text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Willkommen im Fairvale Ladies Buchclub Roman von Green, Sophie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.02.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Willkommen im Fairvale Ladies Buchclub

Mit ihrem Buchclub trotzen fünf Frauen der Einsamkeit. Über Bücher finden sie zusammen, und ihre Freundschaft verändert ihr Leben. Australiens Northern Territory verlangt seinen Bewohnern viel ab. Doch fünf Frauen finden einen Weg, mit dem harten Alltag und der Einsamkeit umzugehen: Sibyl, die mit ihrem Mann die Farm "Fairvale Station" leitet, ruft einen Buchclub ins Leben, dem sich vier Frauen anschließen: Sibyls Schwiegertochter Kate, ihre Freundin Rita, die abenteuerlustige Della und die dreifache Mutter Sallyanne. Jede der Frauen bringt ihre Träume und Sorgen zu den Treffen mit, und im Lauf der Jahre werden sie zu besten Freundinnen, die Schicksalsschläge, Neuanfänge, Liebeswirren und Verluste zusammen meistern. Sophie Green ist Autorin und Verlagsleiterin. Sie hat, teilweise unter Pseudonym, bereits einige Romane und Sachbücher verfasst. Bei einem Besuch in Australiens Northern Territory verliebte sie sich in die Landschaft und die Bewohner. Weitere Aufenthalte dort inspirierten sie schließlich zu dem Bestseller "Willkommen im Fairvale Ladies Buchclub". Sophie Green lebt in Sidney.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 18.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641223281
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Inaugural Meeting of the Fairvale Ladies Bookclub
Weiterlesen weniger lesen

Willkommen im Fairvale Ladies Buchclub

1

D er Morgenhimmel war von dem üblichen pastelligen Blau der Trockenzeit, als Sybil am Küchenfenster stehen blieb und hinausschaute. Bevor sie ins Northern Territory gezogen war, hatte sie sich die Gegend als farbenprächtige Landschaft vorgestellt: blutrote Erde, strahlend blauer Himmel, smaragdgrüne Bäume und eine schwer über dem Land hängende, gleißende Sonne. Das alles hatte sie auch vorgefunden, aber eben nicht zur selben Zeit.

Die Farbpalette des Northern Territory veränderte sich mit den Jahreszeiten. Während der Trockenzeit war das Licht in der Morgen- und Abenddämmerung blass, wohingegen der Himmel in der Regenzeit oft so schwer von Wolken war, dass man kaum sagen konnte, was für ein Blau er hatte. Wenn es regnete - und regnete und regnete -, glänzten die Bäume, und die Erde und selbst die Felsen strotzten vor Lebendigkeit und Wachstum, sodass man sich wie in einem Gewächshaus fühlte. Während der Trockenzeit wurden die Farben der Bäume jedoch so stumpf, als würde sich das verbliebene Blattwerk nicht mehr berechtigt fühlen zu leuchten. Die Regenzeit war mächtig: Sie besaß die Kraft, den Katherine River zu einem reißenden Strom anschwellen zu lassen; in Wasserfällen rauschte er dann die Schluchten hinab, erfüllte die Luft mit bleierner Feuchtigkeit und verwandelte die Agilität der Menschen in Trägheit. Und brachte den Tod mit sich.

Jeder hier kannte jemanden, der gestorben war, als er in Zeiten gewaltiger Niederschläge einen Fluss zu überqueren versucht hatte. Oder ein Kind, das zu einem Wasserloch oder einem Bach gegangen war, die es gut zu kennen glaubte, nur um dann feststellen zu müssen, dass das freundliche Gewässer nun ein reißender Strom war und für kleine Füße etliche Fallen bereithielt: verkantete Äste, verwesendes Vieh, starke Strömungen. Wasser konnte einem sorglosen Kind schnell zum Verhängnis werden - und einem Erwachsenen ebenso. Das hatte Sybil nach ihrer Ankunft hier am meisten schockiert. Sie war in Sydney aufgewachsen, mit all seinem Verkehr, dem Geschiebe und Gedränge, aber dass jemand dem Wetter zum Opfer fallen könnte, war ihr nie in den Sinn gekommen. Schon in ihrem ersten Jahr auf Fairvale waren es zwei Menschen gewesen. Die unangenehme Lektion lautete: Das Northern Territory würde immer die Oberhand behalten. Die Menschen mochten alles dafür tun, das Land und die Jahreszeiten ihrem Willen zu unterwerfen, aber sie würden scheitern. Immer scheitern. Ihnen blieb nichts übrig, als sich zu ergeben und das Beste daraus zu machen. Und das Beste gab es im Überfluss.

Es war unmöglich, sich nicht in diese Landschaft zu verlieben. So viele Farben, so viele Widersprüche; so viele Geheimnisse und Überraschungen. Sybil war nun schon sechsundzwanzig Jahre hier, seit ihrem fünfundzwanzigsten Lebensjahr, und hatte begriffen, dass sie das Territory nie ganz verstehen würde. Dafür fühlte sie, dass das Land sie verstand. Es kannte ihre Schwächen, natürlich, aber es kehrte auch ihre Stärken hervor. Von sämtlichen Beziehungen ihres Lebens hielt diese die meisten Herausforderungen und Belohnungen bereit. Nicht dass sie dies ihrem Ehemann je gesagt hätte.

Wie aufs Stichwort erschien Joe. Sie lächelte, als sie sah, wie er seinen zerbeulten Akubra-Hut hob und sich am Kopf kratzte. Das tat er oft, vor allem, wenn er nachdachte, wie er mit einem seiner Arbeiter ein ernstes Wörtchen reden sollte, ohne dabei allzu ernst zu klingen. Er war ein freundlicher Mensch, in vielerlei Hinsicht. Sie war froh, mit ihm verheiratet zu sein, froh, dass er sie aus ihrem schwermütigen Dasein gerissen hatte. Damals hatte sie ihn nicht geliebt, aber heute tat sie es. Und nun war es an der Zeit, ihn zum Frühstück hereinzurufen.

Sie winkte überschwänglich durchs Fenster, um seine Aufmerksamkeit zu erregen; sein erhobener Finger deutete darauf hin, dass es ihr gelungen war. Joe drehte sich zu dem Vieh hinter den Weidezäunen und legte die Hände an den Mund; zweif

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen