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Wo das Glück auf dich wartet Zwei Romane in einem E-Book von Vermalle, Caroline (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.05.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Wo das Glück auf dich wartet

Für das große Glück ist es nie zu spät - Lassen Sie sich vom Zauber Caroline Vermalles verführen und erleben Sie wie Träume wahrwerden.

Denn das Glück ist eine Reise: Der salzige Wind des Meeres, der Geschmack von Crêpes mit Cidre und das Gefühl unendlicher Freiheit - das Leben kann so schön sein. Georges genießt es in vollen Zügen. Mit seinem Freund Charles erfüllt sich der 83-Jährige einen großen Traum: einmal im Leben die Tour de France nachzufahren. Die einzige Verbindung zu seiner Familie sind die täglichen SMS an seine Enkelin Adèle, die ihren Großvater auf einmal mit ganz anderen Augen sieht.

Als das Leben überraschend zu Besuch kam: Eines Morgens wacht die dreiundsiebzigjährige Jacqueline auf und weiß: So kann es nicht weitergehen! Stunden später steht sie mit ihrem Koffer vor dem Häuschen mit den blauen Fensterläden, in dem ihre Kusine Nane auf einer kleinen bretonischen Insel lebt.
In Nanes gemütlicher Küche gesteht Jacqueline ihrer Kusine, warum sie ihren Ehemann Marcel ohne ein Wort verlassen hat. Und sie vertraut Nane einen Traum an, der seit Jugendtagen ihre Sehnsucht beflügelt.
Nun will sie ihn endlich leben ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 03.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732527472
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 792 kBytes
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Wo das Glück auf dich wartet

Donnerstag, 18. September

Chanteloup (Deux-Sèvres)

....................

Nach dem zehnten Klingeln hob endlich jemand ab.

"Hallo?", meldete sich eine leicht zittrige Stimme.

"Hallo Opa, hier ist Adèle."

"Hallo?", sagte der alte Mann noch einmal.

"Opa?"

"Ja?"

"Ich bin's, Adèle!"

"Ah, mein liebes Kind, wie geht's dir?"

"Gut, und dir?"

"Mir? Ach, weißt du ...", antwortete er in diesem lustlosen Ton, den er am Telefon häufig anschlug. "Und warum rufst du an?"

"Tja ... hm ... Mama hat es dir doch erklärt. Sie ist in Urlaub gefahren, weißt du noch?"

"Ja, nach Peru. Sie hat es mir gesagt."

"Na ja, ich wollte nur, dass du weißt, dass du mich jederzeit anrufen kannst, wenn du ein Problem hast. Ich könnte dich besuchen."

"Ja gut."

"Hast du verstanden, Opa? Solange Mama in Urlaub ist, kannst du mich jederzeit anrufen", beharrte Adèle, der die fehlende Begeisterung wenig ausmachte.

"Ja gut, in Ordnung", erklärte ihr Großvater höflich.

"Hast du meine Telefonnummer, Opa?"

"Ja, deine Mutter hat sie mir gegeben. Aber Adèle, du bist doch noch in London, mein Kind, oder?"

"Ja, aber mach dir deshalb keine Sorgen. Das ist gar nicht so weit. Ich nehme den Zug, dann bin ich schnell da", behauptete Adèle.

"Ja, du fährst bis Poitiers mit dem Zug, und dann nimmst du den Bus."

"Genau", sagte Adèle, die keine Ahnung hatte, denn sie hatte ihren Großvater seit fast zehn Jahren nicht mehr besucht.

"Und wie lange dauert es insgesamt?"

"Hm, ich weiß nicht, einen halben Tag oder vielleicht auch etwas länger", überlegte Adèle. Sie nahm an, dass es sogar noch länger dauerte. Ihr Großvater wohnte in einem winzigen Dorf in der Nähe von Chanteloup, in einer von Wallhecken durchfurchten Landschaft im Department Deux-Sèvres.

"Ja gut. Das wird wohl nicht nötig sein. Dann mach's gut. Tschüs!"

"Warte, Opa. Du hast doch das Handy noch, das Mama dir geschenkt hat?"

"Ach, weißt du ... diese Handys ...", sagte ihr Großvater, für den die neuen Errungenschaften der Technologie schlichtweg ein Unding darstellten. Adèle war froh, dass er Telefongespräche nur tolerierte, wenn sie sehr kurz waren und man sich an das Wesentliche hielt. Und eine Schimpftirade über den technologischen Fortschritt gehörte - zumindest heute - nicht dazu.

"Du hast es aber noch, oder?", beharrte Adèle.

"Ja, schon ..."

"Okay, dann achte darauf, dass es immer griffbereit liegt! Und wenn was sein sollte, rufst du mich an."

"Na ja, es wird schon nichts sein. Tschüs, meine kleine Adèle", sagte ihr Großvater und legte auf.

Nein, natürlich nicht. Was sollte schon sein? Ein schwaches Herz seit einem Infarkt 1995, dann ein Herzschrittmacher, ein Knie, das jeden Augenblick schlappzumachen drohte, und eine Raucherlunge von vierzig Jahren Gitanes. Aber er drehte immer noch seine kleinen Runden zu Fuß, aß wie ein Scheunendrescher, hielt seinen Garten in Schuss und pfiff ein Liedchen, wenn er das Geschirr spülte. Und er hatte immer noch genug Elan, um seine Ärzte in wüsten Tönen zu beschimpfen, die ihm regelmäßig nur noch ein paar Monate zu leben gaben, und das seit bald fünfzehn Jahren. Das jedenfalls hatte Françoise, die Mutter von Adèle, erzählt, denn Adèle selbst hatte nur sehr sporadisch Kontakt zu ihrem Großvater. Gewissensbisse plagten sie deswegen nicht, denn Georges Nicoleau hatte, in seiner feinfühligen und zurückhaltenden Art, immer wieder betont, dass er niemanden wolle, der ihm "auf den Wecker geht".

Adèle steckte das Handy in die Tasche ihrer Cargohose. 19.23 Uhr. Sie wartete mindestens schon eine Viertelstunde mitten auf der Straße. Der Abend war noch mild an diesem Septembertag, und durch die Brick Lane im Osten Londons hallte das Lachen Betrunkener, die sich im gut besuchten Swan Pub vergnügten. Adèle hatte diese

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