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Winterblut Roman von Kristian, Giles (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.11.2016
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Winterblut

Norwegen, A. D. 785: Der Krieger Sigurd Haraldarson hat blutige Rache geschworen, doch König Gorm, der einst seinen Vater verriet, lebt immer noch. Und solange ein Atemhauch in ihm ist, so lange ist der Blutdurst Sigurds nicht befriedigt. Aber Sigurd und seine Mannen brauchen mehr Waffen und mehr Silber, um ihre Aufgabe vollbringen zu können. Die Waffenbrüder machen sich auf nach Schweden, um Schlachtenruhm und Söldner für ihre Sache zu gewinnen. Im Angesicht Walhallas geraten sie in ein Inferno aus Eis und Blut ...

Seine norwegische Herkunft und die Werke von Bernard Cornwell inspirierten Giles Kristian dazu, historische Romane zu schreiben. Um seine ersten Bücher finanzieren zu können, arbeitete er unter anderem als Werbetexter, Sänger und Schauspieler. Doch Kristians Herz schlägt für die Welt der Wikinger, die er in Götter der Rache zum Leben erweckt. Mittlerweile ist Giles Kristian Bestseller-Autor und kann sich ganz dem Schreiben widmen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 14.11.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641163822
    Verlag: Heyne
    Serie: Sigurd Bd.2
    Originaltitel: God of Vengeance 2 (...)
    Größe: 3281 kBytes
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Winterblut

1

Die Spuren in dem alten Schnee waren frisch, und sie waren tief. Deshalb konnte man nicht erkennen, wie viele Tiere dort gelaufen waren, denn jedes war genau in die Spur des vor ihm Gehenden getreten. Die Fährte, die sie zwischen den Kiefern hinterlassen hatten, war schmal und gradlinig. So gerade, wie das in einem Wald möglich war.

"Wölfe verschwenden keine Energie, wenn sie jagen. Nicht wie Hunde", hatte Olaf ihnen erklärt, als sie in der Nacht bewaffnet mit ihren Speeren und den Bäuchen voller Bier aufgebrochen waren.

"Stimmt, aber ein Hund würde auch kein nettes, warmes Feuer verschmähen." Svein hatte sich in der Kälte geschüttelt, sich einen dicken Finger an ein Nasenloch gehalten und einen rauchgeschwärzten Schleimklumpen in den Schnee geschnaubt. "Deshalb sind Hunde vielleicht doch schlauer als Wölfe." Er warf einen Blick zurück zur Halle, als bereute er seine Entscheidung bereits, mit Olaf und Sigurd hinauszugehen. "Und klüger als wir sind sie auch", setzte er hinzu, schnaubte das andere Nasenloch frei und zog dann das Wolltuch wieder über das Gesicht. Mit vom Rauch brennenden Augen blinzelte er in der kalten Luft.

Sie hatten auch um die Beine und Hände Wolltücher gewickelt und trugen Kappen aus Schafswolle, Pelz oder Leder, die sie aufgesetzt hatten, als der Schneefall begonnen hatte. Seitdem hatten sie sie kaum abgesetzt, nicht einmal in Jarl Hakon Brenners alter Halle. Denn sie war riesengroß, und es hielten sich nie genug Menschen darin auf, um auch die letzten Ecken zu erwärmen, obwohl beide Herde Tag und Nacht brannten.

"Im Vergleich zu Wölfen laufen Hunde, als wären sie besoffen." Olaf hatte einfach weitergeredet und seinen Umhang am Hals fest zusammengezogen. "Außerdem schleifen sie gern mit ihren Pfoten über den Boden, während die Spur von Wölfen deutlicher ist. Seht ihr, sie hinterlassen eine ordentliche Fährte."

Damit hat er recht gehabt, dachte Sigurd jetzt, als ein Strahl Mondlicht zwischen die Bäume fiel und die Spur vor ihnen erhellte. Der spröde Schnee funkelte silbrig wie Tauschierungen in einer Klinge. Die linken und rechten Pfotenabdrücke wichen kaum von einer geraden Linie ab, und es war klar, dass die Wölfe erheblich leichter vorankamen als Sigurd und seine Freunde. Vor ihnen hatte der Leitwolf mit seinem Körper eine Bahn durch den Schnee gebrochen, wie der schlanke Bug eines Karvi durch schwere See. Im Gegensatz dazu mühten sie sich keuchend ab und schwitzten trotz der Kälte. Denn auch der Baldachin aus Kiefernzweigen über ihnen hatte nicht verhindern können, dass sich der Schnee an manchen Orten auftürmte, ebenso wenig wie er den vorherrschenden Südwestwind davon abhalten konnte, Schneewehen an den Baumstämmen anzuhäufen, was das Vorankommen ebenfalls erschwerte.

"Scheiße, aber der Junge keucht wie Vølunds Blasebalg!", sagte Olaf eine Weile später. Er zog den wollenen Schal unter sein Kinn und pflanzte den Schaft seines Speers in den Schnee, bevor er sich mit Sigurd nach Svein umdrehte, der ein Stück zurückgefallen war. "Die Viecher werden seinen Met-Atem fünf Rast weit wittern, und wir werden sie nicht mal zu Gesicht bekommen."

Olaf war der engste Freund von Sigurds Vater gewesen und behandelte sie jetzt alle wie ein Mann, der glaubte, mit ein paar Jahren mehr auf dem Buckel besäße man auch doppelt so viel Verstand. Vielleicht stimmte das ja sogar. Aber Sigurd wusste auch, dass Olaf sich ohne zu zögern für ihn einen Speer in den Wanst rammen oder einen Pfeil in die Kehle schießen lassen würde, und was war daran klug? Olaf würde behaupten, er schuldete es Sigurds Vater Harald - was man nur schwerlich bestreiten konnte. Denn die Herdkarls des toten Jarls, die noch am Leben waren, konnte man heute an einer Hand abzählen. Genau genommen genügten drei Finger.

Jetzt jedoch bildete Olafs eigener Met-Atem eine so dichte Wolke um sein Gesicht, als würde sein Bart brennen. Sigurd vermutete, dass er vo

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