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Wilderer und Jäger 15 - Heimatroman Das Wildern wurde sein Verhängnis - Der Brautpirsch von Singer, Kathrin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.11.2016
  • Verlag: Kelter
eBook (ePUB)
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Wilderer und Jäger 15 - Heimatroman

Die Romane unserer besten Heimatroman-Autoren schildern den harten Kampf um den Bergwald. Jeder, der ein Herz für den Heimatroman hat, wird diese Romane lieben! In der Gaststube des Wirtshauses 'Zum roten Ochsen' ging es hoch her. Walter Huber, der Wirt, stand hinter der Theke. Immer wieder wischte er sich den Schweiß aus dem stark geröteten Gesicht. Aus dem Zapfhahn floß das schäumende, gelbe Naß in die Maßkrüge. Burgl, die Kellnerin, ging mit ihrem schwerbeladenen Serviertablett durch die dunkelgetäfelte rauchgeschwängerte Wirtsstube. Alle Tische waren besetzt, und vom Stammtisch her waren oft ein lautes Knallen und dann kurze, zackige Rufe 'Kontra!' - 'Re!' zu hören. Es war Monatsende. Die Knechte hatten ihren Lohn bekommen, und nun ließen sie sich das süffige Bier und den kräftigen Enzian im Wirtshaus schmecken. Matthias Riedberger stand an einer Ecke des langen Tresens. Wenn Burgl mit ihrem Tablett voller Gläser vorbeikam, konnte er es nicht unterlassen, ihr einen leichten Klaps aufs Hinterteil zu geben. Titel 1: Das Wildern wurde sein Verhängnis Titel 2: Der Brautpirsch

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 01.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740910570
    Verlag: Kelter
    Größe: 422 kBytes
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Wilderer und Jäger 15 - Heimatroman

Der Brautpirsch

Roman von Heinz Hartmann

Im ersten Moment wußte Tobias nicht, was ihn aus dem Schlaf geschreckt hatte. Der Nachtwind strich um die einsame Jägerhütte und bewegte die Äste des Wetterbaumes, die an den Dachschindeln kratzten.

Das Fenster stand wegen der sommerlichen Wärme offen. Dort war ein dunkler Umriß zu erkennen, der einem Menschenkopf ähnelte. Einem Frauenkopf!

Tobias, nicht nur Jäger im Bergrevier, sondern im ganzen Tal als Schürzenjäger bekannt, war wie elektrisiert.

Er warf die Wolldecken zurück, sprang aus dem Bett und stand nun bereits am Fenster, als die Unbekannte gerade erst überlegte, wie sie fliehen könnte.

"Halt!" entfuhr's ihm, und er streckte gleichzeitig die Hände aus, konnte die schlanke Gestalt aber nicht mehr erhaschen.

Blitzschnell fuhr der Jäger in seine Hose und hechtete durchs Fenster.

Am Waldsaum holte er die Flüchtende ein.

"Leni, du?" fragte er unsicher.

Die mädchenhafte Frauengestalt hastete weiter. Unter den Bäumen des Bergwaldes gab es kein Mondlicht mehr. Der Jäger suchte mehrere Minuten, bis ihm die Frau weiter talab auf einem Holzweg buchstäblich in die Arme lief.

Diesmal hielt er sie, obgleich sie sich mit aller Kraft wehrte. "Mir scheint, daß ich dich kenne", stieß er kurzatmig hervor.

Ihr hübsches Gesicht, in das nun wieder der Mond leuchtete, wirkte trotzig und abweisend.

"Was treibt dich nachts zu meiner Hütte?" fragte Tobias ganz offen.

Sie gab die nutzlose Gegenwehr auf und sagte leise: "Rein zufallsmäßig bin ich vorbeigekommen."

"Und du weißt natürlich auch gar net, wer ich bin."

"Doch", überraschte sie ihn.

"Dann sag mir ganz ehrlich, was du nachts in einem Revier treibst, in dem es Wildschützen gibt!"

Sichtlich zögernd kam's von ihren frischen Lippen: "Schwammerln wollt ich suchen."

"Um Mitternacht?" fragte er. "Um Pilze zu sammeln, bist zu früh unterwegs", behauptete er unnachgiebig.

"Ich muß zum Melken wieder daheim sein", erklärte sie nun in aller Ruhe. "Zu deiner Hütte hab ich nur geschaut, um zu erkunden, ob du nicht etwa im Revier bist und mir begegnen könntest."

"Bist du die Höller-Cilli?"

Nun lachte sie und fragte: "Bin ich entlassen?"

"Madl, heut will ich dich laufen lassen", sagte er. "Aber ertapp ich dich noch einmal nachts bei meiner Hütte, kostet's nicht bloß ein Busserl wie jetzt."

Blitzschnell schnappte er ihr Gesicht und drückte seinen Mund auf ihren. Dann duckte er sich, sonst hätte ihn ihre Hand getroffen.

Die Höller-Cilli jagte wie gehetzt den Karrenweg talab. Der Jäger seufzte. Ein bildsauberes Madl. Aber war das die junge Höllerin gewesen? Er wurde unsicher.

Auf kaum wahrnehmbaren Wildwechseln, die nur er als Jäger kannte, erreichte er binnen weniger Minuten den unteren Waldsaum und sah den Lämmerbichl vor sich und die Gamsleiten mit ihren freien Wiesenhängen und den einzeln stehenden Berghöfen und Mähstadeln.

Er pirschte sich an den Höllerhof heran und verbarg sich in einem Holunderbusch.

Langsam wurde es über den Bergen hell. Der Mond erblaßte. Die ersten Vogelstimmen erwachten und mischten sich ins Zirpen der Grillen und das Plätschern des Hofbrunnens.

Die Hoftochter ließ auf sich warten. Als es bereits taghell war, kam sie. Sie trug ein buntkariertes Tuch in der Hand. Es war gefüllt und zugeknöpft.

Als sie dicht an dem Busch vorbeikam, sprang Tobias vor und vertrat ihr den Weg. Er erstarrte. Es war nicht Cilli. Erzwungen sachlich fragte er: "Hast du deine Schwammerln gefunden?"

"Mehr als genug", erwiderte sie spöttisch. "Was lauerst mir schon wieder auf?"

"Ich wollt sichergehen, daß du die... aber die bist du gar nicht." Plötzlich kam's ihm: "Die Cilli hat eine jüngere Schwester! Bist du am End die Lies?"

"Warum auch nicht?" Sie blitzte ihn herausfordernd an.

"Wie hat au

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