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Wer ICH sagt, muss auch LIEBE DICH sagen von Schriever, Anica (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.08.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Wer ICH sagt, muss auch LIEBE DICH sagen

Freund weg, Wohnung weg, Job weg. Das hatte Mia sich kurz vor ihrem 30. Geburtstag anders vorgestellt. Zähneknirschend kriecht sie für ein paar Tage bei ihrem besten Freund Gunnar unter. Dummerweise erinnert der sich noch an diese unsägliche Wette aus ihren Jugendtagen: Sollte Mia bis zu ihrem 30. Geburtstag nicht verheiratet sein, darf ihr bester Freund einen Mann für sie aussuchen. Mia ahnt Schlimmes, denn so sehr sie Gunnar auch mag, seinem Männergeschmack ist nicht unbedingt zu trauen ...

Anica Schriever, Jahrgang 1983, wollte bereits mit vierzehn Jahren Schriftstellerin werden. Trotzdem studierte sie nach dem Abitur erst einmal Geschichte und Germanistik in Hannover. Heute lebt sie mit ihrer Familie in ihrer Geburtsstadt Wismar.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 08.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843707466
    Verlag: Ullstein
    Größe: 1299kBytes
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Wer ICH sagt, muss auch LIEBE DICH sagen

1

"... und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende."

Ich verdrehe die Augen, als ich den letzten Satz durchlese. Also bei aller Liebe, das kann ich nun wirklich nicht schreiben. Mein Chef haut mir den Wisch hochkantig um die Ohren, wenn ich ihm das präsentiere. Er ist zwar einiges von mir gewohnt, doch neue Grimm'sche Märchen im 21. Jahrhundert sind selbst für ihn zu viel des Guten. Für mich eigentlich auch, aber ich bin ja Kummer gewohnt. Seit ich für Hallo Berlin arbeite, schockt mich nichts mehr. Ein Wahnsinnsjob. Ehrlich. Mein kompletter Bekanntenkreis beneidet mich darum. Also, sie würden es. Wenn sie es wüssten. Dieser Job ist nämlich so dermaßen der Knaller, dass ich ihnen gar nicht erst davon erzählt habe. Aus gutem Grund. Denn ich will mich nicht komplett zum Affen machen.

Entnervt drücke ich die Entf-Taste auf meiner Tastatur und lösche den Quatsch wieder. Zum tausendsten Mal werfe ich einen gequälten Seitenblick auf meine Notizen. Wie ich daraus innerhalb der nächsten zwei Stunden einen halbwegs brauchbaren Artikel für meine unfassbar originelle Rubrik Herzblatt gefunden: Paare erzählen ihre Liebesgeschichte stricken soll, ist mir schleierhaft. Allerdings ist das nichts Neues. Schließlich sitze ich jede Woche vor dem gleichen Problem. Und wie so oft frage ich mich, was

a) in den Leuten vorgeht, wenn sie die Welt mit ihrer unsäglichen Liebesgeschichte langweilen, und

b) was mein Chef sich dabei denkt, dies auch noch zu drucken.

Gut, die Idee ist auf seinem Mist gewachsen. Er muss es also super finden – tut er auch, glauben Sie mir. Immerhin darf ich mir seine Selbstbeweihräucherung geschätzte fünfzig Mal am Tag anhören. Aber jetzt mal unter uns: Möchte wirklich jemand wissen, dass Tim und Uwe sich beim Wasseraerobic ineinander verliebt haben und nun am Wochenende immer zusammen Nussecken backen?

Laut meinem Chef interessiert das die Berliner brennend. "Sie haben eben keine Ahnung vom Zeitschriftengeschäft, Fräulein Zimmermann." Ja, nee, verstehe. Darum sind die Verkaufszahlen von Hallo Berlin auch der helle Wahnsinn. Weil er so viel Ahnung davon hat. Ich wundere mich jede Woche, dass überhaupt jemand dieses Schrottmagazin von vorvorgestern kauft.

Aber Fräulein Zimmermann versteht davon ja nichts!

Ich lege den Kopf in den Nacken und starre an die Decke, als ob dort oben die Lösung für meine Pulitzerpreis-verdächtige Story läge. Tut sie nicht. Natürlich nicht. Und die Uhr tickt. Großartig. Jeden Moment wird Reinhold Feulner, mein piefiger Chef, der weiß, was die Berliner lesen wollen, durch die Tür schneien und Resultate verlangen. Andernfalls wird er mir die Hölle heißmachen. Wie so oft. Es wäre also wirklich besser, wenn mir bald etwas einfallen würde.

"Guten Morgen. Du siehst scheiße aus!", begrüßt mich meine Kollegin Yvonne in ihrer umwerfend charmanten Art. Sie nimmt an dem gegenüberliegenden Schreibtisch Platz und fährt ihren Computer hoch. "Ist was?"

Ich seufze. "Ach, nur das Übliche."

Yvonne runzelt die Stirn. "Wie schlimm ist es diesmal?"

"Frag lieber nicht. Die Geschichte ist dermaßen albern, dass Feulner mir glatt unterstellt, ich hätte sie mir ausgedacht."

Dabei wissen meine Waage und ich es besser. Tim und Uwe haben mich beim "Interviewbesuch" dermaßen mit Nussecken und Likörchen abgefüllt, dass ich nach Hause nur noch gewankt bin. Der Nachmittag hat mich nicht nur gefühlte zehntausend Gehirnzellen gekostet, sondern auch zwei Kilo extra auf der Waagschale. Tolle Aus

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