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Wilderer und Jäger 1 - Heimatroman Gefährliches Doppelspiel - Ihre Rache traf den Falschen von Reindl, Max (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.04.2016
  • Verlag: Martin Kelter Verlag
eBook (ePUB)
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Wilderer und Jäger 1 - Heimatroman

Die Romane unserer besten Heimatroman-Autoren schildern den harten Kampf um den Bergwald. Jeder, der ein Herz für den Heimatroman hat, wird diese Romane lieben! Titel 1: Gefährliches Doppelspiel Titel 2: Ihre Rache traf den Falschen

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 05.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740902193
    Verlag: Martin Kelter Verlag
    Größe: 443 kBytes
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Wilderer und Jäger 1 - Heimatroman

Von einer unerklärlichen inneren Unruhe getrieben, brach Lukas Kronseder früher als geplant auf. Er wollte die höchste Erhebung mit ihren markanten Riffen erkunden.

"Ja, mei - wohin willst denn schon?" fragte die alte Apollonia, seine allernächste Nachbarin.

"Zum Rotspitz auffi", gab Lukas freundlich Auskunft.

Das alte Weib, das am Zaun stand, umfaßte nun den vor ihr stehenden Pfahl mit beiden Händen, als brauchte es plötzlich einen Halt. Es schüttelte mißbilligend den Kopf. "Noch ist's net richtig Tag, Jager", sagte es in mahnendem Tonfall. "Du bist grad vier Wochen hier und kennst dich net gut aus. Der Rotspitz hat seine Tücken. Wag dich net zu früh auffi, und stör seine Ruh net zu sehr."

Lukas lachte über die geheimnisvoll klingenden Worte, obwohl seine Unruhe dadurch gewachsen war. Inzwischen hatte er sich zwar schon mit dem oft wunderlichen Verhalten Apollonias abzufinden versucht, mußte aber auch heute wieder im stillen über sie staunen.

"Du bist ja auch arg früh aufgestanden", sagte er. "Und es heißt doch, daß, wer bei Sonnenaufgang droben auf dem Rotspitz steht, den Himmel berühren und sich was wünschen kann. Drum mach ich mich zeitig auf den Weg, wo ich doch mein erstes freies Wochenend hab, und werd in der Schutzhütt oberhalb des Gamsmugl nächtigen."

"Gott behüt dich, Jager!" wünschte Apollonia. Für Sekunden lag ihr faltenreiches Gesicht im Schatten. Sie hatte schlecht geträumt und sorgte sich jetzt, daß dem so sympathischen, neuen jungen Jäger etwas zustoßen könnte. Er war nicht so mürrisch, wortkarg und geizig wie sein Vorgänger. Schon hatte sie sich gefragt, was ihn in diese abgelegene, wild zerklüftete Gegend verschlagen haben mochte.

"Hab Dank für deine guten Worte, Apollonia", sagte Lukas. Er nickte ihr zu, lächelte und ging weiter den Pfad hinunter.

Apollonia blickte ihm lange grübelnd nach, wobei sie ein paarmal seufzte. Auch einem so fixen, gescheiten Burschen wie Lukas drohten überall Gefahren, sei es durch Menschen oder die Natur. Die Umgebung am Rotspitz wirkte an lichten Tagen harmlos-freundlich. Doch wer dort von einem Unwetter überrascht wurde, konnte von Glück sagen, wenn er mit dem Leben davonkam. Dann war nämlich nicht mehr die Rede vom Himmelberühren, sondern vielmehr davon, daß sich vor einem der Höllenschlund aufzutun schien.

Unterdessen wanderte Lukas Kronseder mit weit ausholenden Schritten dahin. Er freute sich auf diesen ersten Ausflug ins Hochgebirge. Ihm wurde das Herz weit, als die Morgensonne einen rötlichen Streifen zwischen Himmel und Grate zauberte und die Welt ringsum mit zaghaftem Vogelgezwitscher erwachte.

In dieser Landschaft, die seine Heimat werden sollte, gab es starke Kontraste. Die Farben wechselten wie die Bilder der unterschiedlichen Region. Es war, als würde bei alldem Staunen die Zeit schneller vergehen.

Als dieser sonnige Tag sich mit einem zauberhaften Alpenglühen verabschiedete, erreichte Lukas die Schutzhütte am Gamsmugl und richtete sich für die Nacht ein. Nur kurz wunderte er sich darüber, daß der Hüttenraum benutzt und unaufgeräumt verlassen worden war.

Anderntags brach Lukas noch früher auf. Das Tal und die ansteigenden Matten blieben im Nebel zurück. Nie war er so allein gewesen, selten der Himmel näher als heute.

Lukas Kronseder spürte die Kälte nicht, die warnend vom Gipfel ausstrahlte. Er hatte niemals auf einem Weg kehrtgemacht. Obwohl ihm der Rotspitz alsbald wie eine naturgewachsene Festung vorkam, schlug er seinen Pickel in die feuchten Felsen. Er wollte sich Meter für Meter erkämpfen. Das, so meinte er, würde ihn hier Wurzeln fassen lassen. Wer einen der höchsten Berge bezwang, wurde gewiß schneller heimisch.

Mit vorsichtigen Bewegungen und alles scharf beobachtend, schob Lukas sich nun über Stunden die Felswände hinauf. Seine Brille, die ihn vor blendenden Sonnenstrahlen schützen sollte, beschlug immer wieder.

Doch Lukas gab nicht auf. A

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