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Wilderer und Jäger 5 - Heimatroman Schüsse im Morgengrauen - Eine unsinnige Rache von Burgstaller, Florian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.06.2016
  • Verlag: Kelter
eBook (ePUB)
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Wilderer und Jäger 5 - Heimatroman

Die Romane unserer besten Heimatroman-Autoren schildern den harten Kampf um den Bergwald. Jeder, der ein Herz für den Heimatroman hat, wird diese Romane lieben! Die Augustsonne brannte herunter auf das Riestal und trieb den Arbeitern auf den Feldern den Schweiß aus allen Poren. Wer nicht ins Freie mußte, hielt sich lieber im Schatten seiner vier Wände auf. Die Kühe auf den Weiden lagen im Gras und wiederkäuten träge. Titel 1: Schüsse im Morgengrauen Titel 2: Der seltsame Schützling des Jägers

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 07.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740903794
    Verlag: Kelter
    Größe: 439kBytes
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Wilderer und Jäger 5 - Heimatroman

Der seltsame Schützling des Jägers

Ein dunkler Geselle bringt sich selbst zur Strecke

Roman von Andrea Burgner

Die Schatten des Abends waren dunkler geworden, als über das Latschenfeld hinweg plötzlich ein Schuß hallte. Udo Geisberger, der neue Jäger, griff automatisch nach dem neben ihm liegenden Gewehr. Er schnellte wie gestochen von den Wurzeln der alten Zirbe hoch, die in kurzer Zeit schon sein Lieblingssitz geworden war.

Während er angestrengt horchte wurde ein zweites Mal geschossen. Das Echo auch dieses Schusses rollte über die nahen Berge hin, als donnere es. Ihm folgte das Geräusch von Steinen, die die Felswand zur Rechten hinabfielen.

Danach wurde es still. Flach atmend stand Udo Geisberger da und spähte um sich. Doch als er in die Richtung rennen wollte, aus der geschossen worden war, hielt er jäh in der Bewegung inne. Nur ein paar Meter entfernt sah er einen Hirsch, der mit gewaltigen Sprüngen über Büsche hinwegsetzte und im nahen Wald verschwand. Trotz der Schnelle dieses Geschehens war zu erkennen gewesen, welch ein prächtiges Geweih das Tier hatte. Es handelte sich um einen stattlichen Sechzehnender, der aus einem anderen Revier herübergewechselt zu sein schien.

Udo Geisberger starrte auf die Stelle, wo Föhrenzweige über dem rotbraunen Fell des Hirsches zusammengeschlagen waren, und horchte. Teils war er froh, daß das Wild dem hinterhältigen Schützen hatte entkommen können; teils glühte er vor Zorn, weil es jemand gewagt hatte, verbotenerweise im Jagdgebiet seines Dienstherrn, des Baron von Sengen, zu schießen.

Das laute Brechen von Ästen verriet, welche Richtung der Hirsch auf seiner Flucht wählte. Die herabrollenden Steine indes hatten klargemacht, wo sich derjenige befand, der das Tier hatte erlegen wollen.

Udo Geisberger blickte aufmerksam dorthin. Sein Körper straffte sich, als er am gegenüberliegenden Rand des Latschenfeldes schattenhaft eine Gestalt entdeckte, die sich duckte. Unwillkürlich umfaßte er den Gurt seines Jagdgewehres, während er laut rief:

"Halt! Stehenbleiben!"

Da dieser Aufforderung nicht Folge geleistet wurde, setzte sich Udo Geisberger in Bewegung. Fast so behende wie zuvor der Hirsch, sprang er über Büsche und Wurzelwerk hinweg. Doch als er dann die Stelle erreichte, wo er die Gestalt erspäht hatte, war niemand mehr dort.

Ringsum rührte sich nichts. Im letzten Glanz der scheidenden Sonne bot sich dem Jäger wieder das Bild einer friedvollen Abendstimmung. Eine Weile wartete er noch und horchte angespannt. Dann ging er kopfschüttelnd am Latschenfeld entlang, um zur Jagdhütte zurückzukehren. Auf dem Pfad bergab waren nur seine eigenen Schritte zu hören, und die Vögel, die davonflatterten, waren durch ihn aufgeschreckt worden.

Eine halbe Stunde etwa war Udo Geisberger grübelnd bergab gegangen, als er ein Husten vernahm. Prompt blieb er stehen und umfaßte wieder den Gurt des Gewehres, das er über der rechten Schulter trug. Ein schwacher Sonnenstrahl traf den Mann, den Udo nun den Pfad heraufkommen sah. Er kannte das breite bäuerliche Gesicht und wußte auch den Namen des späten Wanderers: Simon Haderer.

"Sakra, du scheinst es mit deiner Arbeit ja zweihundertprozentig zu nehmen, Jager!" scherzte dieser, nachdem er sehr freundlich gegrüßt und den Jäger mit einem blitzschnellen Blick gestreift hatte.

"Ich gebe anscheinend noch nicht genug acht, sonst würde sich nicht merkwürdiges Gesindel hier herumtreiben", erwiderte Udo Geisberger mit einem prüfenden Blick in das stark gerötete, verschwitzte Gesicht des Bauern.

"Geh! Hast am End schon Ärger mit Feriengästen, die sich selten nach den Gebots- und Verbotsschildern richten?" erkundigte sich Simon Haderer. Er war dicht vor dem Jäger stehengeblieben und wischte sich mit einem hellbraunen Sacktuch über den Stiernacken.

Udo Geisberger antwortete nicht sogleich. Kurz und kritisch musterte er den un

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