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Wie wir waren Roman von Moriarty, Sinead (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2018
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Wie wir waren

Alice und Ben sind das perfekte Paar, verbunden durch ihre Liebe, ihre Kinder. Bis Ben mit den Ärzten ohne Grenzen in ein Krisengebiet nach Afrika geht. Kurz darauf erhält Alice die schlimmste aller Nachrichten: Bens Team wurde überfallen, niemand habe überlebt. Plötzlich ist sie Witwe und alleinerziehende Mutter. Alice schwankt zwischen Trauer und Wut auf Ben. Dann lernt sie Dan kennen: gut aussehend, charmant und hilfsbereit. Schließlich gibt sie seinem Werben nach und sagt Ja. Doch am Vorabend der Hochzeit klingelt das Telefon. Es ist Ben. Er lebt, und er will sein altes Leben zurück ... Sinead Moriarty wuchs als Tochter einer Kinderbuchautorin in Dublin auf. Nach der Universität und Stationen in Paris und London, wo sie als Journalistin arbeitete und erste Roman zu schreiben begann, zog sie zurück in ihre Geburtsstadt. Dort lebt sie mit ihrem Mann, den drei Kindern und ihrer Katze Minnie. Sinead Moriartys bis dato 11 Bücher sind in 25 Sprachen übersetzt. Für ihren letzten Roman "The Way We Were" bekam sie 2015 einen Irish Book Award (im Bereich Unterhaltungsliteratur) verliehen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 01.02.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492966719
    Verlag: Piper
    Größe: 634 kBytes
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Wie wir waren

Alice

Kevin schloss die Praxistür ab und reichte Alice die Schlüssel.

"Mann, bin ich jetzt müde." Seine Schwester gähnte. "Heute hatten wir wirklich keine Verschnaufpause."

"Gott, ist es nicht furchtbar, so heiß begehrt zu sein", sagte Kevin mit einem Grinsen.

Alice lächelte. "Ich bin ja froh, dass es gut läuft, aber jetzt würde ich mir zu Hause gern ein heißes Bad einlassen, statt mich mit Jools und ihren Hausaufgaben herumzuschlagen. Außerdem hat Ben für morgen Abend David und Pippa zum Essen eingeladen, also muss ich auf dem Heimweg noch einkaufen."

"Vielleicht kommt er ja morgen mal früher von der Arbeit und hilft dir beim Kochen für seine Freunde."

"Das glaubst du doch selbst nicht!" Alice seufzte. "Und so gern ich David und Pippa auch habe, dienstags um neun zum Abendessen passt mir gar nicht. Ich bin immer fix und fertig, nachdem ich mich mit Jools rumgeschlagen habe."

"Dann hättest du eben Nein sagen sollen."

Alice musste lächeln. Dass Beziehungen Kompromisse erforderten, hatte Kevin noch nie wirklich verstanden, wahrscheinlich dauerten seine Beziehungen auch deshalb nie lange. "Die Einladung war Ben unheimlich wichtig, außerdem sind wir doch ständig auf irgendwelchen Dinnerpartys bei den beiden. Also war das langsam mal fällig."

"Dann hol einfach irgendwo etwas und tu so, als hättest du es selbst gezaubert. Problem gelöst."

Alice schüttelte den Kopf. "Nein, ich komm schon klar. Am besten schau ich jetzt kurz bei M & S vorbei. Ignorier mein Gejammer einfach, ich musste mich gerade nur ein bisschen auskotzen."

"Tja, dann denke ich im Flieger nach New York an dich in deiner Küchenschürze."

Spielerisch knuffte ihm Alice den Arm. "Ich wünsche dir wirklich ganz viel Spaß, aber geh nicht mit fremden Männern mit, okay? New York ist ein gefährliches Pflaster."

Kevin schnaubte. "Ehrlich gesagt plane ich ja gerade, mit so vielen fremden Männern wie möglich mitzugehen."

Alice rollte mit den Augen. "Wie gesagt, amüsier dich schön, aber sei auch vorsichtig, und pass gut auf dich auf."

"Du wirst mich vermissen."

"Das tue ich doch immer, selbst wenn du nur eine Woche weg bist."

"Ich bin eben die beste Sprechstundenhilfe weit und breit."

"Allerdings." Alice küsste ihren Bruder. "Wir sehen uns, wenn du wieder da bist. Viel Spaß!"

"Den werd ich haben!" Kevin zwinkerte ihr zu. "Und jetzt geh nach Hause zu deinen Mädchen."

Alice mochte den fünfzehnminütigen Fußmarsch nach Hause, weil sie dabei ordentlich Dampf ablassen konnte. An manchen Tagen war ihre Arbeit als Hausärztin echt hart - heute hatte sich ein Dreijähriger mit einer Mandelentzündung auf ihren Kittel übergeben, ein Patient mit heftigen Rückenschmerzen hatte sie angeschrien, und ein achtzigjähriger Lustmolch hatte um ihre Hand angehalten.

An solchen Tagen beneidete sie Ben um seinen spannenden Job. Auch für Ben selbst spielten Chirurgen in einer völlig anderen Liga als Hausärzte, das wusste Alice, auch wenn er das natürlich nie so sagen würde. Stattdessen sagte er abends manchmal Sachen wie: "Mann, das war heute vielleicht ein Tag. Ich hab einen Leistenbruch operiert, eine Gallenblase und eine Cervixdrüse entfernt und zwei Brustbiopsien vorgenommen. Und wie war's bei dir so?"

Manchmal hätte sie ihm gerne ins Gesicht gebrüllt, dass sie a) fast genauso lange studiert hatte wie er und sich b) für diese Arbeit entschieden hatte, damit sie wegen der Kinder früher zu Hause sein konnte. Denn irgendwer musste ja für sie da sein. Letztlich betrieb sie daher nicht nur eine florierende Praxis, sondern kümmerte sich auch noch um fast alles, was mit ihren beiden Töchtern zu tun hatte. Als sie nun die Marks & Spencer-Filiale betrat, spürte Alice, wie der Neid auf ihren Ehemann an ihr nagte: Er war ein gefragter Chirurg, mu

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