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Wiedersehen am Harbour Beach Roman von Thompson, Ella (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.07.2019
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Wiedersehen am Harbour Beach

Wenn du dein Leben von einem Geheimnis bestimmen lässt, wächst die Angst vor der Wahrheit mit jedem Tag. Jake Foster hat den Traum von einer eigenen Brauerei. Nachdem seine Freunde Niclas und Andrew Hunter ihr Glück in Sunset Cove gefunden haben, hält ihn nichts mehr in Boston. Es wird Zeit, seine Vision in die Realität umzusetzen. Die Harbour Beach Brewerie ist genau das, wonach er gesucht hat. Doch ihm fehlt das nötige Kapital. Die Investorin Eliza Woodward ist eine der schönsten Frauen, die Jake je getroffen hat - aber auch äußerst undurchsichtig. Sie signalisiert ihm, mit ihm ins geschäft kommen zu wollen, zieht ihr Angebot jedoch kurzfristig zurück. Niclas' und Andrews Vater, Theodor Hunter bietet Jake das fehlende Geld an. Unter einer Bedingung, die Jake den Boden unter den Füßen wegzieht. Als Eliza abermals auftaucht und ihr Interesse an der Brauerei und an ihm bekundet, wird sein Lebenstraum plötzlich zu einem gefährlichen Unterfangen - und Jake zur Zielscheibe. Ella Thompson, geboren 1976, verbringt nach Möglichkeit jeden Sommer an der Ostküste der USA. Ihre persönlichen Lieblingsorte sind die malerischen New England-Küstenstädtchen. An den endlosen Stränden von Cape Cod genießt sie die Sonnenuntergänge über dem Atlantik - am liebsten mit einer Hundenase an ihrer Seite, die sich in den Wind reckt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 08.07.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641234096
    Verlag: Heyne
    Serie: Heyne Bücher 42296
    Größe: 1234 kBytes
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Wiedersehen am Harbour Beach

2

Es war ein gewagter Schritt, und doch fiel es Jake nicht schwer, seine Zelte in Boston abzubrechen. Er hatte darauf hingearbeitet, eine eigene Brauerei zu führen. Über die Frage, wo diese Brauerei stehen würde, hatte er sich nie Gedanken gemacht. Er war sich immer sicher gewesen, er würde schon wissen, welches Projekt seines war, wenn er das Angebot in den Händen hielt. Dass sich die Harbour Beach Brewerie ausgerechnet auf Cape Cod befand, wohin es seine Freunde verschlagen hatte, war das Sahnehäubchen auf dem Stück Kuchen, nach dem er gegriffen hatte.

Jake ließ den Blick ein letztes Mal durch sein Apartment schweifen. Es war nicht gerade schäbig gewesen, besonders komfortabel allerdings auch nicht. Ein Platz zum Schlafen, Duschen und Essen. Mehr hatte er nie gebraucht, nie gewollt. Er atmete den Hauch Sojasoße, Kokosöl und Erdnüsse ein, der immer im Apartment hing, weil es drei Stockwerke über einem Thairestaurant lag. Dann hängte er sich seine Gitarrentasche quer über den Rücken, warf seine abgewetzte Lederjacke auf den letzten Karton Schallplatten, hob ihn an und schob die Tür mit dem Fuß hinter sich zu. Seine Plattensammlung war sein Heiligtum. Aber im Moment wäre sie ihm auf Cape Cod nur im Weg. Er würde sie gemeinsam mit seinen Büchern und seiner Musikanlange bei seiner Mutter unterstellen, bis er auf der Halbinsel ein eigenes Zuhause gefunden hatte. Nur seine Gitarre würde er mitnehmen.

Eliza saß in ihrem Büro im Woodward Tower und starrte auf den Inner Harbour hinaus. Unzählige weiße Segel leuchteten auf dem tiefblauen Wasser. Die Amphibienbusse der Stadtrundfahrt tuckerten zwischen ihnen hindurch und priesen Bostons Sehenswürdigkeiten an. Sie konnte sich vorstellen, wie die Touristen mit großen Augen vom Wasser aus die Skyline aus Beton, Glas und den stets präsenten roten Klinkern betrachteten, die sich am Ufer majestätisch in den Himmel erhob und das Sonnenlicht reflektierte. Zwischen den Bürotürmen würden sie historische Kleinode entdecken, wie den Nachbau des Tea Party-Schiffs Eleanor oder das Old State House . Das war es, was Boston für Eliza zu etwas Besonderem machte. Die Verflechtung von Geschichte und Moderne.

Ihre Bürotür wurde geöffnet, und sie zuckte kaum merklich zusammen. Im Spiegel der bodentiefen Fenster erkannte sie die Gestalt ihres Mannes. Wer sonst betrat ihr Büro, ohne anzuklopfen und auf ihr Herein zu warten? Eliza konnte seinen Gesichtsausdruck nicht deuten. Aber ihr war klar, dass es ein Fehler wäre, Greg zu ignorieren. Ein letztes Mal ließ sie den Blick über den unbeschwerten Sommer vor ihrem Fenster gleiten, schob dann ihren Bürostuhl mit der Fußspitze an und drehte sich, bis sie ihm ins Gesicht blicken konnte. In ihrem Brustkorb breitete sich ganz automatisch ein pochender Schmerz aus. Was durchaus Einbildung sein konnte. Wie lang lag ihre letzte Verletzung zurück? Waren es bereits zwei Wochen? Mehr? Weniger? Sie konnte es nicht mehr mit Sicherheit sagen. Die Hämatome waren inzwischen verblasst. Ihre geprellten Rippen heilten.

Greg Ellerton war ein gut aussehender Mann. Einer, dem Anzüge ganz hervorragend standen. Er war nur ein paar Zentimeter größer als Eliza, aber unter der Kleidung lag ein durchtrainierter Körper, der mit mehrmaligen Fitnessstudiobesuchen pro Woche und gesundem Essen gepflegt wurde. Sein blondes Haar war von einem angesagten Friseur modisch kurz geschnitten, besaß aber noch immer das richtige Maß an Konservativität, um bei ihren Kunden und Geschäftspartnern Vertrauen zu wecken. Seine Schuhe waren so blank gewienert, dass er sich in ihrem Leder wahrscheinlich spiegeln konnte, und seine blaugrünen Augen blickten scharf und intelligent. Nur der Hauch an Geringschätzung, der in seinem leicht nach oben gezogenen rechten Mundwinkel lag, und den mit Sicherheit außer ihr niemand sehen konnte, zeigte, was für ein Mensch er wirklich war.

Er durchquerte den Raum, und Eliza bemühte sich, ihre unverbi

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