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Wir hatten einen Berg in den Pyrenäen von Große, Herbert E. (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
eBook (ePUB)
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Wir hatten einen Berg in den Pyrenäen

Karl, ein sehr erfolgreicher mittelständiger Unternehmer, gerät nach einer anstrengenden Verhandlung an seine psychischen und physischen Grenzen. Deshalb überträgt er das Unternehmen an den Sohn Adam. Seine Ehefrau kann ihn zu einem längeren Aufenthalt auf dem eigenen katalanischen Bauernhof, ihrer ferme, überreden. Gleich nach der Ankunft in Südfrankreich erfahren sie, dass die Gemeinde ganz dringend ihr Grundstück benötigt. Als Ersatz erhalten sie einen ganzen Pyrenäenberg mit Turm und Schutzhütte, einer refuge. Dort oben gibt es jedoch weder elektrischen Strom noch einen Internetzugang. Auch ein Telefonieren ist nicht möglich. Aus den Langzeit-Urlaubern werden Aussteiger mit allen gewollten und ungewollten Folgen und Problemen und der Erkenntnis, dass ein richtiges Aussteigen gar nicht so einfach ist. Die Co-Autoren meiner juristischen Fachbücher haben darum gebeten, meine Romane unter einem Pseudonym zu schreiben. Das habe ich akzeptiert. Nur so viel will ich von mir verraten: Ich lebe bereits dort, wovon andere noch träumen, in Südfrankreich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 206
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742774774
    Verlag: neobooks Self-Publishing
    Größe: 300 kBytes
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Wir hatten einen Berg in den Pyrenäen

1. Kapitel

Oh je, die Verhandlungen und diese Autobahn stressen mich.
Warum kann ich nicht unter einer der Arkaden in Pamplona sitzen, ein Cerveza oder ein Glas Navarra trinken und dazu ein Stück Tortilla essen? Warum genieße ich nicht die Abendsonne auf einer Bergwiese in den Pyrenäen mit Arnika, Lavendel, Rosmarin und Enzian? Warum kann ich nicht südeuropäisch leben? Notfalls würde es ja auch reichen, am Strand im Süden Frankreichs zu liegen und bei einem Glas Rotwein in die Sonne zu blinzeln?

Die 19-Uhr-Nachrichten, Karl hatte sie mit mäßigem Interesse gehört, waren gerade zu Ende; es begann zu nieseln und er entschied sich, auf der gerade angezeigten Autobahnraststätte noch schnell einen Kaffee zu trinken und die Toilette aufzusuchen.
Beim Einparken stellte er fest, dass es höchste Zeit für die Pause war. Seine Hände zitterten und er hatte Mühe, die anderen Pkw zu erkennen.
"Versprochen! Ich trete kürzer", sagte er beim Aussteigen, als wenn seine Ehefrau, die stets um ihn rührend besorgt ist, neben ihm stünde.
Dabei entglitt ihm die Wagentür und fiel ins Schloss. Ein kleines Klickgeräusch zeigte an, dass die zusätzlich eingebaute Zentralverriegelung, auf deren Einbau besonders sein Sohn bestanden hat, ihre Funktion übernahm. Zunächst maß er diesem Umstand keine größere Bedeutung bei und ging in Richtung Restaurant.

Vor dem Pinkelgeldautomaten, ein die Menschenwürde missachtendes Drehkreuz, das sich nur dann bewegt, wenn man vorher Münzen eingeworfen hat, suchte er in seinen Taschen den Geldbeutel. Jetzt bildeten sich Schweißperlen auf seiner Stirn. Der Druck zum Urinieren nahm plötzlich stark zu; weder Geldbeutel noch Autoschlüssel fand er in seinen Taschen.
Wie geistesabwesend ging er zurück zu seinem Auto. Da niemand in der Nähe war, konnte er wenigstens seine Notdurft verrichten.
Erleichtert dachte er: "Wenn es nicht so bitter ernst wäre, könnte man sagen, dass man früher erst pinkeln durfte und danach eine Münze in die Opferschale der Klofrau, der madame de toilette , als Bezahlung warf. Heute dagegen muss man erst zahlen und darf nur dann sein notdürftiges Geschäft erledigen."
Nun entdeckte er seine Brieftasche und den Autoschlüssel auf dem Beifahrersitz. Die zusätzlich vorhandene Zentralverriegelung verhinderte ein Öffnen der Autotüren. Der leichte Nieselregen ließ ihn ohne Jackett frieren.
Sein Entsetzen steigerte sich, als er auch noch feststellte, dass sein Telefon, das er eigentlich hasste und es deshalb nicht an seinem Körper haben wollte, obwohl darauf die Geheimnummer seiner Familie, die er sich beim besten Willen nicht merken konnte, gespeichert war, ebenfalls im verschlossenen Pkw lag.

Etwas erleichtert bemerkte er, dass neben ihm ein ebenso großer Mercedes wie der seinige eingeparkt wurde. Wie selbstverständlich ging er zum Fahrer und fragte, ob er dessen Telefon einmal benutzen dürfe.
"Wenn ich als Gegenleistung ihre Frau benutzen kann, okay", sagte der Fahrer und ging einfach weg. Karl, der ja noch immer der eigentliche Inhaber und Gründer des Familienbetriebes, ein mittelständiger Maschinenhersteller, war, konnte überhaupt nicht verstehen, dass sein Begehr in einer solch unerhörten Art und Weise abgelehnt wurde.

Auch der zweite und dritte Versuch scheiterte; endlich waren junge Leute bereit, ihr Telefon zur Verfügung zu stellen: "Mach es aber kurz Opa; unser Guthaben ist nicht besonders hoch."
"Natürlich, ich werde mich zurückrufen lassen, wenn sie es erlauben."
"Kein Problem, ist doch selbstverständlich."
"Kein Anschluss unter dieser Nummer; rufen sie die Auskunft an."
Bald hätte er laut "Scheiße" gesagt; er gab dankend das Handy den jungen Leuten zurück. Diese verstanden die Welt und den älteren Mann nicht, nahmen ihr Handy und gingen in das Rasthausrestaurant.
Karl überlegte, was er in dieser Situation tun könnte. Am Abend ist sein privates Telefon abgeschalt

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