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Wie Schiffe am Horizont von Bischof, Joanne (eBook)

  • Verlag: Brunnen Verlag Gießen
eBook (ePUB)
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Wie Schiffe am Horizont

Der neue historische Liebesroman der preisgekrönten Autorin Joanne Bischof und eine neue Geschichte in der Blackbird-Mountain-Serie. 1894: Unstet ist Haakon Norgaard bisher mit den größten Schiffen von Kontinent zu Kontinent gereist. Doch als er in Norwegen die schöne Witwe Kjersti Jönsson kennenlernt, sehnt er sich das erste Mal danach, sesshaft zu werden. Für eine gemeinsame Zukunft muss sich Haakon aber erst seiner Vergangenheit stellen. Er reist zurück nach Hause zu seinen Brüdern. Kann er dort Vergebung erfahren? Als sein gehörloser Bruder lebensbedrohlich erkrankt, bekommt Haakon die Gelegenheit zu beweisen, wie weit seine brüderliche Liebe wirklich reicht. Aber was bedeutet das für seine Zukunft mit der Frau, die er liebt? Joanne Bischof lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in den Bergen Südkaliforniens. Wenn sie gerade keine Liebesgeschichten erzählt, bloggt sie über den Glauben, das Schreiben und die Abenteuer des Landlebens.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783765575488
    Verlag: Brunnen Verlag Gießen
    Originaltitel: Daughters of Northern Shores
    Größe: 782 kBytes
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Wie Schiffe am Horizont

Prolog

3. DEZEMBER 1894
EAGLE ROCK, VIRGINIA

Ava umfasste den starken Unterarm ihres Mannes. Seine beruhigende Stärke gab ihr Halt. Sie ließ den Blick über den Bahnsteig schweifen, um in der Menschenmenge den Arzt zu finden, den sie hier treffen wollten. Am blauen Himmel über ihnen bauschten sich blassgraue Wolken, doch Ava war blind für die Schönheit des Mittwintertages. Ihre steigende Nervosität erstickte den Frieden, den sie stets beim Anblick dieser Berge empfand, die ihre Heimat waren. Sie schaute zu Thor auf und sah seinen zärtlichen Blick, und in seinen Augen lagen Sanftheit, Mut und eine stille innere Kraft. Auch heute, angesichts der Ungewissheit, die vor ihnen lag.

Das Bahnhofsgebäude im Hintergrund war von wartenden Pferdekutschen flankiert, darunter auch ihr eigenes Fuhrwerk mit den schlammbeschmutzten Rädern und den beiden treuen Stuten, die sie bis hierher gebracht hatten. Reisende eilten auf dem hölzernen Bahnsteig hin und her, der von einer langen Reihe von Güterwagen gesäumt wurde, die sich irgendwo in der Ferne verlor, wo die endlosen Wälder begannen. Die Luft war gesättigt von Ruß und erfüllt von Stimmengewirr und vom würzigen Duft der Kiefern. Die meisten Reisenden wollten sich noch einmal die Beine vertreten und die kühle Bergluft einatmen, bevor sie die ländliche Gegend und die kleine Stadt am Fuß der Appalachen hinter sich ließen.

Ava hielt sich im Gedränge dicht an der Seite ihres Mannes. "Mr. und Mrs. Norgaard?", hörte sie eine fragende Stimme. Sie sah einen einzelnen Mann, der vor einem der Passagierwaggons wartete. Sein kurz gestutztes Haar unter dem eleganten Filzhut war rot wie ihr eigenes. Mit seinen hochgekrempelten Hemdsärmeln und dem dünnen Bleistift hinter dem Ohr sah er aus wie jemand, der nicht zum Vergnügen hier war, sondern in einer geschäftlichen Angelegenheit. Und so war es auch. Schließlich war der Grund für ihr Treffen nicht privater Natur.

"Ja. Doktor Kent?" Avas Aufregung legte sich etwas, als sie an Thors Arm auf den Arzt zuging.

"Ja, Ma'am." Ein kalter Dezemberwind fegte ihm den Hut vom Kopf. Er dankte Ava, dass sie gekommen waren, und sie bemerkte dabei den schleppenden Dialekt der Südstaaten. Der Arzt reichte Thor die Hand.

Thors Armmuskeln spannten sich an unter dem Händedruck. Seine ledernen Hosenträger, die über seinen breiten Schultern lagen, wirkten derb und abgewetzt neben dem edlen, maßgeschneiderten Anzug des Doktors.

"Es ist mir eine große Freude, Mr. Norgaard." Dr. Kent sprach ganz unbefangen und mit einer Selbstverständlichkeit, wie es nur wenige Menschen in Thors Gegenwart taten. Avas Blick streifte ihren Mann, der die Worte offenbar mühelos von seinen Lippen ablas. "Seit ich erfahren habe, dass Sie an unserer Studie teilnehmen wollen, freue ich mich darauf, Sie kennenzulernen."

Thor nickte höflich. Die meisten Menschen hätten mit einem freundlichen Satz geantwortet, doch Thor konnte sich nicht verbal äußern, selbst wenn er es gewollt hätte. Das war auch der Grund, der sie hergeführt hatte und weshalb sie sich hier auf diesem Bahnsteig mit einem Arzt trafen.

"Aber kommen Sie doch herein. Der Zug fährt erst um Viertel nach ab. Ich würde am liebsten gleich mit dem Interview beginnen. Der Fragebogen ist nicht sehr umfangreich, wir werden also genug Zeit haben." Der Doktor kletterte behände die drei Metallstufen hoch in den nächsten Personenwagen.

Ava zögerte, und Thor nickte ihr aufmunternd zu. Sie konnte sein Lächeln unter dem dichten braunen Bart erahnen. Durch ein Handzeichen bedeutete er ihr, dem Arzt zu folgen, und kletterte dann selbst hinterher. Seine kräftigen Finger stützten ihren Rücken beim Einsteigen. Avas Bauch wölbte sich unter dem locker geschnürten Korsett. Noch konnte sie sich mit Leichtigkeit bewegen, doch

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