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Winston Brothers When it counts von Reid, Penny (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.02.2020
  • Verlag: Forever
eBook (ePUB)
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Winston Brothers

'Wenn die Seele sich in den Farben der Gedanken verfärbt, war meine Seele rot wie Scarlet.' Endlich: Die Geschichte von Billy und Scarlet! Niemand ist ein größerer Überlebenskünstler als Scarlet St. Claire. Ihre Spezialität ist es, aus den Umständen, die sie nicht kontrollieren kann, das Beste herauszuholen. Im Falle der Apokalypse wäre sie wahrscheinlich die einzige Überlebende: als professionelle Einsiedlerin, die zur Musik ihres alten CD-Players singt und tanzt als würde niemand zusehen. Scarlet ist clever, Scarlet ist vorsichtig und Scarlet ist klug ... außer es geht um Billy Winston. Niemand ist ein größerer Kämpfer als Billy Winston. Seine Spezialität ist es sich gegen die Umstände zu wehr zu setzen, denn es gibt nichts, was Billy nicht kontrollieren kann. Im Falle der Apokalypse wäre er derjenige, der die restlichen Überlebenden in Sicherheit bringen würde, die Katastrophe überwinden oder bei dem Versuch umkommen würde. Billy ist furchtlos, Billy ist diszipliniert und Billy ist ehrlich ... außer es geht um Scarlet St. Claire. Penny Reid ist USA Today Bestseller-Autorin der Winston-Brothers-Serie und der Knitting-in-the-city-Serie. Früher hat sie als Biochemikerin hauptsächlich Anträge für Stipendien geschrieben, heute schreibt sie nur noch Bücher. Sie ist Vollzeitmutter von drei Fasterwachsenen, Ehefrau, Strickfan, Bastelqueen und Wortninja.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 500
    Erscheinungsdatum: 03.02.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958184619
    Verlag: Forever
    Originaltitel: Beard with me
    Größe: 2861 kBytes
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Winston Brothers

1

Scarlet

Der Eingang zum Musikraum war mit Absperrband versehen. Ich musste schlucken und mein Blick wanderte von dem Band zu einem weißen Schild neben der Tür. FRISCH GESTRICHEN - BETRETEN VERBOTEN.

"Nein. Oh nein, oh nein, oh nein." Ich starrte wieder auf das gelbe Band, umklammerte mein Gratis-Lunchpaket und stieß einen Seufzer der Verzweiflung aus. Mein Herz fing an zu rasen, ich begann zu schwitzen und hatte den sauren Geschmack von Verzweiflung auf der Zunge.

Ich hatte wieder einmal einen meiner Augenblicke.

Wusste wieder einmal weder ein noch aus.

Offiziell war es mir nicht erlaubt, mein Mittagessen im Musikraum einzunehmen. Essen oder Trinken waren dort strengstens untersagt. Trotzdem schlich ich mich während der Mittagspausen täglich dort hinein, versteckte mich zwischen zwei Stuhlreihen, bevor Mrs. McClure zur Vorbereitung ihres Unterrichts erschien, und wenn die Schüler nach dem Gong zum Pausenende langsam eingetrudelt kamen, machte ich mich unauffällig wieder aus dem Staub.

Das funktionierte jetzt seit über einem Jahr, nur heute eben nicht. Und als wäre das nicht bereits schlimm genug, war dies der letzte Monat vor den Winterferien, und nachdem ich mich bisher so gut wie nie in der Cafeteria hatte blicken lassen, fiele ich dort sicher sofort allen auf.

Ich öffnete den reparierten Reißverschluss meines uralten Rucksacks und stopfte mit zitternden Händen die Papiertüte hinein. Dann aber holte ich tief Luft und sagte meinen Händen und meinem noch immer wild klopfenden Herzen, dass es keinen Grund zur Panik gab.

"Wie heißt das Reh mit Vornamen?", fragte ich mich selbst, bevor ich mir auch selbst die Antwort gab. "Kartoffelpü."

Ich lachte leise auf und meine Anspannung nahm etwas ab.

Mach dich nicht lächerlich. Das ist doch keine große Sache. Alles gut .

Mit meinen vierzehneinhalb Jahren hatte ich bereits so einiges gelernt. Vor allem, dass das Ausmaß der Enttäuschung stets dem Ausmaß der Erwartungen entsprach. Das hatte ich bereits seit Längerem gewusst, aber in diesem Jahr hatte ich in Physik den Grund dafür gelernt. Denn wie hatte es Newton formuliert? Aktion gleich Reaktion, das heißt, zu jeder Kraft gibt es eine gleich große Gegenkraft . Dieses Gesetz galt für Erwartungen, für Hoffnungen, für Träume und das Leben allgemein.

Ich hatte also endlich eine Gleichung, um das Ausmaß der zu erwartenden Enttäuschungen vorherzusehen. War das nicht nett?

Mein erster Fehler war gewesen, davon auszugehen, dass mir der Musikraum täglich zur Verfügung stehen würde, und als Zweites hätte ich mir nie erlauben dürfen, mich auf meine Zeit in diesem Raum zu freuen. Es war ein Luxus, mich zum Essen ganz allein an einen ruhigen und dazu geheizten Ort zurückzuziehen, an dem es keine Menschen, keine Kakerlaken und vor allem keine kakerlakengleichen Menschen gab. Und ohne den Musikraum gab es keinen Ort, an dem ich essen konnte, an dem keine kakerlakengleichen Menschen waren.

"Also bitte, Scarlet, das solltest du eigentlich besser wissen." Ich rollte mit den Augen und reckte das Kinn. "Es könnte schlimmer sein. Es könnte statt des letzten Monats auch der erste Monat dieses Schuljahrs sein."

Mein Lächeln wurde breiter und mit einem Seufzer wandte ich mich abermals dem Reißverschluss von meinem Rucksack zu. Ich durfte nur behutsam daran ziehen, denn wenn ich über einen ganz bestimmten Punkt hinaus zog, ging er nicht mehr zu, und dann fielen mir ständig irgendwelche Bücher, Hefte, Stifte raus.

Vor allem hätte ich dann einen neuen Reißverschluss besorgen müssen, und das wäre ein Problem geworden. Blythe Tanner, die mir für gewöhnlich alte Kleider oder anderes Zeug im Gegenzug für meine Hilfe beim Sortieren von Altmetall und Altglas überließ, behandelte mich seit zwei Monaten wie Luft. Mein Vater hatte ihrem Vater damals angedroht, ihm seine Eingeweide rauszureißen. Denn der hatte als

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