten wieder in Schuss zu bringen.

Das Haus - den Begriff verwende ich im weiteren Sinne - machte äußerlich nicht viel her, und die Jahre waren nicht spurlos daran vorbeigegangen. Mein Großvater hatte es selbst gebaut, nachdem er aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekehrt war, und obwohl er ein guter Handwerker war, hatte er nicht viel Talent für Design besessen. Es war ein Quader mit einer Veranda vorn und einer Terrasse hinten, zwei Schlafzimmern, Küche, Wohnzimmer und zwei Bädern. Die Zedernfassade war zu einem gräulichen Silber verblasst, passend zu den Haaren meines Großvaters. Das Dach war geflickt, die Fenster undicht und der Küchenboden mittlerweile so schräg, dass verschüttete Flüssigkeit in einem Rinnsal zur Terrassentür floss. Ich konnte mir gut vorstellen, dass es meinem Großvater, der die letzten dreißig Jahre seines Lebens allein dort gewohnt hatte, das Putzen erleichtert hatte.

Das Grundstück dagegen war etwas ganz Besonderes. Es umfasste knapp fünfundzwanzigtausend Quadratmeter, mit einer uralten, etwas schiefen Scheune und einem Imkerschuppen, in dem mein Großvater seinen Honig erntete, und es war übersät von so ungefähr jeder der Menschheit bekannten blühenden Pflanze, einschließlich Klee und Wildblumen. Den gesamten Frühling und Sommer hindurch ähnelte es einem bodennahen Feuerwerk. Außerdem lag es am Brices Creek, in dem dunkles Wasser so langsam floss, dass es den Himmel oft wie ein Spiegel reflektierte. Sonnenuntergänge verwandelten den Fluss in ein wildes Farbenspiel von Dunkelrot und Orange und Gelb, weil die schwindenden Strahlen das von den Ästen hängende Louisianamoos durchdrangen.

Die Honigbienen liebten den Garten, was auch die Absicht meines Großvaters gewesen war. Ich bin ziemlich sicher, dass er Bienen lieber mochte als Menschen. Auf dem Grundstück verteilt standen etwa zwanzig Stöcke; er war zeit seines Lebens Hobby-Imker gewesen, und oft fiel mir auf, dass diese Stöcke besser gepflegt waren als das Haus und die Scheune. Von Weitem hatte ich ein paarmal nach ihnen gesehen, und die Völker waren, das konnte ich feststellen, gesund.

Momentan vermehrten sie sich rasch, wie immer im Frühling - ich hörte sie tatsächlich schwirren, wenn ich horchte -, und daher überließ ich sie sich selbst. Stattdessen verbracht

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