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Wiedersehen in Dorset von Baxter, Lily (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2016
  • Verlag: beHEARTBEAT
eBook (ePUB)

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Wiedersehen in Dorset

London 1939: die junge Poppy wird von ihren Eltern an die Küste Englands geschickt, um den Kriegswirren in London zu entgehen. Poppy wird von der wohlhabenden Familie Carroll aufgenommen und fühlt sich in eine andere Welt versetzt: lebte ihre Familie in London in einfachsten Verhältnissen, so ist ihr neues Zuhause mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet. Doch dann schlägt das Schicksal unbarmherzig zu und Poppy muß ihr neues Heim wieder verlassen und in das zerbombte London zurückkehren. Zerrissen zwischen der Sehnsucht nach Dorset und der Freude wieder bei ihrer Familie zu sein, wird Poppy erneut vom Schicksal geprüft ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 414
    Erscheinungsdatum: 01.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732515028
    Verlag: beHEARTBEAT
    Größe: 893 kBytes
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Wiedersehen in Dorset

London und Barton Lacey, Dorset, in der Zeit zwischen August 1939 und Juni 1944
Erstes Kapitel

D as Seufzen der Dampflok, die aus dem Bahnhof tuckerte, war das Traurigste, das Poppy jemals gehört hatte. Sie biss sich auf die Lippe und versuchte, nicht zu weinen, als mit Waterloo Station ihre letzte Verbindung zum Londoner East End und ihrem Zuhause in der diesigen Nachmittagssonne verschwand.

Die Frau, die für die Schüler verantwortlich war, war nicht ihre Lehrerin, und bevor sie in Waterloo in den Zug gestiegen waren, hatte die furchteinflößende Dame sie gewarnt, dass mit ihr nicht zu scherzen sei. Sie sollten sie mit Mrs. Hicks anreden, und wehe dem, der sie Miss nannte! Aber wundersamerweise war niemand während ihrer dreistündigen Reise in diese Falle getappt. Jetzt ließ Mrs. Hicks sie alle auf dem Bahnsteig antreten, um ihre Namen aufzurufen. Es herrschte Schweigen, woran Poppy merkte, dass die anderen Kinder genauso müde, hungrig und verängstigt waren wie sie selbst. Mrs. Hicks war eine dicke Frau, und die Knöpfe an ihrer Bluse liefen ständig Gefahr, in alle Richtungen davonzuspringen, wenn sich ihr üppiger Busen unter ihren ungeduldigen Seufzern hob und senkte. Ihr Tweedrock spannte über dem beachtlichen Bauch, und als Bobby Moss sie gefragt hatte, ob sie ein Baby da drin habe, hatte er sich prompt eine Ohrfeige eingefangen. Das hatte ihn eine Weile ruhig gestellt, sehr zu Poppys Erleichterung, denn er hatte sie die ganze lange Fahrt über gehänselt und an den Haaren gezogen. Doch er hatte ihr auch ein wenig leidgetan, wie er dann in einer Ecke des Waggons gekauert und sich das Ohr gehalten, geschnieft und sich die Nase am Ärmel abgewischt hatte.

"Poppy Brown, hör auf zu träumen und geh mit den anderen auf den Vorplatz, wo der zuständige Beamte euch, wie er es für angemessen hält, einquartieren wird." Mrs. Hicks' durchdringende Stimme hallte durch den leeren Bahnhof, als Poppy sich neben Bobby in Bewegung setzte. Durch die Schalterhalle wurden sie nach draußen auf den Vorplatz geführt. Sie waren etikettiert wie Päckchen und trugen ihre wenigen Habseligkeiten in braunen Papiertüten, zusammen mit dem Objekt in der Schachtel, das, obwohl Vorschrift und jedem ausgehändigt, geheimnisvoll geblieben war: einer Gasmaske. Einige Kinder schluchzten jämmerlich; andere ließen den Kopf hängen und starrten auf ihre Stiefel, während ein paar der älteren Jungs rauften wie Wolfsjungen, die versuchen, in ihrem Rudel eine Rangordnung durchzusetzen.

Poppy hätte gern geweint wie Colin, der Junge in der abgerissenen Kleidung neben ihr, der sich in die Hose gemacht hatte. Verständlicherweise hatte er nun Angst, dass es auffiele. Poppy tätschelte ihm die Schulter. "Schon gut", flüsterte sie. "Sie bringen uns bestimmt irgendwohin, wo es nett ist, und wir bekommen einen leckeren Tee." Sie glaubte es selbst nicht, aber sie wollte nicht zugeben, dass sie eine Heidenangst hatte. Sie hob den Kopf und reckte das Kinn vor. 'Auf in den Kampf!', sagte ihr Großvater immer, wobei er seine Pfeife aus dem Mund nahm und ins Kaminfeuer spuckte, wie um die Bedeutung seiner Worte zu betonen. Und zum Abschied hatte er ihr mitgegeben: "Lass dich von den Landleuten bloß nicht ins Bockshorn jagen, mein Liebling! Wenn das einer von denen versucht, komme ich mit dem nächsten Zug und werd's dem zeigen. Kopf hoch, Poppy. Du stammst aus einer Familie von tapferen Soldaten, vergiss das nicht!"

Poppy fühlte sich nicht wie ein tapferer Soldat - sie fühlte sich gerade überhaupt nicht tapfer. Mrs. Hicks war verschwunden. Vielleicht hatte sie einen Keks zu viel gegessen und war irgendwo außer Sichtweite geplatzt. Ein Mann mit Klemmbrett hatte sie ersetzt. Er trug eine Schildpattbrille, durch die er sie alle ansah wie eine kurzsichtige Eule.

"Ich bin Mr. Walker", verkündete er, als wäre das etwas, das sie wissen müssten. "Ich bin der für euch zuständige Quartiermeiste

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