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Winston Brothers Whenever you fall von Reid, Penny (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.09.2019
  • Verlag: Forever
eBook (ePUB)
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Winston Brothers

Billy, Jethro, Cletus, Beau, Duane, Roscoe Zehn Jahre nachdem Simone Payton ihm das Herz gebrochen hat, will Roscoe Winston nichts weiter als einen Dougnut. Blöd nur, dass Simone plötzlich hinter der Theke des Ladens ihrer Mutter steht und er sie ganz sicher nicht um einen bitten wird. Roscoe würde auch gerne vergessen, was geschehen ist. Aber Roscoe erinnert sich an alles. Jeden Blick, jedes Wort und jede Sekunde seiner unerwiderten Zuneigung für sie. Und das letzte was er braucht ist noch eine weitere Erinnerung an Simone. Wieso ist sie zurück in Green Valley? Und nach der ersten Begegnung trifft er sie plötzlich (zufällig?) überall... Zehn Jahre, nachdem Roscoe Winston aus ihrem Leben verschwunden ist, will Simone Payton ihn im Grunde ausnutzen. Sie hätte auch gerne Antworten auf ihre Fragen, warum ihr damals bester Freund von einem Tag auf den anderen nichts mehr mit ihr zu tun haben wollte. Aber wenn er ihr nichts dazu sagen will, ist das auch okay. Simone hat schon lange mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen. Hat sie wirklich. Total. Sie denkt auch garantiert nicht mehr an Roscoe. Nie. Sie hat kein Problem damit ihn komplett zu vergessen. Nur benötigt sie vorher noch einen kleinen Gefallen... Penny Reid ist USA Today Bestseller-Autorin der Winston-Brothers-Serie und der Knitting-in-the-city-Serie. Früher hat sie als Biochemikerin hauptsächlich Anträge für Stipendien geschrieben, heute schreibt sie nur noch Bücher. Sie ist Vollzeitmutter von drei Fasterwachsenen, Ehefrau, Strickfan, Bastelqueen und Wortninja.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 500
    Erscheinungsdatum: 02.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958184688
    Verlag: Forever
    Serie: Green Valley 5
    Originaltitel: Dr Strange Beard
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Winston Brothers

1

Roscoe

Die meisten Menschen haben elf bis zwölf Geschichten zu erzählen, und das ist es dann.

Als ich ein Kind war, dachte ich, dass ältere Leute einfach nur vergesslich wären. Wobei für mich als zehnjährigen Jungen alle über fünfunddreißig "ältere Leute" waren. Aber als ich selber älter wurde, ging mir auf, dass Menschen aller Altersklassen ständig irgendwas vergaßen. Jedenfalls viel mehr als ich.

Genauso wurde mir bewusst, dass niemand es gern hört, dass er sich wiederholt und dieselbe Anekdote oder Story schon zum siebten, achten oder zwölften Mal zum Besten gibt. Die Leute hassen das, vor allem, wenn sie sich an die Einzelheiten der Geschichte nicht so gut erinnern können wie man selbst. Immer, wenn ich jemanden daran erinnerte, dass ich eine Geschichte schon einmal an diesem Tag um jene Zeit erzählt bekommen hatte, oder irgendwelche Einzelheiten der Erzählung korrigierte, reagierte er verärgert und frustriert. Als wäre es nicht seine Schuld, dass er die Dinge durcheinanderbrachte, sondern meine, weil ich nie auch nur die kleinste Kleinigkeit vergaß.

Inzwischen hatte ich gelernt, den Mund zu halten. Ich ließ mir dieselben Storys ein ums andere Mal erzählen und tat immer so, als hätte ich sie nie zuvor gehört. Ich hatte diese Fähigkeit perfektioniert, tat interessiert und überrascht, lachte glaubhaft, wenn was lustig war, und guckte mitfühlend oder besorgt, wenn etwas traurig war.

Ich war ein wirklich guter Schauspieler. Ich hatte das besondere Talent zur Unaufrichtigkeit und redete mir ein, dass meine Reaktionen aus Notwendigkeit und nicht aus böser Absicht selten ehrlich waren. Ich hatte einfach keine Lust, die Leute zu verärgern oder permanent als Besserwisser dazustehen.

Wahrscheinlich war vor allem das der Grund, aus dem mir meine eigene Gesellschaft lieber als die anderer Menschen war. Solange ich allein war, füllte mein Gehirn sich nicht mit zahllosen Erinnerungen an. Und wenn ich das Zusammensein mit anderen nicht vermeiden konnte, zog ich die Gesellschaft Fremder der von Leuten, die ich schon seit Jahren kannte, und die meiner eigenen Familie der aller anderen vor.

Die Geschichten Fremder waren immer neu, was eindeutig ein Vorteil war.

Und die Geschichten der Familie wurden niemals wirklich langweilig für mich. Ich liebte meine zahlreichen Geschwister, und falls ich einmal nicht in der Stimmung war, mir eine der Familiengeschichten anzuhören, nahmen sie mein Gejammer, weil sie sie bereits zum x-ten Mal erzählten, zwar nicht klaglos hin, mussten mich aber trotzdem weiter lieben, weil ich ihr Bruder war.

Erst mit siebzehn ging mir auf, dass es Leuten beim Erzählen von Geschichten weniger um ihre Zuhörer als um sie selber ging. Mit einer Story wie "Als ich mich einmal so betrunken habe, dass ich glatt über den Zaun des Grundstücks dieses oder jenes Stars geklettert bin und dort zum Frühstück eingeladen wurde" oder "Wie ich diese Urlauber vor einer Klapperschlange retten musste", demonstrieren sie, wie ausgefüllt, bedeutsam oder abenteuerlich ihr Leben ist, wie komisch, mutig oder uneitel sie sind, und dass es sich auf alle Fälle lohnt, mit ihnen befreundet oder wenigstens bekannt zu sein.

Es ist, als müssten sich die Menschen ihres eigenen Werts versichern, und das tun sie durch die permanente Wiederholung der stets gleichen elf bis zwölf Geschichten, die sie selbst und das Leben, das sie führten, definierten.

Genau das ist das Problem für jemanden, der nie etwas vergisst. Genau deshalb bin ich so wählerisch, wenn's um das Sammeln von Erinnerungen geht.

Ich kann nicht entscheiden, ob ich mich an irgendwas erinnern möchte oder nicht. Die Geschichten, die sich einen Weg in mein Gedächtnis bahnen, verblassen nie. Sie prägen sich mir ausnahmslos für alle Zeiten ein. In meinem Kopf sind zahllose Geschichten, die ich nie erzählen würde, obwohl sie mich durchaus definieren, und genauso viele, die ich gern vergess

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