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Wo die Alpenrosen blühn von Ernst, Hans (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.06.2016
  • Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
eBook (ePUB)
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Wo die Alpenrosen blühn

Klaus Bruckner, der Erbe des Erlenhofes, denkt immer noch gerne an seine Kindheitsfreundin zurück, Prinzessin Waltraud von Rankenstein. Ungeachtet aller Standesunterschiede durfte er seinerzeit auf dem Schloss das Geigenspiel erlernen, und sie auf dem Klavier begleiten. Nach zwei Jahren Trennung trifft er endlich wieder auf seine einstige Spielkameradin. Hans Ernst wurde 1904 in München geboren. Seine Mutter starb früh, und als sein Vater in den Ersten Weltkrieg ziehen musste, wurde er zu einer Bauernfamilie gegeben - eine Zeit, die prägend für ihn werden sollte. Zurück in München, begann er auf Wunsch des Vaters eine Schreinerlehre, hielt diese aber nicht durch. Seine Liebe zum Bauernleben, die in der Zeit bei der Pflegefamilie erwacht war, wurde übermächtig. Er trat auf einem Gut eine Stelle als Rossknecht an, war dann bei mehreren Bauern im Dienst. Entscheidend für sein späteres Leben war dann sein Entschluss, sich einer Bauernbühne anzuschließen - einer jener fahrenden Theatertruppen, wie es in der Zeit zwischen den Weltkriegen noch etliche gab. Über das Theaterspielen fand er schließlich zum Schreiben, seiner eigentlichen Berufung. 1932 erschien sein erster Roman, 'Jakob Voggtreuter'. Rasch folgten weitere Werke dieser Art: Alle spielen sie auf dem Land, oft in den Bergen, immer sind die Hauptfiguren bäuerliche Menschen. Ihr Leben wird anschaulich und liebevoll geschildert, aus jedem Wort kann man ablesen, dass Hans Ernst die Welt, über die er erzählt, kennt. Bald waren diese Heimatromane so erfolgreich, dass Hans Ernst vom Schreiben leben konnte. Er verfasste insgesamt 112 Bücher, die bis heute einen großen, begeisterten Leserkreis finden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 246
    Erscheinungsdatum: 20.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783475545535
    Verlag: Rosenheimer Verlagshaus
    Größe: 1858 kBytes
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Wo die Alpenrosen blühn

Lautlose Stille im dunklen Hochwald. Nur leises Raunen und Wispern in den Zweigen. Wenn der Wind die Äste auseinanderbog, fluteten breite Sonnenbänder in den kühlen Schatten hinein, der zwischen den vielhundertjährigen Stämmen lag.

Kein Wölkchen am tiefblauen Maienhimmel, kein Laut im weiten Raum - die richtige Sonntagsruhe.

Nahe dem Waldrand schoss rauschend ein Bergwasser vorbei, im Volksmund der Kupferbach genannt.

Es war Ende Mai, und an den Bergen haftete kein Schnee mehr, der Hochwassergefahr hätte befürchten lassen. Diese war vorüber. Schon Mitte April hatten sich die Wildwasser über Felder und Wiesen ergossen. Drei Tage hatte dieses donnernde Tosen gedauert, dann war das Wasser in seine aufgewühlten, zerrissenen Ufer zurückgetreten.

An dem neugezimmerten Brückengeländer lehnte ein junger Bursche und sah sinnend in die dahinflutenden Wellen, aus denen ab und zu eine Forelle aufsprang und blitzschnell, als könnte sie das gleißende Sonnenlicht nicht vertragen, wieder untertauchte. Jetzt reckte der junge Bursche seine hohe kräftige Gestalt und sah, die Hand über die Augen haltend, über die Wiese auf den Weiler Bürg, der drüben wie ein kleines Paradies auf einer Höhe lag. Der Weiler Bürg zählte nur vier Höfe, die durch eine Straße voneinander getrennt waren, so dass der Erlenhof und der Lahnerhof dem Weber- und dem Leitnerhof gegenüberstanden wie zwei Burgen.

Von einem Hof ragte nur das rote Ziegeldach durch das Blättergewirr der ihn umsäumenden Erlen, während die anderen Gehöfte frei dastanden, umflutet von der Maiensonne.

Ein stolzes Leuchten ging über die Züge des Träumenden. "Heimat, liebe Heimat!"

Klaus Bruckner, der Sohn und künftige Erbe vom Erlenhof, atmete tief.

Er war ein hübscher Bursche, erst neunzehn Jahre, aber groß und schlank gewachsen, mit schönen edlen Gesichtszügen, die noch von reiner Jugend zeugten, aber doch in manchen Linien festen unbeugsamen Willen verrieten. Er war einer, der wenig redete, das Herz aber auf dem rechten Fleck hatte.

Schmuck sah er aus in seiner kleidsamen Hochlandstracht, der kurzen Lederhose mit einem breiten Ledergurt um den Leib. An seiner linken Schulter hing eine hellgraue Lodenjoppe mit grünem Aufschlag und großen Hirschhornknöpfen, und über der von dunklen Locken umrahmten Stirn saß der weitrandige dunkelgrüne Hut, auf dem sich vom Wind gefächelt ein buschiger Adlerflaum wiegte.

Den Kopf leicht zurückgebogen, die Daumen in die Hosenträger eingehakt, ließ er seine Augen weiterwandern - bis zum Fürstenschlössel, das sich aus den dunklen Tannenwipfeln heraushob.

Auf der Zinne flatterte eine Flagge, ein Zeichen, dass die hohen Herrschaften bereits ihren Sommeraufenthalt bezogen hatten.

Hohe Herrschaften - die Fürstenleute von Rankenstein? Für die Begriffe des Burschen waren sie es nicht. Er glaubte, es gäbe keine Kluft zwischen ihm und den Fürstlichen. Er sah in dem gütigen alten Herrn noch immer eine Art Vormund und in der feinen zarten Prinzessin Waltraud die Gespielin seiner Kinderzeit.

Dieses Zurückschauen war für Klaus etwas Betrübliches. Seine Mutter war bei seiner Geburt gestorben, und die Stiefmutter, die auf den Hof kam, als er drei Jahre alt war, hatte es nie verstanden, das Herz des Kindes zu erobern. Als Klaus neun Jahre alt war, wurde der Erlenhofer von einem heimtückischen Leiden, das er aus dem Felde mitgebracht hatte, hinweggerafft. Von da an wurde der Knabe noch einsamer und verschlossener. Tagelang lag er unter den Tannen oder ging im dunklen Wald umher. Oder er saß am Kupferbach und spielte mit den Steinen, die das Hochwasser über die Ufer geschwemmt hatte; bis eines Tages das Prinzesslein vom Schloss, die damals sechsjährige Agnes Viktoria Waltraud, ihn bei seinem einsamen Spiel überraschte. Die beiden Kinder fanden Gefallen aneinander und wurden unzertrennliche Spielkameraden. Einige Tage später schleppte das Prinzesslein ihren Gefährten mit auf das Schlos

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