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Wind, Sand und Freiheit von Michaelis, Laura (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.11.2014
  • Verlag: édition el!es
eBook (ePUB)
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Wind, Sand und Freiheit

Danielas Beziehung zu Isa bröckelt, als sie allein Urlaub an der Nordsee macht. Dort lernt sie die lebenslustige Kay kennen, beide verlieben sich - doch vom Alkohol benebelt schläft Kay mit einer anderen, was Daniela tief verletzt. Als Isa sie auch noch mit einem Mann betrügt, bricht für Daniela eine Welt zusammen. Nur Kay könnte sie jetzt noch retten ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 03.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956091056
    Verlag: édition el!es
    Größe: 967 kBytes
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Wind, Sand und Freiheit

1
Überfahrt

D as Problem war nicht das Schwanken des Bootes, sagte sich Daniela. Es wäre die Krönung ihrer Misere, wenn sie jetzt auch noch seekrank würde. Nein: Die Wurzel des Problems lag darin, dass heute Samstag war. Von einem Samstag konnte man nichts Besseres als Übelkeit erwarten.

Wie an so vielen Wochenenden verbrachte Daniela auch diesen Samstag ohne Isa. Man hätte meinen sollen, dass sie sich inzwischen daran gewöhnt hätte. Aber dieses Mal war der Samstag nur der Auftakt zu ganzen zwei Wochen ohne ihre Freundin - zwei Wochen, die eigentlich ihr gemeinsamer Urlaub hatten werden sollen.

Der Boden des weißen Metallbootes war schmutzig. Auch Danielas Turnschuhe waren schon von Nässe und braunem Modder bedeckt. Es waren alte Turnschuhe, keine teure Marke und nicht besonders sauber, aber jetzt waren sie auch noch nass. Bereits am ersten Tag. Das fing ja großartig an. Vermutlich würde die Nacht nicht ausreichen, um die Schuhe trocknen zu lassen. Außerdem musste sie zur Toilette. Und die permanente Seitwärtsbewegung in diesem blöden Boot bekam ihrem Magen gar nicht gut.

Natürlich fuhr das Boot in Wahrheit vorwärts, nicht seitwärts, und die Passagiere saßen wie Hühner auf zwei Stangen entlang der Bootswände und blickten ins Innere des Bootes auf den Kofferhaufen. Aber es fühlte sich an wie ein außer Kontrolle geratener Rückwärtskreisel auf dem Rummelplatz. Zum Kotzen, ganz wörtlich.

Wie fast jeder Samstag.

Isa liebte Samstage. Das war ein Teil des Problems. Isa war eine echte Partymaus. Wenn es naczh Isa ginge, müsste jeden Tag Samstag sein. Party ohne Ende, trinken, feiern, tanzen, noch mehr trinken . . .

Sie hatten sich mehr als einmal deswegen gestritten.

Natürlich hätte Daniela zu Hause bleiben können, als Isa vorgestern krank geworden war. Dass sie Isa deswegen angeschrien hatte, verursachte auch jetzt noch ein dumpfes, schuldbewusstes Drücken in ihrer Magengegend. Aber schließlich hatte sie sich seit sieben Monaten auf das Workcamp mit Isa gefreut. Zwei Wochen lang nichts als Wind, Wellen und Vögel. Eine Nordseeinsel weit draußen vor der Küste von Holland, die so klein war, dass sie nicht einmal einen Deich besaß. Abschalten und zurück zu sich selbst finden. Es sollte eine Reise weit fort von allen Hausarbeiten und Prüfungen werden, die ihr die Semesterferien ruinierten und meist sogar die Wochenenden ausfüllten. Sie hatte während des vergangenen halben Jahres so hart gearbeitet . . .

Trotzdem hätte ich zu Hause bleiben sollen, dachte Daniela missmutig und blickte wieder auf den Boden des Bootes. Es war egal, wie oft Isa gerade dann krank geworden war, wenn sie einen gemeinsamen Museumsbesuch oder Ausflug in den Tierpark geplant hatten. Es sollte auch keine Rolle spielen, dass Isa an ihrer Erkältung eigentlich selbst schuld war. Daniela war Isas Freundin. Sie hätte zu Hause bleiben und sie pflegen müssen.

Wenn sie nur hätte glauben können, dass Isa auf ihre Pflege Wert legte.

Nicht auf den Boden sehen, ermahnte sie sich. Davon wird es nur schlimmer.

Sie hob den Kopf und blickte stattdessen konzentriert auf den Horizont. Er bewegte sich ständig hin und her. Fast eineinhalb Stunden sollte die Überfahrt noch dauern. Ihr graute vor jeder Minute. Wenn alle drei Sekunden eine Welle gegen das Boot rollte und es leicht hob und wieder senkte, dann schwankte das Boot zwanzig Mal pro Minute. Und bei neunzig Minuten Fahrt machte das viel zu viele schwankende Bewegungen für Danielas Magen.

Die anderen Passagiere schienen keine Probleme mit dem permanenten Auf und Ab zu haben. Sie blickten entspannt ins Wasser oder unterhielten sich leise. Daniela hätte gern mit einem von ihnen getauscht.

Mit dem Salzwasser in ihren Turnschuhen würde sie bald genauso erkältet sein wie Isa. Nur dass Daniela nichts für ihre

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