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Wilhelm Tell - ein Schauspiel von Schiller, Friedrich (eBook)

  • Verlag: BookRix
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Wilhelm Tell - ein Schauspiel

Friedrich Schillers Drama um den Schweizer Volkshelden Wilhelm Tell und der berühmten Apfelschussszene. Coverbild: © Morphart Creation/Shutterstock.com

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 116
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783736839625
    Verlag: BookRix
    Größe: 681 kBytes
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Wilhelm Tell - ein Schauspiel

Erster Aufzug

Erster Auftritt

Hohes Felsenufer des Vierwaldstättensees, Schwyz gegenüber

Der See macht eine Bucht ins Land, eine Hütte ist unweit dem Ufer, Fischerknabe fährt sich in einem Kahn. Über den See hinweg sieht man die grünen Matten, Dörfer und Höfe von Schwyz im heilen Sonnenschein liegen. Zur Linken des Zuschauers zeigen sich die Spitzen des Haken, mit Wolken umgeben; zur Rechten im fernen Hintergrund sieht man die Eisgebirge. Noch ehe der Vorhang aufgeht, hört man den Kuhreihen und das harmonische Geläut der Herdenglocken, welches sich auch bei eröffneter Szene noch eine Zeitlang fortsetzt.

Fischerknabe (singt im Kahn).

(Melodie des Kuhreihens.)

Es lächelt der See, er ladet zum Bade,

Der Knabe schlief ein am grünen Gestade,

Da hört er ein Klingen,

Wie Flöten so süß,

Wie Stimmen der Engel

Im Paradies.

Und wie er erwachet in seliger Lust,

Da spülen die Wasser ihm um die Brust,

Und es ruft aus den Tiefen:

Lieb Knabe, bist mein!

Ich locke den Schläfer,

Ich zieh' ihn herein.

Hirte (auf dem Berge).

(Variation des Kuhreihens.)

Ihr Matten, lebt wohl,

Ihr sonnigen Weiden!

Der Senne muss scheiden,

Der Sommer ist hin.

Wir fahren zu Berg, wir kommen wieder,

Wenn der Kuckuck ruft, wenn erwachen die Lieder,

Wenn mit Blumen die Erde sich kleidet neu,

Wenn die Brünnlein fließen im lieblichen Mai.

Ihr Matten, lebt wohl,

Ihr sonnigen Weiden!

Der Senne muss scheiden,

Der Sommer ist hin.

Alpenjäger (erscheint gegenüber auf der Höhe des Felsens).

(Zweite Variation.)

Es donnern die Höhen, es zittert der Steg,

Nicht grauet dem Schützen auf schwindlichtem Weg,

Er schreitet verwegen

Auf Feldern von Eis,

Da pranget kein Frühling,

Da grünet kein Reis;

Und unter den Füßen ein neblichtes Meer,

Erkennt er die Städte der Menschen nicht mehr,

Durch den Riss nur der Wolken

Erblickt er die Welt,

Tief unter den Wassern

Das grünende Feld.

(Die Landschaft verändert sich, man hört ein dumpfes Krachen von den Bergen, Schatten von Wolken laufen über die Gegend.)

Ruodi der Fischer kommt aus der Hütte, Werni der Jäger steigt vom Felsen, Kuoni der Hirt kommt mit dem Melknapf auf der Schulter. Seppi, sein Handbube, folgt ihm.

Ruodi Mach hurtig, Jenni. Zieh die Naue ein.

Der graue Talvogt kommt, dumpf brüllt der Firn,

Der Mythenstein zieht seine Haube an,

Und kalt her bläst es aus dem Wetterloch;

Der Sturm, ich mein', wird da sein, eh wir's denken.

Kuoni 's kommt Regen, Fährmann. Meine Schafe fressen

Mit Begierde Gras, und Wächter scharrt die Erde.

Werni . Die Fische springen, und das Wasserhuhn

Taucht unter. Ein Gewitter ist im Anzug.

Kuoni (zum Buben).

Lug, Seppi, ob das Vieh sich nicht verlaufen.

Seppi . Die braune Liesel kenn' ich am Geläut.

Kuoni So fehlt uns keine mehr, die geht am Weitsten.

Ruodi Ihr habt ein schön Geläute, Meister Hirt.

Werni Und schmuckes Vieh - Ist's Euer eignes, Landsmann?

Kuoni Bin nit so reich - 's ist meines gnäd'gen Herrn,

Des Attinghäusers, und mir zugezählt.

Ruodi Wie schön der Kuh das Band zu Halse steht!

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